Jan Boller (LASK) und Ante Bajic (Ried)
GEPA/Christian Moser
Bundesliga

OÖ-Derby als Showdown um „Pole“

In Pasching geht es am Samstag im Rahmen der 25. Runde der Admiral Bundesliga im doppelten Sinn um die Nummer eins. Beim Derby zwischen dem LASK und der SV Guntamatic Ried wird nicht nur die Frage nach der Nummer eins in Oberösterreich, sondern auch jene nach der „Poleposition“ der Qualifikationsgruppe beantwortet. Dahinter wollen der FC Flyeralarm Admira beim Gastspiel bei Cashpoint SCR Altach und TSV Egger Glas Hartberg daheim gegen die WSG Tirol auf Tuchfühlung mit dem Spitzenduo bleiben.

Den ersten Platz in der Qualifikationsgruppe haben vor der 25. Runde die Linzer mit 16 Punkten inne, zwei Zähler dahinter lauern die Rieder auf Rang zwei. Mit einem Heimsieg könnten sich die Athletiker somit ein Stückchen vom Innviertler Rivalen absetzen. Beim LASK hat man vor dem Duell in der ausverkauften Raiffeisen-Arena auch klar drei Punkte im Sinn. „Ich denke, dass es der Anspruch vom LASK sein muss, vor heimischem Publikum dominant aufzutreten“, sagte Coach Andreas Wieland vor dem Schlager gegen den Lokalrivalen.

Auch wenn Wieland sein Team „schon in der Favoritenrolle“ sieht, weist die Statistik keinen wirklichen Vorteil für ein Team aus. In den beiden bisherigen Saisonduellen feierten beide Mannschaften jeweils 1:0-Heimsiege. Im Oberhaus trafen der LASK und Ried insgesamt 44-mal aufeinander, 17-mal gingen die Innviertler als Sieger vom Platz, 15 Erfolge feierten die Linzer.

Qualigruppe, 25. Runde

Samstag

Beginn 17.00 Uhr:

LASK – Ried

Pasching, Raiffeisen Arena, SR Ciochirca

Mögliche Aufstellungen:

LASK: Schlager – Potzmann, Boller, Letard, Renner – Holland, Michorl – Flecker, Goiginger, Horvath – Balic

Ried: Sahin-Radlinger – Wießmeier, Meisl, Plavotic, F. Seiwald – Ziegl, Stosic – Bajic, Nutz, Nene – Canadi

Für den Gastgeber sprechen jedoch der Heimvorteil mit 6.000 Fans im Rücken und auch die zuletzt ordentlichen Ergebnisse. In den letzten acht Bundesliga-Begegnungen gab es nur eine Niederlage (0:1 beim WAC am 6. März), die letzte Heimschlappe datiert gar vom 24. Oktober (0:1 gegen Altach). Dennoch erwartet der LASK-Coach, der auf die Innenverteidiger Filip Twardzik (Sprunggelenksverletzung) und Philipp Wiesinger verzichten muss, ein enges Spiel: „Beide Teams haben den Anspruch, oben in dieser Gruppe mitzuspielen. Wir stellen uns auf einen harten Kampf ein. Wir dürfen dem Gegner wenig Räume geben im Umschaltspiel.“

Ried benötigt Erfolgserlebnis

Die Rieder, die mit zwei Niederlagen gegen die Admira und Altach in die Qualifikationsgruppe gestartet sind, haben bis auf die Erfolge im Cup in diesem Jahr bisher wenig Grund zum Feiern gehabt. „Für das Derby brauchen wir eine ‚Jetzt erst recht‘-Mentalität. Das ist ein extrem wichtiges Spiel für uns, für den Verein, für die Fans und für die Stadt. Jeder muss 110 Prozent geben, damit wir drei Punkte mitnehmen können“, so SVR-Torhüter Samuel Sahin-Radlinger.

Ried-Coach Robert Ibertsberger erwartet in Pasching ein intensives Match. „Der LASK hat zuletzt wieder zu seiner alten Stärke zurückgefunden. Sie spielen viele tiefe Bälle, die dem Gegner wehtun können. Wir müssen gut verteidigen, auf die ersten und zweiten Bälle gehen und die Zweikämpfe für uns gewinnen“, forderte der 45-Jährige, für den die Partie auch eine Premiere ist. „Es ist für mich das erste Derby auf höchster Ebene. Es ist ein besonderes Spiel, aus dem wir auch etwas mitnehmen wollen.“

Herzog hofft auf „lockere“ Admiraner

Etwas mitnehmen will auch die Admira beim Gastspiel in Altach, um den Anschluss an das Spitzenduo zu halten oder sogar selbst auf den zweiten Platz vorzustoßen. In den ersten beiden Partien der Qualifikationsgruppe gab es allerdings für Altach und Admira die gleiche Punkteausbeute. Im direkten Duell in der Cashpoint Arena wollen beide Teams den positiven Trend prolongieren. Schlusslicht Altach würde mit einem Heimerfolg bis auf einen Zähler an den Konkurrenten aus Niederösterreich heranrücken, der sich wiederum selbst viel Luft im Abstiegskampf verschaffen kann.

