Ritsu Doan (PSV Eindhoven) und Amadou Dante (SK Puntigamer Sturm Graz) im Zweikampf
APA/EXPA/Dominik Angerer
Europa League

Sturm glaubt an Chance in Eindhoven

Nach dem Bundesliga-Kraftakt gegen den LASK sieht sich Sturm Graz auch in der UEFA Europa League bei PSV Eindhoven nicht chancenlos. Das 3:3 nach 0:3-Rückstand gegen die Linzer hallte auch vor dem Abflug in die Niederlande noch nach. Am Donnerstag (21.00 Uhr, live in ORF1) gastiert Sturm laut Trainer Christian Ilzer wieder als „krasser Außenseiter“ in Eindhoven. Mit Blick auf ein mögliches Überwintern in der Europa Conference League ist aber eines klar: Die Steirer wollen im vorletzten Gruppenspiel anschreiben.

Um in die Zwischenrunde des dritthöchsten Europacup-Bewerbs umzusteigen, muss nämlich der Sprung auf den dritten Platz in Gruppe B gelingen. Dieser ist nur möglich, wenn Sturm drei Zähler aus Eindhoven entführt. Ihren ersten Punkt hatten die „Blackies“ zuletzt mit einem 1:1 gegen Real Sociedad in San Sebastian erobert. PSV hält bei fünf, Real Sociedad bei sechs und AS Monaco bei sieben Zählern.

Auch für die Niederländer geht es damit um viel, wollen sie im Frühjahr noch in der Europa League dabei sein. „Es ist ein Schlüsselspiel für beide Teams“, betonte Ilzer. Gespielt wird vor leeren Tribünen, nachdem in den Niederlanden die Zuschauer aufgrund von CoV-Maßnahmen wie in Österreich wieder ausgeschlossen sind.

Sturm Graz vor Schlüsselspiel

In der Europa League steht für Sturm Graz am Donnerstag ein regelrechtes Schlüsselspiel auf dem Programm. Lediglich mit einem Sieg gegen PSV Eindhoven könnten die Grazer in die K.-o.-Phase aufsteigen.

Respekt vor großen Namen ist abgelegt

4:1 gewann die „Philips Sport Vereinigung“ mit ÖFB-Teamspieler Phillipp Mwene im Hinspiel. Es war ein Teilstück von Sturms Lernprozess. Mittlerweile habe man den Respekt vor den großen Namen abgelegt, betonte Ilzer. „Wir haben Lehrgeld bezahlt.“ Auch Sportchef Andreas Schicker strich die Entwicklung auf internationalem Terrain hervor. „Wir haben die Erkenntnis, dass wir uns in den vier Spielen stetig gesteigert haben und als Mannschaft eine super Entwicklung gemacht haben. Das macht Mut“, sagte Schicker.

Trainer, Christian Ilzer (SK Puntigamer Sturm Graz)
APA/EXPA/Dominik Angerer
Das Match in Eindhoven ist laut Sturm-Trainer Christian Ilzer „ein Schlüsselspiel für beide Teams“

Fünfter Spieltag

Donnerstag, 21.00 Uhr (live in ORF1):

PSV Eindhoven – Sturm Graz

Eindhoven, PSV Stadion, SR Raczkowski(POL)

Mögliche Aufstellungen:

PSV: Drommel – Mwene, Ramalho, Boscagli, Mauro Junior – Sangare, Van Ginkel – Doan, Götze, Bruma – Vinicius

Sturm: Siebenhandl – Gazibegovic, Affengruber, Wüthrich, Dante – Kuen, Gorenc-Stankovic, Niangbo, Prass – Yeboah, Jantscher

Sechs Pflichtspiele sind es dennoch schon, die Sturm ohne Erfolg absolviert hat. Gegen den LASK hätten der eine oder andere Spieler das Limit in physischer Hinsicht überschritten, merkte Ilzer an. Für den Sturm-Coach ist deshalb eines klar: In den kommenden Spielen wird Rotation vonnöten sein. Personell sind die Grazer nach überstandener Covid-19-Welle wieder besser aufgestellt. Bis auf die langzeitverletzten Stefan Hierländer und Otar Kiteishvili sind alle Stammkräfte dabei.

PSV nicht in Bestbesetzung

PSV hat diesbezüglich Probleme. Der israelische „Österreich-Schreck“ Eran Sahavi fällt wegen einer Knieverletzung ebenfalls aus wie Jordan Teze, Cody Gakpo, Ryan Thomas, Noni Madueke und Maxi Romero. Verteidiger Philipp Max gab in der Vorwoche einen positiven Coronavirus-Test ab. Sein Einsatz wäre nur bei einem negativen PCR-Test möglich, derzeit ist der Deutsche noch in Quarantäne.

Vor allem in der Offensive ist die Personaldecke bei den Niederländern dünn. Der von Benfica Lissabon ausgeliehene brasilianische Angreifer Carlos Vinicius präsentierte sich zuletzt aber gut in Form. „Er ist ein absoluter Spitzenstürmer“, betonte Ilzer.

PSV-Trainer Roger Schmidt strich die Bedeutung der Partie ebenfalls hervor. „Der Druck ist immer da. Ein Sieg ist nötig. Es sind nur mehr zwei Spiele, da sind Fehler nicht mehr auszubügeln“, sagte der ehemalige Salzburg-Meistermeister. Sturm habe in San Sebastian bewiesen, dass man dagegenhalten kann. „Und unser Sieg gegen sie war hoch, aber nicht wirklich leicht herausgespielt. Sturm spielt sehr couragiert und aktiv“, so Schmidt. In der Eredivisie ist PSV nach einem 2:0-Heimsieg gegen Vitesse Arnheim am Samstag punktegleich mit Spitzenreiter Ajax Amsterdam Tabellenzweiter.