Manfred Fischer (A.Wien) und Andreas Kuen (Sturm)
GEPA/Philipp Brem
Bundesliga

Fernduell um den zweiten Platz

Die Wiener Austria geht am Sonntag (14.30 Uhr) in der 25. Runde in der Admiral Bundesliga als Favorit ins Heimspiel gegen Klagenfurt. Mit einem Sieg gegen das Meistergruppenschlusslicht aus Kärnten soll die Chance auf Platz zwei gewahrt bleiben. Im Fernduell empfängt der Wolfsberger AC Sturm Graz. Die Steirer sind bestrebt, den Platz hinter Salzburg abzusichern.

Seit sechs Spielen in Folge ist Austria Wien schon ungeschlagen, zuletzt mussten Patrick Pentz und Co. beim 1:1 gegen Rapid zum ersten Mal 2022 Punkte abgeben. Diese Serie wollen sie gegen Klagenfurt fortsetzen. Auch Trainer Manfred Schmid ist nach seiner Coronavirus-Infektion wieder mit dabei und höchstmotiviert. Schmid brennt auf die Rückkehr an die Seitenlinie, an der im Derby Assistent Cem Sekerlioglu stand. Trotz zwölf absenter Teamakteure sei die Länderspielpause „sehr intensiv“ gewesen, stellte Schmid fest. „Die Spieler drängen sich auf“, sagte der 51-Jährige.

Die vergangenen Tage waren aber auch für Sportdirektor Manuel Ortlechner intensiv, der unter anderen für den Sommer Stürmer Haris Tabakovic von Austria Lustenau verpflichtete und mit den Vertragsverlängerungen von Can Keles, Dario Kreiker, Florian Wustinger und Dominik Fitz den jungen Weg der Austria fortschrieb. „Die Fans ziehen voll mit, identifizieren sich mit unserem Weg“, sagte Schmid angesichts am Freitag bereits rund 10.000 verkaufter Karten.

Sturm Graz will Platz zwei verteidigen

Im Rahmen der Spiele der Meisterrunde in der Bundesliga kommt es auch zum „Pack-Derby“. Puntigammer Sturm Graz muss nach Wolfsberg zum RZ Pellets WAC. Es geht darum, Tabellenplatz zwei zu verteidigen, und da setzen die Grazer besonders auf Jakob Jantscher.

Schmid versprühte Selbstbewusstsein. „Ich glaube, dass wir als Favorit in dieses Spiel gehen, und wir wollen die Serie fortsetzen“, sagte er. „Wir wollen unbedingt gewinnen, aber von einem Pflichtsieg zu sprechen wäre respektlos. Ein sehr unangenehm zu bespielender Gegner. Und so oft haben wir gegen sie noch nicht gewonnen“, sagte Schmid. Beide Spiele endeten in dieser Saison unentschieden, jenes in der Generali-Arena mit einem 1:1, das in Klagenfurt mit 0:0.

Meistergruppe, 25. Runde

Sonntag

Beginn 17.00 Uhr:

Austria – Klagenfurt

Generali Arena, SR Kijas

Mögliche Aufstellungen:

Austria: Pentz – Martins, Mühl, Galvao, Suttner – Braunöder, Martel – Keles, Grünwald, Fischer – Djuricin

Klagenfurt: Menzel – Gkezos, Saravanja, N. Wimmer, Schumacher – Cvetko, Gemicibasi – Timossi Andersson, Greil, Jaritz – Pink

Pacult sieht Klagenfurt gefordert

Für Klagenfurt-Coach Peter Pacult ist es ein Zusammentreffen mit einem einstigen Spielerkollegen. Zum Abschluss seiner aktiven Karriere kickte der heute 62-Jährige 1995/96 im Dress der „Veilchen“ an der Seite von Schmid. „Ich habe immer die Arbeit machen müssen“, erinnerte sich der Jüngere an die gemeinsame Zeit zurück. „Das war ja auch sein Job“, meinte dazu nicht weniger augenzwinkernd der „Alte“.

Horst Hrubesch habe ihn damals als verlängerte Hand auf dem Feld geholt, um einen Weg zu beschreiten, wie ihn die Austria jetzt geht. „Schmid war damals unheimlich wichtig für die Mannschaft. Und was er jetzt als Trainer macht, ist einfach top“, sagte er und streute seinem nunmehrigen Kontrahenten Rosen. Und auch der fand nur Lob. „Ich schätze seine offene und ehrliche Art, und wir haben einen sehr regen Austausch“, berichtete Schmid.

