Skispringen

Kraftakt katapultiert Kramer aufs Stockerl

Sara Marita Kramer hat am Sonntag mit einem Kraftakt einen weiteren großen Schritt Richtung große Kristallkugel geschafft. Die Salzurgerin katapultierte sich beim zweiten Einzel-Bewerb in Hinzenbach vom zehnten auf den zweiten Platz und vergrößerte ihren Vorsprung auf die Konkurrentinnen deutlich. Im Kampf um den Tagessieg war nur die Slowenin Nika Kriznar für Kramer nicht zu knacken.

Kriznar, am Vortag bereits Zweite, sprang mit Sprüngen von 88,5 und 92,5 Metern diesmal in einer eigenen Konkurrenz und verwies Kramer um 20,2 Punkte auf den zweiten Platz. Für die Slowenin war es der fünfte Weltcup-Sieg ihrer Karriere und der dritte in dieser Saison. Die Französin Josephine Pagnier durfte sich 2,2 Zähler hinter Kramer über den dritten Rang freuen.

Mit Lisa Eder als Siebenter und Jacqueline Seifriedsberger auf Rang neun schafften neben Kramer zwei weitere Österreicherinnen den Sprung in die Top Ten. Chiara Kreuzer verpasste die besten zehn als Elfte um lediglich 0,6 Punkte. Auch für Julia Mühlbacher gab es mit Platz 29 noch zwei Zähler für die Gesamtwertung.

Kriznar holt sich Tagessieg

Die Slowenin sicherte sich in Abwesenheit ihrer Teamkollegin Bogataj in souveräner Manier den Sieg in Hinzenbach.

Kriznars Landsfrau und Olympiasiegerin Ursa Bogataj, die am Samstag dominiert hatte, war in der Qualifikation in der Gelb-Phase und damit zu früh losgefahren, nachdem ihr Coach den Start bereits freigegeben hatte. Die Slowenin wurde daraufhin disqualifiziert und war im zweiten Springen nur Zuschauerin. „Ich habe nur auf den Coach geschaut, es ist echt dumm gelaufen. Ich weiß nicht recht, was ich sagen soll“, sagte die enttäuschte 26-Jährige.

Kramer springt „aus Komfortzone“

Nach dem ersten Durchgang hatte es noch nach einer Niederlage für Kramer ausgesehen. Mit 80,0 m lag die Salzburgerin nur auf dem zehnten Platz. Im zweiten Versuch gelang der 20-Jährigen jedoch ein Satz auf 91,5 m. Damit holte Kramer Platz um Platz auf und holt letztendlich noch den zweiten Platz. „Ich hatte es im Kopf, wie ich es angehen muss, und wollte aus der Komfortzone raus. Jetzt hab ich es wieder geschafft. Endlich ist es mir gelungen“, sagte die sechsfache Saisonsiegerin.

Kramer blickte mit Vorfreude auf die kommenden Weltcup-Stationen im hohen Norden. Ab Mittwoch stehen im Rahmen der Raw-Air-Tour zwei Einzel-Bewerbe in Lillehammer sowie danach ein Team- und zwei Einzel-Springen in Oslo auf dem Programm. „Ich freue mich jetzt richtig auf die Raw Air, es ist ja meine erste. Lillehammer ist eine meiner Lieblingsschanzen, die Motivation und das Selbstvertrauen sind groß“, so die 20-Jährige.

In der Weltcup-Wertung liegt Kramer nun 254 Punkte vor Kriznar, die sich mit ihrem Sieg in Hinzenbach auf den zweiten Platz schob. Bogataj folgt mit 295 Zählern Rückstand auf dem dritten Platz. Die Deutsche Katharina Althaus, vor den Bewerben in Hinzenbach noch hinter Kramer Zweite, hat nach ihrer coronavirusbedingten Zwangspause nun 298 Punkte Rückstand auf die Österreicherin. Kramer zeigte aber auch Mitgefühl für die disqualifizierte Bogataj. „Sie tut mir echt ein bisschen leid. Ich habe lieber eine ehrliche Battle und springe mir den Gesamtweltcup lieber aus“, sagte Kramer im ORF.

Sonntag-Bewerb der Damen in Hinzenbach

Endstand
1. Nika Kriznar SLO 88,5 / 92,5 235,3
2. Sara Marita Kramer AUT 80,0 / 91,5 215,1
3. Josephine Pagnier FRA 84,5 / 85,0 212,9
4. Frida Westman SWE 88,5 / 84,0 210,3
5. Sofia Tichonowa RUS 83,5 / 87,0 204,9
6. Spela Rogelj SLO 82,0 / 81,5 202,2
7. Lisa Eder AUT 79,5 / 84,0 201,5
8. Abigail Strate CAN 85,0 / 82,5 200,3
9. Jacqueline Seifriedsberger AUT 81,0 / 85,5 199,6
10. Yuki Ito JPN 81,0 / 82,0 198,0
11. Chiara Kreuzer AUT 83,5 / 82,0 197,4
29. Julia Mühlbacher AUT 75,5 / 78,0 164,4
Qualifikation für den zweiten Durchgang verpasst:
36. Vanessa Moharitsch AUT 69,5 71,0
38. Hannah Wiegele AUT 69,0 68,5
39. Sophie Kothbauer AUT 67,5 65,0