Robin Valentin Seidl und Philipp Waller (AUT)
GEPA/Matic Klansek
Beachvolleyball-WM

ÖVV-Quartett greift in Außenseiterrolle an

Mit einem Jahr Verspätung bittet Rom ab Freitag zur Weltmeisterschaft. Die italienische Hauptstadt ist als erster Austragungsort zum zweiten Mal Gastgeberin der Titelkämpfe. Im Foro Italico ist der Österreichische Volleyballverband (ÖVV) mit vier Paaren – eines bei den Frauen, drei bei den Männern – vertreten. Das Erreichen der K.-o.-Runde hat für das Quartett die oberste Priorität.

2011 war Rom zum ersten Mal Gastgeberin der Weltmeisterschaft. Nach der coronavirusbedingten Verschiebung um ein Jahr erfolgt nun elf Jahre später die Neuauflage. Für Österreich sind neben Katharina Schützenhöfer und Lena Plesiutschnig die Herren-Duos Robin Seidl/Philipp Waller und Martin Ermacora/Moritz Pristauz sowie Alexander Huber/Christoph Dressler am Start.

Titelverteidigerinnen sind Sarah Pavan und Melissa Humana-Paredes aus Kanada, sowie die Russen Wjatscheslaw Krasilnikow und Oleg Stojanowski. Zu den Favoriten gehören aber auch die norwegischen Olympiasieger und vierfachen Europameister Anders Mol und Christan Sörum.

Athleten beim aufwärmen während des IVB Beach Volleyball World Championshipsin im Foro Italico, in Rom
APA/AFP/Filippo Monteforte
Im altehrwürdigen Foro Italico ist alles für die „Beachparty“ bereit

Die Gruppenphase läuft bis Montag, die Top zwei jeder Gruppe und die vier besten Dritten steigen auf. Die übrigen acht Dritten spielen sich am Dienstag die vier verbleibenden Plätze im Sechzehntelfinale aus. Ab da wird jeden Tag eine Turnierstufe absolviert, bis es am Sonntag nächster Woche um Gold, Silber und Bronze geht.

Top-Ten-Platz als Minimalziel

Die Weltranglistenpositionen und bisherigen Saisonleistungen lassen jedenfalls Ergebnisse wie 2017 erwarten, als Clemens Doppler und Alexander Horst daheim in Wien sensationell Silber holten. Auch die Viertelfinal-Teilnahmen bzw. jeweils Rang fünf von Doris und Stefanie Schwaiger in den Jahren 2009 und 2013 waren eine Überraschung. Zuletzt in Hamburg 2019 holten Seidl/Waller den jüngsten von bisher acht neunten ÖVV-Plätzen.

Das Duo ist in Rom als Nummer 16 gesetzt und trägt neben dem als 18. gesetzten Gespann Ermacora/Pristauz die größten Hoffnungen auf einen Spitzenplatz. Der seit Ende 2021 als Österreichs Männer-Chefcoach amtierende Martin Olejnak sieht diese zwei ÖVV-Paare auch in recht ausgeglichenen Gruppen. Der Aufstieg in die K.-o.-Phase sei nur das erste Ziel. „Da fängt nämlich der Spaß erst richtig an. Es wird auf die Tagesverfassung ankommen, wie weit unsere Duos schlussendlich kommen.“ Als Minimalziel hat der ÖVV einen Top-Ten-Rang ausgegeben.

Moritz Pristauz und Martin Ermacora (AUT)
GEPA/Daniel Goetzhaber
Ermacora (vorne) und Partner Pristauz zeigten heuer mit Platz drei in Doha auf

Ermacora/Pristauz sehen sich unter Olejnak jedenfalls im Aufwind. „Wir merken einfach beide, dass was weitergeht, und das motiviert extrem und gibt Selbstvertrauen“, ließ Pristauz der APA wissen. Der Weg der EM-Dritten 2019 stimme, ebenso wie die bisherigen Saisonergebnisse. Ungeachtet einer schwierigen Gruppe sieht der Steirer sich und seinen Partner gestärkt: „Wenn wir gut reinkommen, denke ich, dass keiner gerne gegen uns spielt.“

Frauen-Duo klarer Außenseiter

Bei den Frauen gelten Schützenhöfer und Plesiutschnig trotz des Auftakterfolgs gegen die Tschechinnen Barbora Hermannova und Martina Williams als klare Außenseiterinnen. Gegen sie sprechen eine schwierige Auslosung und bisher schwache Saisonergebnisse. „Aufgrund von Verletzungen und Krankheit konnten wir nicht unsere Leistung abrufen. Mit einer guten Leistung ist der Gruppenaufstieg sicher machbar“, wurde das Duo zitiert.

ÖVV-Frauen-Chefcoach Martin Plessl traut seinen Schützlingen in Gruppe B sogar eine Überraschung gegen die als Nummer zwei gesetzten Brasilianerinnen Duda/Ana Patricia zu. „In den ersten Runden spielen Duda/Ana Patricia manchmal noch nicht auf ihrem höchsten Niveau und sind dann anfällig.“ Gegen Hermannova/Williams gewannen die Österreicherinnen am Freitag mit 2:0.