Mikko Rantanen (Colorado Avalanche) und Brandon Hagel (Tampa Bay Lightning)
Reuters/USA Today Sports/Geoff Burke
NHL

Colorado hat eine Hand an Stanley Cup

Die Mannschaft der Colorado Avalanche hat seit Mittwochabend (Ortszeit) eine Hand am Stanley Cup. Das Team aus Denver entschied das vierte Finalspiel der National Hockey League (NHL) bei Titelverteidiger Tampa Bay Lightning nach einem spannenden Schlagabtausch mit 3:2 in der Verlängerung für sich. Damit fehlt Colorado nur noch ein Sieg zum Titel. Der entscheidende Treffer im vierten Spiel war dabei genauso umstritten wie filmreif.

Nazem Kadri erzielte nach exakt 12:02 Minuten der Verlängerung in seinem ersten NHL-Finalspiel überhaupt das Siegestor und sorgte dafür, dass Colorado in der „Best of seven“-Serie mit 3:1 in Führung liegt. Davor hatten Anthony Cirelli – nach nur 36 Sekunden – und Victor Hedman (31.) die Gastgeber zweimal in Führung gebracht, Nathan McKinnon (26.) und Andrew Cogliano (43.) war aber jeweils der Ausgleich für Avalanche gelungen.

In der Nacht auf Samstag kann die „Lawine“ nun auf eigenem Eis den dritten Titel der Clubgeschichte und den ersten seit 2001 unter Dach und Fach bringen. Tampas Traum vom dritten Titel in Serie ist hingegen in weite Ferne gerückt. Die „Blitze“ aus Florida benötigen ein sportliches Wunder. In 36 Versuchen konnte erst ein Team einen derartigen Rückstand im Finale umdrehen: 1942 drehten die Toronto Maple Leafs ein 0:3 gegen die Detroit Red Wings noch um.

Nazem Kadri (Colorado Avalanche) erzielt das entscheidende Tor gegen Tampa Bay Lightning
Reuters/USA Today Sports/Mark J. Rebilas
Kadri (M.) brachte Colorado mit einem präzisen Schuss unter die Latte dem Stanley Cup ganz nahe

„Das war ein großartiger Sieg“, jubelte Matchwinner Kadri, der seit dem dritten Spiel des Halbfinales verletzt pausiert hatte und seinen ersten Einsatz in einem NHL-Finale überhaupt absolvierte. „Ich habe mein ganzes Leben darauf gewartet, es war an der Zeit, dass ich an der Party teilnehme.“ Dabei herrschte nach dem erfolgreichen Konter und dem satten Schuss des 31-Jährigen kurz Verwirrung. Denn der Puck war unter der Latte im Tornetz hängen geblieben und war für den in der Nähe stehenden Referee nicht gleich zu entdecken.

Tampa-Ärger über Schiedsrichter

Aber nicht nur der vermeintlich „verschwundene“ Puck sorgte für Kopfschütteln auf der Lightning-Bank, sondern auch eine aus ihrer Sicht übersehene Strafe gegen Colorado. Für Tampas Trainer Jon Cooper hatte der Gegner beim entscheidenden Tor einen Spieler zu viel auf dem Eis. Die Pfeifen der Schiedsrichter blieben jedoch stumm, und Kadri durfte zum Sieg einschießen.

Dem Meistertrainer der vergangenen beiden Saisonen war der Frust über die übersehene Strafe nach dem Spiel deutlich anzusehen. „Wir sitzen alle in einem Boot, Spieler, Trainer, Referees, aber das (der Ausgang, Anm.) tut mehr weh als vieles andere“, sagte Cooper. Am meisten Mitleid habe er mit seinen Spielern, so der 54-Jährige, der nur eine einzige Frage bei der obligaten Medienrunde zuließ: „Wahrscheinlich würden wir jetzt noch immer spielen.“

National Hockey League

Finale

Colorado Tampa Bay 4:2*
15.06. Colorado Tampa Bay 4:3 n.V.
18.06. Colorado Tampa Bay 7:0
20.06. Tampa Bay Colorado 6:2
22.06. Tampa Bay Colorado 2:3 n.V.
24.06. Colorado Tampa Bay 2:3
26.06. Tampa Bay Colorado 1:2
* Endstand in der "Best of seven"-Serie