Andrew Wiggins (Golden State Warriors) gegen Al Horford (Boston Celtics)
Reuters/USA TODAY Sports/Ezra Shaw
Basketball

Warriors fehlt noch ein Sieg zum NBA-Titel

Den Golden State Warriors fehlt in den NBA-Finals nur noch ein Sieg zum Titel in der besten Basketballliga der Welt. Trotz eines schwachen Abends von Superstar Stephen Curry holten die Warriors in Spiel fünf am Montagabend (Ortszeit) ein hart erarbeitetes 104:94 gegen die Boston Celtics. Nach dem Heimsieg können sie den siebenten Titel ihrer Geschichte nun mit einem Erfolg am Freitag (3.00 Uhr MESZ) in Boston besiegeln.

Anders als so oft waren die Warriors sofort im Spiel und zogen schon im ersten Viertel auf bis zu 16 Punkte Vorsprung davon. Bei den Celtics klappte in der ersten Halbzeit kaum etwas, keiner der ersten acht Würfe für einen Dreier ging hinein. Nach der Pause aber waren die Gäste im Spiel und gingen beim 58:55 erstmals selbst in Führung, als acht Dreier in Serie den Weg ins Ziel fanden.

Curry hatte einen vergleichsweise schwachen Abend. „Selbst für den besten Schützen der Welt gibt es solche Spiele. Zum Glück nicht so oft“, sagte Warriors-Trainer Steve Kerr. Nur sieben seiner 22 Versuche traf Curry, drei Tage nach seiner 43-Punkte-Gala in Boston waren es vor den heimischen Fans lediglich 16 Zähler. „Natürlich stört es mich als Spieler. Man will das Game auf seine Weise beeinflussen. Zum Glück ist es nicht das Einzige, was man da draußen auf dem Platz macht“, so Curry. Er sei aber noch nie glücklicher gewesen nach einem Abend mit null Dreiern. Vor allem, weil die anderen Spieler eingesprungen seien, um das Spiel zu gewinnen.

Warriors fehlt noch ein Sieg zum NBA-Titel

Warriors in Topform

Dass die Celtics trotzdem schon im ersten Viertel mit 16 Punkten hinten lagen und ihnen selbst eine überragende Aufholjagd im dritten Viertel mit bis zu fünf Punkten Vorsprung nicht reichte, wirkte unmittelbar nach dem Duell im Chase Center wie eine Vorentscheidung. „Das war mehr als nur ein Lauf, die haben quasi das ganze Viertel dominiert – dass wir trotzdem mit einer Führung ins letzte Viertel gegangen sind, war riesig.“ Jordan Poole hatte bei auslaufender Uhr getroffen.

Die Botschaft, die alle hörten: Auch ohne Curry in Topform können die Warriors Boston schlagen. Insbesondere Andrew Wiggins hatte einen starken Abend und begeisterte die lauten Fans im Chase Center offensiv wie defensiv. 26 Punkte verbuchte er, zwölf seiner 13 Rebounds holte er in der Abwehr, dazu kamen zwei Steals. Klay Thompson hatte 21 Punkte, Gary Payton II kam auf 15, Poole auf 14. „Ich kann diese Liste komplett vorlesen – der ganze Kader hat seinen Teil beigetragen“, sagte Thompson.

Die Zuversicht bei den Warriors ist nach der Niederlage zum Auftakt nun groß. „Ich habe mich noch nie so sehr darauf gefreut, nach Boston zu kommen“, sagte Thompson. Curry ergänzte: „Die Tatsache, dass wir mit einem weiteren Sieg die Aufgabe erfüllen können, ist aufregend.“ Die Warriors hoffen auf den siebenten Titel ihrer Geschichte und den ersten seit 2018.

Celtics patzen

Während sich die finalerprobten Warriors von den Fans feiern lassen konnten, schlichen die Celtics niedergeschlagen und frustriert vom Parkett. „Es geht für uns um Beständigkeit und das haben wir nicht für ein ganzes Spiel“, kritisierte Celtics-Trainer Ime Udoka, der erneut komplett auf Theis verzichtete.

Vor allem die vielen – 18 – Ballverluste schmerzten die Gäste enorm. Golden State hatte lediglich sechs. „Wir sind alle frustriert über den heutigen Abend, aber die gute Nachricht ist: Wir waren schon in dieser Situation und haben es geschafft. Also lasst uns das wieder machen“, sagte Udoka. Bereits in den Runden zuvor waren die Celtics nur eine Niederlage vom Aus entfernt und kamen dennoch in die Finals.

NBA Play-off 2022

Finale

Golden State Warriors Boston Celtics 4:2*
02.06. Golden State Boston 108:120
05.06. Golden State Boston 107:88
08.06. Boston Golden State 116:100
10.06. Boston Golden State 97:107
13.06. Golden State Boston 104:94
16.06. Boston Golden State 90:103
* Endstand in der "Best of seven"-Serie