Ferdinand Feldhofer (Rapid)
GEPA/Daniel Schoenherr
Bundesliga

Rapid hat im Play-off „alle Chancen“

Rapid peilt am Sonntag (17.00 Uhr) im Europacup-Play-off-Rückspiel der Admiral Bundesliga gegen die WSG Tirol das Minimalsaisonziel an. Mit einem 2:1-Vorsprung aus dem ersten Duell soll vor eigenem Publikum die Teilnahme an der zweiten Runde der UEFA Europa Conference League fixiert werden. „Wir haben zur Halbzeit einen Vorsprung, das eröffnet uns alle Chancen“, sagte Trainer Ferdinand Feldhofer.

Auch die Statistik spricht für die Hütteldorfer. Die jüngsten fünf Duelle mit den Wattenern haben die Grün-Weißen allesamt gewonnen, zudem setzte sich in den drei bisherigen Play-off-Auflagen immer jene Mannschaft durch, die das Hinspiel für sich entschieden hatte. Nicht gerade für Rapid spricht allerdings die Personalsituation. Neben den Langzeitverletzten meldeten sich mit Srdjan Grahovac, Kelvin Arase und Filip Stojkovic drei Spieler mit Gründen ab, die für die Hütteldorfer nicht wirklich nachvollziehbar waren.

Vor allem Stojkovic zog sich den Unmut von Rapid zu – er feierte am Donnerstag laut „Kurier“ im Maracana-Stadion von Belgrad den Cupsieg seines Ex-Clubs Roter Stern, während sein Noch-Arbeitgeber gleichzeitig in Innsbruck gegen die WSG kickte. Die Hütteldorfer lösten den noch bis Ende Juni laufenden Vertrag des Rechtsverteidigers daraufhin fristlos auf.

Rapid will gegen Tirol auf Sieg spielen

Rapid Wien geht am Sonntag als Favorit ins Europacup-Play-off-Rückspiel gegen die WSG Tirol. Nach dem 2:1-Sieg auswärts wollen die Hütteldorfer daheim trotz Personalsorgen auf Sieg spielen – allerdings ohne dabei alles zu riskieren.

„Jetzt geht es nur um das Ergebnis“

Umso zufriedener war Feldhofer, dass es auch ohne viele gestandene Profis zu einem Erfolg in Tirol reichte. „Die Spieler haben ihren Job erledigt und haben es sich verdient, jetzt noch einmal vor unseren tollen Fans zu spielen.“ Mit Blick auf die makellose Bilanz gegen die WSG meinte der Steirer: „Der Gegner liegt uns vielleicht irgendwie, aber in K.-o.-Spielen interessiert keinen mehr, was war. Jetzt geht es nur um das Ergebnis, darum, Europa zu schaffen.“

Bundesliga, Play-off-Finale, Rückspiel

Beginn 17.00 Uhr:

Rapid – WSG Tirol

Wien, Allianz Stadion

Mögliche Aufstellungen:

Rapid: Gartler – Fallmann, Querfeld, K. Wimmer, Moormann – Aiwu, M. Oswald – Grüll, Knasmüllner, Auer – Zimmermann

WSG: F. Oswald – Koch, Behounek, Stumberger – Rogelj, Müller, Ertlthaler, Blume, Skrbo – Sabitzer, Vrioni

Hinspiel: 2:1

Vor der WSG zeigte Feldhofer Respekt. „Sie sind sehr effizient, machen aus sehr wenig sehr viel. Auch am Donnerstag haben sie aus der ersten Chance ein Tor gemacht“, erklärte der 42-Jährige. „Wir müssen über die ganze Distanz sehr konzentriert spielen, wollen schnellstmöglich das Spiel in unsere Richtung lenken, dürfen aber auch nicht in Konter laufen, das wäre sehr naiv.“

Dichtes Programm bis zur WM möglich

Sollte Rapid die Hürde WSG nehmen und im Sommer tatsächlich drei Qualirunden in der Conference League überstehen, würde man von Ende Juli bis Anfang November, wenn die WM-Pause beginnt, zwölf Europacup-Partien absolvieren. In diesem Fall gäbe es mit Ausnahme der Länderspielpause Ende September praktisch ausschließlich englische Wochen.

Trotzdem stellte Geschäftsführer Sport Zoran Barisic schon jetzt klar: „Wenn wir uns für den Europacup qualifizieren, wird das Wort Doppel- oder Dreifachbelastung trotzdem nicht mehr in den Mund genommen.“ Der Wiener kündigte für die kommende Saison weitere Zugänge an, betonte aber auch, man werde den Weg mit jungen Eigenbauspielern konsequent fortsetzen.

Feldhofer wünscht sich ausgeglichenen Kader

Bisher wurden die Verpflichtungen von Nicolas Kühn, Patrick Greil und Roman Kerschbaum unter Dach und Fach gebracht, wobei Letzterer wegen einer Sprunggelenksverletzung noch wochenlang ausfallen dürfte. Als Kandidat gilt unter anderen Guido Burgstaller. Feldhofer wünscht sich einen „großen und ausgeglichenen Kader“, der beim Trainingsstart – der für 13. Juni geplante Auftakt wird um einige Tage nach hinten verschoben – zu 95 Prozent stehen sollte. Außerdem hofft der Ex-Teamspieler in der kommenden Saison auf deutlich weniger Verletzte als in dieser Spielzeit.

Warum es so viele Ausfälle gab, ist Gegenstand von clubinternen Untersuchungen, die noch nicht ganz abgeschlossen sind. Erste Erkenntnisse gibt es bereits – unter anderem sollen die hohe Anzahl von Spielen und die ständige Drucksituation ihren Beitrag zur langen Verletztenliste geleistet haben. Auch die Trainingssteuerung wird durchleuchtet. „Wir werden alles schonungslos analysieren und müssen die richtigen Schlüsse daraus ziehen“, erklärte Barisic.