Kelvin Yeboah (Sturm)
GEPA/David Bitzan
Bundesliga

„Brutale“ Serie bringt Sturm vom Weg ab

Sturm Graz ist vom Erfolgsweg abgekommen. Die Wiener Austria hat die Leidenszeit der Steirer nochmals verlängert, die seit acht Pflichtspielen ohne Erfolgserlebnis sind. Beim 2:1 am Sonntag in der 16. Runde der Admiral Bundesliga erzielten Muharem Huskovic (48.) und Aleksandar Jukic (76.) die Tore für die „Veilchen“, Ex-Austrianer Manprit Sarkaria konnte nur verkürzen (81.).

Offenbar führte ausgerechnet der größte Erfolg seit Jahren, die Qualifikation für die Europa League, die Steirer in eine Abwärtsspirale bei den Ergebnissen. Statt dem Ausweg aus dem Labyrinth von internationalen und nationalen Anforderungen fand Sturm bisher nur Überforderung. Der letzte Sieg gelang am 17. Oktober im Ligaheimspiel gegen SV Guntamatic Ried (1:0).

Trainer Christian Ilzer vermisste gegen die Austria einmal mehr „Spritzigkeit und Wendigkeit“, spielerische Vorteile gegenüber der Austria konnten die offensive Harmlosigkeit (nur zwei Torschüsse) nicht kaschieren. „Brutal“ sei die Serie von acht sieglosen Spielen, mit der Sturm nun konfrontiert ist, so Ilzer.

Heimsieg der Austria gegen Sturm

Für die Wiener Austria läuft es derzeit besser als erwartet. Der 2:1-Heimsieg gegen Sturm Graz verlängert die Krise der Steirer, die nun bereits acht Pflichtspiele in Folge sieglos sind.

Sturm muss Tribut zollen

In der Europa League treffe sein Team auf Gegner außer Reichweite, und am Wochenende schaffe man es nicht, „die Meisterschaftsspiele mit einer Souveränität zu gewinnen, wo man vielleicht nicht immer das Maximum an Kräften braucht. So weit sind wir noch nicht. Das müssen wir einsehen.“

In Graz ist man auf Schadensbegrenzung aus. „Wir haben einen super Vorsprung gehabt, der ist von Runde zu Runde geschmolzen“, sagte Ilzer und sprach über die Hoffnung, dass sich „unsere Ausgangsposition bis zur Weihnachtspause nicht mehr verschlechtert“. Dafür sei von ihm viel mentale Arbeit gefragt. „Und nicht zu viel Fehlerorientierung. Weil die Spieler haben sowieso zu viel Negativität und Pessimismus durch das Erlebte drinnen.“

Trainer Christian Ilzer (Sturm)
APA/Hans Punz
Christian Ilzer (M.) ist in dieser schwierigen Phase gefordert, sein Team wieder auf Kurs zu bringen

Schon am Mittwoch ist sein Team wieder gefordert. Das durch einen Coronavirus-Cluster von Sturm selbst verschuldete Nachtragsspiel in Altach steht auf dem Programm. Danach folgen das Heimdoppel gegen Admira und Monaco, und zum Jahreskehraus ein Auswärtsspiel in Klagenfurt. Die Austria bestreitet nach dem Derby beim punktegleichen und auf den Trainereffekt hoffenden Rivalen Rapid noch ein Heimspiel gegen den LASK.

Schmid trotz Sieges kritisch

Die Austria erledigte hingegen auf der sportlichen Bühne ihre Aufgaben. Trainer Manfred Schmid hatte nach dem siebenten ungeschlagenen Heimspiel im achten Auftritt nur eines zu bekritteln: „Wir haben sehr gut gespielt, die Chancen auch verwertet, aber nach der Roten Karte musst du das Spiel frühzeitig entscheiden.“

„Am Ende hat man gesehen, dass viel Erfahrung fehlt. Aber ich finde es trotzdem gut von den Jungs, dass sie Fußball spielen wollen und bereit sind, ins Risiko zu gehen“, so Schmid. Letztlich sei man im Club, so Schmid, ja vom jungen Weg „absolut überzeugt“. Dass mit Huskovic und Aleksandar Jukic zwei Eigengewächse trafen, wurde als Etappenziel gewertet.

Admiral Bundesliga, 16. Runde

Sonntag:

Austria – Sturm 2:1 (0:0)

Wien, Generali Arena, SR Schüttengruber

Torfolge: 1:0 Huskovic (48.) 2:0 Jukic (76.) 2:1 Sarkaria (81.)

Austria: Pentz – Teigl, Martel, Mühl, Suttner (39./Handl), El Sheiwi – Demaku (71./Schoissengeyr), Jukic (82./Grünwald), Fischer – Huskovic (82./Ohio), Djuricin (71./Keles)

Sturm: Siebenhandl – Gazibegovic (74./Jäger), Affengruber (74./Borkovic), Wüthrich, Dante (57./Sarkaria) – Kuen, Gorenc-Stankovic (74./Lang), Niangbo, Prass – Yeboah, Jantscher (63./Ljubic)

Rote Karte: Kuen (58./Foul)

Gelbe Karten: Demaku, Jukic, Schoissengeyr bzw.

Die Besten: Huskovic, Djuricin, El Sheiwi bzw. Niangbo, Affengruber