Marc Andre Schmerboeck (Hartberg)
GEPA/Johannes Friedl
Bundesliga

Hartberg bekämpft immense Torflaute

Der TSV Hartberg hofft am Samstag (17.00 Uhr) im Bundesliga-Heimspiel gegen die Admira auf das Ende einer rekordverdächtigen Torflaute. Seit bereits 657 Meisterschaftsminuten – mehr als sieben Spielen – warten die Steirer auf einen Treffer, durch die Ladehemmung erfolgte zuletzt der Rückfall auf den sechsten und letzten Rang der Qualifikationsgruppe. Trainer Klaus Schmidt gelobte Besserung: „Wir haben in dieser Trainingswoche sehr viel dazu getan, um diese Torsperre zu brechen.“ Zuletzt traf man vor über zwei Monaten.

Man habe bereits in der Vorwoche beim 0:0 in Ried Fortschritte gemacht, betonte Schmidt. „Da waren wir schon torgefährlicher.“ Trotzdem ist der Bann noch immer nicht gebrochen, was für eine gewisse Unruhe im Kader sorgt. „Natürlich ist das in der Mannschaft ein Thema“, gestand Schmidt, der nun auf einen erlösenden Sieg hofft.

„Es wird die Frage sein, welche Mannschaft freier und selbstbewusster wird spielen können“, erklärte der Coach, unter dem man noch kein Spiel gewann, aber drei Unentschieden in vier Partien holte.

Ob der aktuellen Resultate sollte das Selbstvertrauen bei der Admira größer sein. Während die Hartberger Bilanz aus den vergangenen zehn Runden bei je fünf Niederlagen und Unentschieden steht, reichte es für die Admira in den jüngsten sechs Partien immerhin zu neun Punkten.

Admira seit vier Spielen ungeschlagen

Seit vier Matches ist die Truppe von Trainer Andreas Herzog bereits ungeschlagen, zuletzt gab es drei Remis in Folge. „Meine Mannschaft hat in den letzten Spielen gut funktioniert, und das erwarte ich mir auch in Hartberg. Es sind nur mehr sechs Runden, jedes Match ist richtungsweisend“, sagte der ÖFB-Rekordinternationale. Sein Club liegt nur jeweils zwei Punkte vor Hartberg und dem Vorletzten Altach.

Bundesliga, 27. Runde

Samstag, 17.00 Uhr:

Hartberg – Admira

Profertil Arena, SR Grobelnik

Mögliche Aufstellungen:

Hartberg: Swete – Farkas, Erhardt, Rotter, Gollner, Klem – Kainz, Diarra, Heil – Lemmerer, Paintsil

Admira: Leitner – Zwierschitz, Bauer, Schmiedl, Ostrzolek – Kerschbaum, Malicsek – Gattermayer, Surdanovic, Vodhanel – Ristanic

„Wir spielen jetzt gegen einen Gegner, der in der Tabelle hinter uns liegt, und so soll es auch nach der Begegnung bleiben. Wir müssen von Beginn an ins Spiel kommen und unsere Qualitäten auf den Platz bringen – dann können wir in Hartberg gewinnen“, erklärte Herzog.

Schmidt trifft auf Ex-Club

Der frühere Bayern- und Bremen-Legionär trat bei der Admira im Sommer die Nachfolge von Schmidt an. Dessen Abgang von den Südstädtern war mit großen Emotionen verbunden und wirkt noch immer nach.

„Ich habe versucht, das Spiel am Samstag so lange wie möglich als neutrales Spiel zu sehen, doch in den letzten Tagen werde ich immer wieder damit konfrontiert, dadurch kommt die eine oder andere Geschichte wieder raus“, erzählte Schmidt, relativierte aber auch: „In ihrer letzten Startaufstellung waren noch vier oder fünf, die bei mir gespielt haben. Daher wird mir die Geschichte allein aufgrund dieser Situation einfacher gemacht.“

Ried mit spezieller Heimserie gegen WSG

Die SV Ried verteidigt zeitgleich gegen die WSG Tirol nicht nur ihre knappe Führung in der Qualigruppe, sondern auch ihre Heimserie gegen die WSG. Man hat in der Bundesliga und in der 2. Liga daheim gegen Wattens eine makellose Siegbilanz. Zuletzt gab es gegen die Truppe von Trainer Thomas Silberberger am 19. Februar ein 3:2 vor den eigenen Fans.

Die Tiroler konnten ihrerseits im Herbst das erste Saisonduell mit den Oberösterreichern in Innsbruck mit 4:2 für sich entscheiden. Die beiden Rieder Treffer erzielte damals Seifedin Chabbi, der gegen Hartberg nach seiner in der Wintervorbereitung erlittenen Ellenbogenverletzung eingewechselt wurde und somit sein Comeback gab.

Bundesliga, 27. Runde

Samstag, 17.00 Uhr:

Ried – WSG Tirol

Josko-Arena, SR Gishamer

Mögliche Aufstellungen:

Ried: Sahin-Radlinger – Wießmaier, Meisl, Plavotic, Pomer – Stosic, Ziegl – Bajic, Satin, Nene – Mikic

WSG: F. Oswald – Koch, Behounek, Bacher, Schulz – Müller, Blume – Rogelj, Ogrinec, Prica – Vrioni

Ried-Coach Robert Ibertsberger, der auf Stefan Nutz nach dessen Platzverweis gegen Hartberg verzichten muss, warnte. „Uns erwartet nicht nur ein physisch, sondern auch ein spielerisch starkes Team, wenn man es spielen lässt. Wir müssen die Kontrolle bekommen, Chancen kreieren, diese auch entschlossen verwerten. Wer das erste Tor schießt, wird im Vorteil sein.“

WSG hat Aufholbedarf

Beide Mannschaften halten in der Qualigruppe nach vier Runden bei je einem Sieg, einem Remis und zwei Niederlagen. Die WSG hat in diesen vier Spielen ein dürftiges Torverhältnis von 1:9 erzielt, was deutliche Defizite vorne wie hinten dokumentiert. Auch im Innviertel wachsen die Trauben hoch, ist Coach Silberberger bewusst. „Wir haben da schon im Frühjahr nicht wirklich gut ausgesehen. Uns erwartet eine brennende Hütte, ein motivierter und extrem schwer zu bespielender Gegner. Es wird ein richtiges Qualifikationsgruppenmatch, bei dem nahezu jeder Ausgang möglich ist: 1, 2 oder X“, so der 48-Jährige.

„Wer die weniger leichtfertigen Fehler macht, geht als Sieger vom Platz“, ist sich Silberberger sicher. Fehleranfälligkeiten hatten jedoch zuletzt dafür gesorgt, dass der Tiroler Vorsprung auf die Rote Laterne auf einen Zähler geschmolzen ist. Den Blick richtet der Trainer dennoch lieber nach oben. „Wir wollen aus dem Ried-Doppel als Sieger des direkten Duells hervorgehen, weil wir dann am Ende des Tages bei Punktegleichheit vorgereiht werden.“