Enttäuschter Luca Meisl (Ried) liegt auf dem Rasen
GEPA/Manfred Binder
Bundesliga

Ried muss nach Remis in Qualigruppe

Die SV Ried hat die vorzeitige Krönung ihrer Saison mit dem Einzug in die Meistergruppe der Admiral Bundesliga verpasst. Ein turbulentes 2:2 (0:0) gegen Sturm Graz zum Abschluss des Grunddurchgangs war für die zu Hause weiter ungeschlagenen Oberösterreicher am Sonntag zu wenig für den Coup. Für Ried geht es in der Qualifikationsgruppe weiter. Wenige Minuten fehlten den Innviertlern zum Glück.

Stefan Nutz (47.) und Leo Mikic (78.) ließen die Innviertler gleich zweimal hoffen. Ein Sieg hätte die fixe Teilnahme am elitären Sechserfeld bedeutet. Doch die zweitplatzierten Grazer fanden durch Manprit Sarkaria (66.) und Gregory Wüthrich (87.) jeweils eine Antwort. Ried beendete den Grunddurchgang als Siebenter, einen Punkt hinter Austria Klagenfurt.

Am Willen der „Wikinger“ scheiterte es nicht. Nene Dorgeles näherte sich beim druckvollen Beginn mit einem zentralen Schuss auf Sturm-Goalie Jörg Siebenhandl erstmals an (3.). Dann traf Philipp Pomer, nachdem die Gästeabwehr gleich mehrmals nicht hatte klären können, doch der Treffer zählte aufgrund einer Abseitsstellung von Flankengeber Ante Bajic nicht (9.).

Unentschieden bei Ried gegen Sturm

Das Spiel SV Ried gegen Sturm Graz endete mit einem Unentschieden. Für die Oberösterreicher platzte damit der Traum von der Meistergruppe.

Intensive Partie

Vor 5.112 Zuschauern kontrollierten die Heimischen zunächst das Geschehen. Die Grazer kamen ohne den mit Rückenproblemen fehlenden Jakob Jantscher offensiv erst nach einer Viertelstunde in der Partie an. Jungstar Rasmus Höjlund trat in der 28. Minute in Erscheinung, wurde im Abschluss aber von Luca Meisl geblockt. Der Nachschuss des wuchtigen Dänen landete in den Wolken.

Die Grazer hielten nun auch wie von Trainer Christian Ilzer gefordert „energetisch“ im zweikampfintensiven Vergleich mit, bei einem Kopfball von David Affengruber fehlte nicht viel (30.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff wackelte im Sturm-Strafraum die Latte: Nach einem klaren Foulspiel an Andreas Kuen streifte der Kopfball von Tin Plavotic das Metall (45.+1). Ein Distanzschuss von Marcel Ziegl unterstrich das Rieder Chancenplus (45.+5).

Turbulente Schlussphase

Die Spielvereinigung belohnte sich wenige Augenblicke nach Wiederbeginn: Mikic brachte den Ball zur Mitte, wo Nutz Zeit und Raum nutzte und Siebenhandl aus kurzer Distanz bezwang. Der Schuss wurde von Alexander Prass entscheidend abgefälscht (47.). Sturm-Trainer Ilzer reagierte und brachte mit dem zuletzt erkrankten Sarkaria ein kreatives Element (53.). Dieser trat kurz darauf als Vollstrecker nach Höjlund-Vorarbeit in Erscheinung. Beim Flachschuss des ehemaligen Austrianers von innerhalb des Strafraums gab es für Samuel Sahin-Radlinger im Tor nichts zu halten (66.).

Eine gewisse Rieder Schockstarre war zu bemerken. Nicht aber bei Mikic, der einen Sololauf durch die Sturmdefensive mit dem passenden Abschluss finalisierte (78.). Nach einem Ausflug von Sahin-Radlinger platzte aber noch der Traum: Der Goalie touchierte Anderson Niangbo an der Schulter und flog mit Rot vom Platz (81.). Und Ersatzgoalie Christoph Haas musste schon kurz darauf hinter sich greifen. Sturm-Verteidiger Wüthrich bewies wie zuletzt gegen Hartberg aus kurzer Distanz seinen Torriecher (87.). Beide Teams spielten im Finish auf Sieg. Das eröffnete Räume, doch es blieb bei allem Engagement beim für die Rieder letzlich fruchtlosen 2:2.

Stimmen zum Spiel

Robert Ibertsberger (Ried-Trainer): „Die Enttäuschung ist im Moment sehr groß, auch in mir war in den Minuten danach eine große Leere. Die zweimalige Führung nicht rüberzubringen tut schon richtig weh. Wir haben ein Topspiel abgeliefert, wir hätten den Sieg verdient, aber Nachtrauern gibt es nicht. Wir müssen uns ganz klar neue Ziele setzen, ich habe aber keine Angst, dass die Mannschaft daran zerbricht. Wir dürfen nicht vergessen, wo Ried vor drei Jahren war. Man sieht schon eine sehr gute Entwicklung.“

Christian Ilzer (Sturm-Trainer): „Das Spiel war intensiv, viel Energie, viel Pingpong und Kampf um jeden Zentimeter. Die Rieder hatten enorme Energie und Laufbereitschaft. Wir mussten mit unserer ganzen Duellqualität dagegenhalten. Das 1:0 hat es für uns extrem schwer gemacht. Wir haben aber mit Sarkaria mehr Qualität vorne reingebracht. Am Ende ist es eine gerechte Punkteteilung, mit der wir aber nicht viel anfangen können. Wer von unserem Punkt profitiert, ist mir komplett egal. Es geht nur um das Realisieren unserer Ziele.“

Admiral Bundesliga, 22. Runde

Sonntag:

Ried – Sturm 2:2 (0:0)

josko Arena, 5.112 Zuschauer, SR Weinberger

Torfolge:
1:0 Nutz (46.)
1:1 Sarkaria (66.)
2:1 Mikic (78.)
2:2 Wüthrich (87.)

Ried: Sahin-Radlinger – Wießmeier, Meisl, Plavotic, Pomer (29./Lercher) – Stosic, Ziegl – Bajic, Nutz (85./Haas), Mikic (85./Satin) – Nene

Sturm: Siebenhandl – Gazibegovic (92./Jäger), Affengruber, Wüthrich, Dante (53./Sarkaria) – Hierländer (81./Lang), Gorenc-Stankovic, Kuen (92./Kronberger), Prass – Niangbo, Höjlund

Rote Karte: Sahin-Radlinger (81./Torraub)

Gelbe Karten: Bajic, Ziegl bzw. Höjlund

Die Besten: Mikic, Nutz, Plavotic bzw. Sarkaria, Gorenc-Stankovic