Emanuel Aiwu (Rapid) und Ike Ugbo (Genk)
Reuters/Johanna Geron
Europa League

Rapid verlängert Europacup-Reise

Nach Salzburg und dem LASK hat es am Donnerstag auch Rapid Wien auf den letzten Drücker in die K.-o.-Runde eines europäischen Bewerbes geschafft. Die Hütteldorfer feierten im letzten Spiel der Gruppe H der Europa League bei KRC Genk einen 1:0-Sieg und verdrängten die Belgier noch vom dritten Platz. Robert Ljubicic sorgte mit dem goldenen Treffer dafür, dass Rapid ins Play-off der UEFA Conference League umsteigen und seine europäische Reise verlängern darf.

Ljubicic schloss in der 29. Minute einen perfekten Konter zum einzigen Treffer im Spiel ab und bescherte Rapid nach dem 2:1 daheim gegen Dinamo Zagreb nicht nur den zweiten Sieg in der Gruppenphase, sondern Trainer Ferdinand Feldhofer auch einen perfekten Europacup-Einstand. Mit sechs Punkten fingen die Wiener die Belgier, die in Wien noch mit 1:0 gewonnen hatten und bei fünf Zählern halten, noch ab und steigen nun ins Play-off der neuen Conference League um. Für Rapid war es vor 10.000 Zuschauern zudem der erste Sieg in Belgien seit 1989. Damals wurde der FC Brügge in der zweiten Runde des UEFA Cups auswärts mit 2:1 bezwungen.

Die Auslosung für die Duelle mit den Zweitplatzierten der Gruppenphase des jüngsten europäischen Bewerbes erfolgt am Montag. Mögliche Gegner der Hütteldorfer sind etwa Partizan Belgrad, Maccabi Tel Aviv oder PAOK Saloniki mit Ex-Kapitän Stefan Schwab. Das Play-off wird dann am 17. bzw. 24. Februar ausgespielt. Die Sieger steigen ins Achtelfinale auf, in dem der LASK dank seines Gruppensieges bereits steht.

Rapid bleibt weiter international

Dank eines 1:0-Siegs über Genk gelang Rapid am letzten Spieltag noch der Umstieg von der Europa in die Conference League. Für das Goldtor in Belgien sorgte Robert Ljubicic.

Rapid sorgte mit dem Aufstieg auch dafür, dass gemeinsam mit Salzburg in der Champions League und den Linzern in der Conference League erstmals seit der Saison 1983/84 wieder drei österreichische Clubs im Frühjahr noch im Europacup vertreten sind. Vor fast 40 Jahren waren neben Rapid noch die Austria und Sturm Graz nach dem Jahreswechsel noch mit von der Partie.

Starke erste Hälfte

Den Grundstein für den Sieg legte Rapid in der ersten Hälfte. Die Gäste begannen stark, drängten Genk immer wieder in die Defensive und verzeichneten auch die ersten Chancen. Goalie Maarten Vandevoordt hatte bei Schüssen von Marco Grüll (16.) und Ercan Kara (18.) große Mühe. Die einzige gefährliche Aktion der Hausherren vor der Pause resultierte aus einem missglückten Abschlag von Schlussmann Paul Gartler, den darauffolgenden Schuss von Kristian Thorstvedt blockte Emanuel Aiwu ab (29.).

Nach dem darauffolgenden Konter lancierte Rapid einen Konter, Thorsten Schick spielte für Ljubicic auf, und der Mittelfeldmann überraschte Vandevoordt mit einem satten Schuss ins kurze Eck. Rapid blieb weiter am Drücker, der wenig später angeschlagen ausgeschiedene Kara prüfte Vandevoordt in der 36. Minute. Karas Sturmkollege Taxiarchis Fountas hatte bereits vor Spielbeginn ebenfalls angeschlagen passen müssen.

Fußballspieler Robert Ljubicic (Rapid)
GEPA/Philipp Brem
Ljubicic (r.) traf den Ball nach perfekter Vorlage von Thorsten Schick punktgenau und schoss Rapid zum Happy End

Rapid hält Druck stand

Zur Pause vollzog Coach Bernd Storck bei seiner Premiere auf der Genk-Bank einen Dreifachwechsel. Es kam unter anderem der über zwei Meter große Stürmer Paul Onuachu, der gleich für ordentlich Betrieb im Rapid-Strafraum sorgte, so etwa in der 51. Minute, als Gartler bei einem Versuch des Nigerianers auf dem Posten war. Vier Minuten später verhinderte der Rapid-Keeper mit einer Fußabwehr gegen Thorstvedt den Ausgleich.

Der österreichische Vizemeister geriet immer mehr unter Druck, überstand viele Standardsituationen ebenso wie einen knappen Fehlschuss von Luca Oyen (79.) und ein riskantes Dribbling von Gartler gegen Theo Bongonda (80.). Auch die sechsminütige Nachspielzeit brachte Rapid zwar mit viel Zittern, aber doch unbeschadet hinter sich.

Stimmen zum Spiel:

Ferdinand Feldhofer (Trainer Rapid): „Der Schlusspfiff war eine extreme Erlösung, ein wunderschöner Moment. Ich freue mich für den Verein, die Spieler und die Fans. Heute haben die Spieler unglaublich gefightet, das zeichnet auch Rapid aus. Aufgrund der ersten Hälfte kann man schon stolz sein. Es war klar, dass wir nicht über 90 Minuten im gegnerischen Drittel sein werden. Wir haben auch Phasen gesucht, in denen wir uns erholen können. Die erste Hälfte war hervorragend, in der zweiten Hälfte ist der Druck gekommen, aber die Jungs haben den Sieg verdient.“

Robert Ljubicic (Torschütze zum 1:0): „Unglaublich, dass der Ball so schön reingeht. Ich wusste, dass ich langsamer bin als mein Gegner, also habe ich gleich geschossen. Ich bin glücklich, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Wir waren voll motiviert, dass hat jeder Spieler gezeigt. Der Trainer hat uns gesagt, dass wir diese Momente genießen sollen. Jetzt freuen wir uns auf die nächsten Spiele im Play-off.“

Martin Moormann (Rapid-Verteidiger): „Es war richtig cool. Ein unglaubliches Gefühl, dass wir weiter sind. Die ganze Mannschaft freut sich riesig. Wir sind hinten gut gestanden und haben nicht viel zu gelassen. Deshalb gehen wir verdient als Sieger vom Platz. Jeder hat alles gegeben, man hat gemerkt, dass jeder weiterkommen will.“

UEFA Europa League, Gruppe H, sechster Spieltag

Donnerstag:

KRC Genk – Rapid 0:1 (0:1)

Cegeka Arena, 10.000, SR Martins (POR)

Tor: Ljubicic (29.)

Genk: Vandevoordt – Preciado (78./Oyen), McKenzie, Sadick (46./Lucumi), Arteaga (69./Jukleröd) – Thorstvedt, Bongonda, Hrosovsky, Ito (46./Cuesta) – Ugbo (46./Onuachu), Paintsil

Rapid: Gartler – Stojkovic, Aiwu, Moormann, Ullmann (89./Dijakovic) – Petrovic, Ljubicic (75./Grahovac) – Schick, Knasmüllner (46./Kitagawa), Grüll (75./Auer) – Kara (40./Strunz)

Gelbe Karten: Onuachu, Cuesta bzw. Moormann, Ullmann, Strunz, Stojkovic, Gartler

Die Besten: Onuachu, Oyen, Bongonda bzw. Ljubicic, Stojkovic