Geschenke werden sich die beiden am Sonntag dennoch keine machen. Pacult sieht seine Truppe gefordert, nach zwei Qualigruppenniederlagen einen Schritt nach vorne zu machen. „Der Großteil der Spieler hat noch keine Bundesliga gesehen. Natürlich zahlst du da Lehrgeld“, sagte Pacult nach zwei 1:3 gegen Rapid und Sturm Graz. Dazu komme, dass man durch Ausfälle immer wieder mit neuen Situationen konfrontiert sei, Fehler würden dadurch begünstigt. „Und die dürfen wir uns nicht leisten, um mit den erfahreneren Mannschaften mithalten zu können.“

Klagenfurt-Trainer Peter Pacult
GEPA/Daniel Goetzhaber
Trainer Pacult verlor mit Klagenfurt die letzten beiden Spiele, nun soll wieder ein Sieg her

WAC peilt gegen Sturm Graz ersten Sieg an

Der Wolfsberger AC empfängt am Sonntag (14.30 Uhr) in der 25. Runde in der Admiral Bundesliga Strum Graz. Nach Niederlagen gegen die Wiener Austria und Meister Salzburg peilen die Lavanttaler den ersten Sieg in der Meistergruppe an. Mit drei Punkte würden die fünftplatzierten Kärntner punktemäßig mit dem Tabellenzweiten aus Graz gleichziehen, die Steirer wiederum sind bestrebt, den Platz hinter Salzburg abzusichern.

Jubel von Mario Leitgeb, Michael Liendl, Cheikhou Dieng and Christopher Wernitznig (WAC)
GEPA/Daniel Goetzhaber
Im Oktober feierte der WAC einen 3:0-Erfolg bei Sturm Graz

Das Frühjahr ist für den WAC bisher nicht nach Wunsch verlaufen. Im ÖFB-Cup kam gegen Salzburg das Aus, in der Meisterschaft kassierten die Kärntner in fünf Spielen vier Niederlagen bei einem Sieg. Im Kampf um die Europacup-Plätze will die Truppe von Trainer Robin Dutt nun wieder anschreiben. Die bisherigen zwei Saisonduelle waren jeweils klare Angelegenheiten – jeweils für das Auswärtsteam. Während die Grazer in Wolfsberg mit 4:1 triumphierten, revanchierten sich die „Wölfe“ bei Sturm mit einem 3:0-Erfolg.

Meistergruppe, 25. Runde

Sonntag

Beginn 17.00 Uhr:

WAC – Sturm

Lavanttal-Arena

Mögliche Aufstellungen:

WAC: Kofler – Dedic, Baumgartner, Lochoshvili, Novak – Peretz, Leitgeb, Liendl, Taferner – Röcher, Baribo

Sturm: Siebenhandl – Gazibegovic, Affengruber, Wüthrich, Dante – Gorenc-Stankovic – Hierländer, Sarkaria, Prass – Jantscher, Höjlund

„Das Spiel am Sonntag ist ein enorm wichtiges für uns. Wir haben das 3:0 noch in Erinnerung. Wie damals müssen wir gut gegen den Ball arbeiten, effektiv im Umschaltspiel sein und unsere Standardsituationen nutzen, da hat Graz Probleme“, meinte Dutt. Dass die Kärntner bei einer Heimniederlage die Tuchfühlung zu Platz zwei verlieren würden, beunruhigt Dutt noch nicht. „Wir stehen am Anfang der Meistergruppe, da werden sich die Teams untereinander noch viele Punkte gegenseitig wegnehmen.“

Entscheidende Phase der Meisterschaft

Ähnlich wie für die Wolfsberger ist der April auch für Sturm ein richtungsweisender Monat. „Wir kommen jetzt in die entscheidende Phase der Meisterschaft. Wir treffen im April auf die Mannschaften, wo es um die Europacup-Plätze geht“, sagte Sturm-Sportdirektor Andreas Schicker und verwies auf die kommenden Partien gegen den WAC, Austria Wien, zweimal Rapid und Salzburg. Umso mehr setzt der Club auf die Unterstützung der Fans am Sonntag. „Wir hoffen, dass viele Steirer den Weg über die Pack finden“, so Schicker.

Sturm-Coach Christian Ilzer zeigte vor dem WAC großen Respekt, drei Punkte sind dennoch das Ziel. „Wir fahren ins Lavanttal, um zu gewinnen, ein Sieg wäre ein riesiger Schritt in die richtige Richtung. Wolfsberg ist ein absolutes Spitzenteam mit einer sehr erfahrenen Truppe, und im Angriffsdrittel gehören sie zu den besten Teams der Liga. Deshalb brauchen wir all unsere Stärken auf dem Platz, um drei Punkte mitzunehmen.“