Betis gewinnt Sevilla-Derby nach Fortsetzung

Betis Sevilla hat die Fortsetzung des am Samstagabend wegen Fankrawallen abgebrochenen spanischen Cupspiels gegen den Stadtrivalen FC Sevilla gewonnen. Die Partie wurde am Sonntag vor leeren Rängen fortgesetzt, Betis setzte sich dank des Tors von Sergio Canales in der 73. Minute mit 2:1 durch und zog ins Viertelfinale ein.

Jubelnde Betis Spieler
APA/AFP/Cristina Quicler

Das Duell war in der 39. Minute beim Stand von 1:1 abgebrochen worden, nachdem Gästeprofi Joan Jordan von einer von der Tribüne aus geworfenen Fahnenstange am Kopf getroffen worden war. Der Zwischenfall sorgte in Spanien für große Empörung: „Ein Idiot ruiniert das Derby“, titelte die Fachzeitung „Marca“ am Sonntag.

Doch es war nicht nur der eine, bisher nicht identifizierte Fan, der am Samstag für Ärger sorgte. Als Jordan zu Boden ging, wurden er und das Gästeteam von einem Teil der Betis-Anhänger noch minutenlang mit Sprechchören beleidigt. Spieler von Betis verurteilten zwar den Zwischenfall, versuchten aber auch, ihn zu relativieren. Sie warfen dem Trainer des FC Sevilla, Julen Lopetegui, vor, er habe Jordan dazu aufgerufen, „sich auf den Boden zu werfen und einen Schwindelanfall vorzutäuschen“. Dabei hielt sich der 27-jährige Jordan zwar am Boden kurz den Kopf, stand aber schnell wieder auf.

Jordan „unter ärztlicher Beobachtung“

Bereits vor knapp 15 Jahren war ein Sevilla-Derby im Betis-Stadion abgebrochen worden. Am 28. Februar 2007 war Gästetrainer Juande Ramos im Cup von einer von einem Fan geworfenen Flasche am Kopf getroffen worden. Der erneute Zwischenfall spielte sich ab, nachdem Betis in der 39. Minute durch Nabil Fekir zum 1:1 gekommen war. Papu Gomez hatte den FC Sevilla kurz zuvor in Führung gebracht. Bei der Fortsetzung des Spiels fehlte Jordan, denn der Profi war am Sonntag nach Clubangaben daheim „unter ärztlicher Beobachtung“.