OSV-Schwimmer Felix Auböck
GEPA/Philipp Brem
Schwimm-EM

Auböck peilt nächste Medaille an

Mit dem Motivationsschub des ersten Medaillengewinns über 200 m Kraul geht es für Felix Auböck am Mittwoch bei der Langbahn-EM in Rom ins Rennen über 400 m Kraul. Auf seiner Paradestrecke peilt der Kurzbahn-Weltmeister, der bei Olympia wie auch im Juni bei der WM Vierter wurde, seine insgesamt zweite EM-Medaille über diese Strecke nach Silber 2021 an. Die Chancen dafür stehen jedenfalls gut.

Auböck will sich über 400 m Kraul auf sich selbst und auf sein Rennen konzentrieren, das hat ihm schon auf dem 200er ein überaus starkes Finish und Rang drei eingebracht. Da er auf dem 200er WM-Fünfter war und sich damit dieses Jahr ein zweites Standbein geschaffen hat, nimmt ihm das Druck von den 400 m: „Es macht einen großen Unterschied. Jetzt habe ich eine Medaille.“ Der letztlich nur um 0,29 Sekunden verpassten Silbermedaille trauerte der 25-jährige Niederösterreicher überhaupt nicht nach: „Nachdem ich schon so oft Vierter war, nehme ich jede Bronzemedaille.“

Über 400 m Kraul soll es mit einer weiteren Medaille klappen. Im Vorfeld der EM hatte Auböck Vizeweltmeister Lukas Märtens als 400-m-Favoriten bezeichnet. Der Deutsche überzeugte in Rom bereits mit 800-m-Silber, wurde über 200 m eine knappe Sekunde hinter dem OSV-Ass aber nur Siebenter. Die Schwimmelite sollte für 400 m Kraul allerdings noch einen anderen Namen auf dem Zettel haben: David Popovici.

Der Ausnahmeschwimmer aus Rumänien hat in der italienischen Hauptstadt bisher die EM-Titel über 100 und 200 m Kraul mit 0,61 Sekunden bzw. 2,63 Sekunden Vorsprung gewonnen. Der 17-Jährige verbesserte dabei einerseits in 46,86 Sekunden den 13 Jahre alten 100-m-Weltrekord des Brasilianers Cesar Cielo Filho. Über 200 m schwamm er eine Zeit von 1:42,97 Minuten, damit blieb er erst als dritter Athlet unter 1:43 Minuten. Nur Paul Biedermann (GER/1:42,00) und Michael Phelps (USA/1:42,96) waren jemals schneller. Allerdings war das 2009 in Rom bzw. 2008 bei Olympia, damals waren noch Ganzkörperanzüge erlaubt.

Der rumänische Schwimmer David Popovici
APA/AFP/Alberto Pizzoli
Popovici gewann bereits EM-Gold über 100 und 200 m Kraul, auch über 400 m Kraul ist mit dem 17-Jährigen zu rechnen

Popovici über 400 m unbekannter Gegner

Abzuwarten bleibt, was von Popovici über 400 m Kraul zu erwarten ist, da diese Strecke für den rumänischen Jungstar Neuland ist. Seine Bestzeit ist er am 20. Dezember 2019 mit 3:58,10 Minuten geschwommen, damals war er 15 Jahre alt. Auböcks österreichischer Rekord ist mit 3:43,58 Minuten knapp 15 Sekunden schneller, der Weltrekord von Biedermann steht bei 3:40,07.

Der 25-Jährige traut Popovici jedenfalls viel zu: „Mit 1:43 über 200 m sollten 3:44 für ihn über 400 m kein Problem sein“, lautete seine Einschätzung. „Ich denke, da kann man sich sehr viel erwarten.“

Da er keine Nennzeit stehen hat, muss Popovici im ersten von fünf Vorläufen antreten, gegen einen Luxemburger und einen Albaner mit Bestzeiten jenseits der Vier-Minuten-Marke. Der Doppelwelt- und -europameister muss also wohl im Alleingang zu einem Top-Acht-Platz schwimmen, um in der letzten EM-Finalsession dabei zu sein. Sollte ihm der Einzug in den Endlauf gelingen, kann mit dem 1,90-m-Mann aus Bukarest zu rechnen sein.