jubelnde ÖFB-Spieler
GEPA/Johannes Friedl
Nations League

Spieler nach 3:0-Coup zurückhaltend

Nach dem 3:0-Sieg zum Auftakt der UEFA Nations League in Kroatien waren Österreichs Teamspieler bemüht, den Erfolg gegen den Vizeweltmeister nicht hochzujubeln. Der Start unter Teamchef Ralf Rangnick ist aber mehr als geglückt. Einigen Akteuren hat der Trainerwechsel neue Chancen eröffnet oder die Rückkehr ins Team ermöglicht.

„Es ist nicht alltäglich, dass man gegen Kroatien auswärts 3:0 gewinnt“, betonte Xaver Schlager. „Wir müssen das Spiel aber auch richtig einordnen. Wenn die 1:0 führen, geht das Spiel ganz anders aus.“ Man habe die Kroaten keineswegs an die Wand gespielt. „Wir freuen uns alle, sind hochzufrieden. Wir haben aber sicherlich Luft nach oben“, sagte der Wolfsburg-Legionär. „Mit der kurzen Vorbereitungszeit war das Pressing noch nicht ideal. Es gibt noch genug zu verbessern.“

Schlager scheint wie sein früherer Salzburg-Kollege Konrad Laimer im Zentrum prädestiniert für Rangnicks aktive Spielidee zu sein. „Es ist sehr gut für den österreichischen Fußball, dass wir so einen super Trainer haben“, sagte der 24-Jährige. Der gelungene Start gebe Selbstvertrauen. „Unser Ziel ist es, dass wir in der Liga A bleiben.“ Der nächste Schritt zum Klassenerhalt in der Elite der Nations League soll am Montag in Wien gegen den EM-Halbfinalisten Dänemark gelingen. Schlager: „Sie sind ein super Team, aber kein Gegner ist unschlagbar.“

Traumdebüt macht Lust auf mehr

Der erste Sieg einer ÖFB-Nationalmannschaft gegen Kroatien sorgt für Aufbruchsstimmung.

„Es war der perfekte Start“

Das stellten die Österreicher gegen die davor neun Partien ungeschlagenen Kroaten unter Beweis. „Wir sind sehr zufrieden, auch mit der Art und Weise“, betonte Torschütze Michael Gregoritsch. „Es war der perfekte Start. Wir nehmen das alles mit als großen Schwung. Wir haben eine super Gemeinschaft, alle haben Spaß miteinander.“ Er selbst erhielt als Ersatz für den angeschlagen ausgetauschten Marko Arnautovic etwas überraschend den Vorzug gegenüber Sasa Kalajdzic. „Ich weiß, was ich kann“, betonte Gregoritsch. Wichtiger als Anerkennung der österreichischen Öffentlichkeit sei, dass das auch der Trainer sehe.

Michael Gregoritsch (AUT) in Aktion
GEPA/Johannes Friedl
Gregoritsch erhofft sich nach seinem starken Auftritt mehr Einsätze

Den sehenswerten Assist zu Gregoritschs Treffer lieferte der schon in der ersten Hälfte zum Außenspieler umfunktionierte Maximilian Wöber. „Ein bisschen offensives Blut habe ich noch in mir“, sagte der Salzburg-Verteidiger, dem Rangnick zu seinem ersten A-Länderspiel seit 2019 verhalf. Erst mit der Umstellung von einer Dreier- auf eine Viererabwehrkette habe man wirklich gut in die Partie gefunden. Auf der Position links musste der Teamchef experimentieren. Wöber: „Ich habe gewusst, dass ich Linksverteidiger auch sehr gut spielen kann. Ich denke, das habe ich gezeigt. Defensiv war das eine super Teamleistung.“

Frischer Wind für kommende Aufgaben

Ähnlich sah es Gernot Trauner, der in Abwesenheit von David Alaba, Martin Hinteregger und Philipp Lienhart den Abwehrchef gab. „Wir haben clever agiert. Im Großen und Ganzen war es ein sehr reifer Auftritt.“ Aufgrund der Hitze und der kurzen Urlaube nach einer langen Saison hätte man nicht verlangen können, über 90 Minuten zu pressen. „Wir haben das situativ sehr gut gemacht“, sagte der Europacup-Finalist mit Feyenoord Rotterdam. „Wenn wir uns noch steigern können, kann das eine erfolgreiche Zeit werden.“

Trauner, unter Rangicks Vorgänger Franco Foda über ein Jahr lang nicht einberufen, will seinen Teil dazu beitragen. „Wir haben einen sehr breiten Kader.“ Das neue Trainerteam habe für frischen Wind gesorgt. „Wir freuen uns, dass eine gewisse Euphorie da ist. Wir werden weiterhin hart arbeiten, damit wir die restlichen Spiele noch erfolgreich absolvieren können.“ Vier Tage nach dem Dänemark-Heimspiel wartet ebenfalls in Wien ein Duell mit Weltmeister Frankreich, ehe es zum Abschluss der Länderspieleinheit noch nach Dänemark geht.

Rangnick hat angekündigt, allen drei einberufenen Torhütern Spielzeit zu geben. „Ich bin froh, dass ich die Chance bekommen habe“, sagte der in Kroatien eingesetzte Heinz Lindner. „Und meiner Meinung nach habe ich sie auch genutzt. Ich glaube, dass ich meine Sache in der Schweiz die ganze Saison sehr gut gemacht habe.“ Dennoch stehen die Zeichen beim FC Basel laut Lindner auf Abschied. Vorerst zählt für den 31-Jährigen ohnehin nur das Nationalteam. Rangnick habe die ÖFB-Auswahl hervorragend auf Kroatien vorbereitet. „Ich hoffe, dass wir auch gegen Dänemark so gut aufgestellt auf den Platz gehen.“