Qualigruppe, 25. Runde

Samstag

Beginn 17.00 Uhr:

Altach – Admira

Altach, Cashpoint Arena, SR Ebner

Mögliche Aufstellungen:

Altach: Casali – Mischitz, Strauss, Zwischenbrugger, Nanizayamo, Schreiner – Haudum, Gaudino, Nimaga – Monschein, Bischof

Admira: Leitner – Zwierschitz, Ostrzolek, Bauer, Lukacevic – Ebner, L. Malicsek – Vorsager, Kerschbaum, Vodhanel – Surdanovic

Wie man im Ländle gewinnen kann, wissen die Südstädter genau. Am 26. Februar hatten sie dort mit einem 2:0 drei Punkte geholt. „Wir sind gut gerüstet, haben vor ein paar Wochen hier gewonnen. Die Jungs müssen wieder mit einer gewissen Lockerheit auftreten“, forderte Coach Andreas Herzog. Auch im Oktober vor Heimpublikum hatte sich die Admira übrigens mit 2:0 durchgesetzt. Mit einem Selbstläufer rechnete der ÖFB-Rekordteamspieler deshalb aber nicht. „Es wird ein sehr intensives und umkämpftes Spiel werden“, so der 53-Jährige.

Altach auf Revanche aus

Mut machen kann seiner Truppe jedenfalls auch der Blick auf die Statistik. Gegen Altach ging nur eines der jüngsten 13 Bundesliga-Spiele verloren, zuletzt gab es vier Siege und ein Remis. Altach-Trainer Ludovic Magnin sind diese Zahlenspiele allerdings egal: „Ich bin kein Fan von Statistiken, am Ende wird abgerechnet ohne Statistiken.“ Das 2:1 in Ried vor der Länderspielpause sei ein echter Befreiungsschlag für seine Truppe gewesen, so der Schweizer.

Die Vorarlberger sind nun auf Revanche gegen die drittplatzierte Admira aus. „Das war definitiv die Niederlage, an der wir am längsten zu knabbern hatten. Einfach auch durch die ganzen Begleitumstände und wie sie zustande gekommen ist“, sagte der Schweizer im Hinblick auf das 0:2 im Februar. „Da ist noch eine Rechnung offen.“ Für die Tore könnte auch Christoph Monschein sorgen, der zuletzt erstmals für Altach traf. „Das Tor in Ried war schon eine Erlösung. Ich war in den vergangenen Monaten vielleicht oft zu nachdenklich. Erfolgreich kannst du aber nur sein, wenn du locker bist und Spaß hast“, so der Stürmer.

Qualigruppe, 25. Runde

Samstag

Beginn 17.00 Uhr:

Hartberg – WSG Tirol

Hartberg, Profertil-Arena, SR Hameter

Mögliche Aufstellungen:

Hartberg: Swete – Farkas, Sonnleitner, Gollner, Klem – Horvat, Diarra, Heil – Niemann, Tadic, Avdijaj

WSG: F. Oswald – Koch, Behounek, Stumberger, Schulz – Rogelj, Müller, Blume, Ogrinec – Vrioni, Sabitzer

Hartberg und WSG „heiß“ auf Punkte

Einen Erfolg wiederholen will die WSG Tirol beim Gastspiel in Hartberg. Rund vier Wochen nach dem 1:0-Sieg in Hartberg sind die Wattener erneut in der Oststeiermark gefordert. In der Qualigruppe geriet die Mannschaft von Thomas Silberberger erst beim LASK 0:6 unter die Räder und spielte dann gegen die Admira 0:0. Silberberger sah einen „couragierten“ Auftritt, bei dem man sich nicht belohnte, das soll gegen Hartberg nachgeholt werden – und so wie Hartberg hat man in der zweiten Saisonphase noch nicht getroffen. „Wir wissen aber, dass die Trauben in Hartberg hoch hängen. Die Mannschaft weiß, um was es geht. Wir sind bereit.“

Ein Zähler fehlt den Wattenern auf den zehntplatzierten TSV, der ebenfalls gegen den Abstieg punkten will. „Die Mannschaft brennt darauf, sich für die Niederlage gegen Wattens zu rehabilitieren und damit in der Tabelle auch einen Schritt nach vorne zu machen“, sagte Hartbergs Coach Klaus Schmidt. Vor seinem dritten Spiel als Betreuer der Hartberger ist Schmidt nach zwei 0:0 gegen Altach und den LASK heiß auf den ersten Dreier, mit dem man – bei Rieder Schützenhilfe – Anschluss an den LASK finden könnte. Umgekehrt könnte bei einer Niederlage Schlusslicht Altach näher rücken.

„Dafür wird notwendig sein, dass wir defensiv weiter so konsequent agieren wie in den letzten Runden“, so Schmidt, der neben einem Sieg auch noch auf einen Treffer von Dario Tadic und Co. in seiner erst kurzen Ära als Hartberg-Trainer wartet. „Genauso wichtig ist es aber, in der Offensive Lösungen zu finden, die zu Zählbarem führen“, sagte der Trainer der Oststeirer. Linksverteidiger Thomas Kofler will endlich den „Dreier“ – der bisher letzte datiert vom 28. November: „Damit wir aufatmen und uns vom Tabellenende lösen können.“