„Er war hervorragend. Er ist vorangegangen und hat alle anderen mitgerissen. Der war nicht zu bremsen“, sagte Mainz-Sportdirektor Martin Schmidt. Dabei war der Jahresauftakt für Onisiwo wie für seinen Club gar nicht besonders gut verlaufen. Einem 1:1 in Stuttgart folgte ein 1:2 gegen Dortmund – jeweils mit überschaubaren Leistungen. Trainer Bo Svensson setzte dennoch weiter auf den athletischen Angreifer, der in den Niederungen des Wiener und Salzburger Amateurfußballs groß geworden ist.
„Ich habe nach der Kritik versucht, Gas zu geben. Das habe ich geschafft“, meinte Onisiwo nach seinem Dreierpack. In der WM-Pause hatte ihm eine Zehenverletzung zu schaffen gemacht. Nun ist er wieder obenauf. „Ich hoffe, das war der Dosenöffner. Ich möchte weiter so für die Mannschaft performen.“ Mainz liegt als Tabellenelfter im gesicherten Mittelfeld. Onisiwo ist mit mittlerweile 48 Torbeteiligungen (29 Tore und 19 Assists) Rekordhalter des Clubs in der Bundesliga.
Erster Dreierpack eines ÖFB-Legionärs seit 2012
Sein Dreierpack war der erste eines ÖFB-Legionärs in der deutschen Bundesliga seit mehr als zehn Jahren. Marko Arnautovic hatte im Dezember 2012 beim 4:1 von Werder Bremen gegen 1899 Hoffenheim in dreifacher Ausführung getroffen. Laut „kicker“-Angaben ist Onisiwo, dessen Vater wie jener von David Alaba aus Nigeria stammt, der erst siebente Österreicher der Geschichte, dem das Kunststück in der deutschen Bundesliga gelang.
Onisiwo, in Wien-Favoriten neben dem FavAC-Platz aufgewachsen, war nach zwei Jahren bei Austria Salzburg und eineinhalb beim SV Mattersburg im Jänner 2016 nach Mainz übersiedelt. Dem Wechsel war ein Vertragsstreit mit den Mattersburgern vorausgegangen. Mit dem ÖFB-Nationalteam unterhielt der Stürmer jahrelang eine On-Off-Beziehung. In 20 Länderspielen steht ein Tor zu Buche. Sofern er fit war, wurde der 1,88-Meter-Mann von Neo-Teamchef Ralf Rangnick im Vorjahr aber immer einberufen.
Onisiwo fühlt sich „als Freigeist“ wohl
Geht es nach Onisiwo, dann soll das so bleiben. Bei seiner Gala gegen Bochum profitierte er auch von seinem neuen Sturmpartner Ludovic Ajorque. Der 1,97-m-Hüne sicherte viele Bälle, verteilte sie geschickt und ermöglichte seinem Nebenmann die Chance, in etwas anderer Rolle in die Schnittstellen zu sprinten. „Ich fühle mich wohl, wenn ich mich in den Räumen als Freigeist frei bewegen kann und nicht so statisch spiele“, sagte Onisiwo. „Ich hoffe, dass es so weitergeht.“

Denn bereits am Mittwoch (20.45 Uhr) wartet das Achtelfinale im DFB-Pokal gegen Bayern München. „Das wird ein ganz anderes Spiel werden“, meinte Onisiwo. Die Mainzer haben ihre beiden vergangenen Pflichtspiele gegen den Serienmeister im eigenen Stadion gewonnen. Zudem sind die Bayern nach drei 1:1 im Jahr 2023 noch ohne Sieg. Onisiwo blieb dennoch auf dem Boden. Man müsse eine Leistung wie gegen Bochum bringen „und noch mehr, damit wir überhaupt eine Chance haben zu bestehen“.
Deutsche Bundesliga, 18. Runde
Freitag:
Leipzig – Stuttgart 2:1 (1:0)
Tore: Szoboszlai (25., 49.) bzw. Führich (68./Elfmeter)
Leipzig: Schlager spielte durch, Laimer ab der 69. Minute
Samstag:
Mainz – Bochum 5:2 (3:0)
Tore: Lee (1.), Widmer (17.), Onisiwo (28., 57., 87.) bzw. Kunde (70.), Masovic (72.)
Mainz: Onisiwo spielte durch
Bochum: Stöger bis zur 45. Minute
Bremen – Wolfsburg 2:1 (1:0)
Tore: Füllkrug (24./Elfmeter, 77.) bzw. Paredes (90.)
Bremen: Friedl spielte durch
Wolfsburg: Wimmer bis zur 82. Minute, Pervan auf der Bank
Hertha BSC – Union Berlin 0:2 (0:1)
Tore: Doekhi (44.), Seguin (67.)
Union: Trimmel spielte durch
Freiburg – Augsburg 3:1 (2:1)
Tore: Gregoritsch (13.), Höler (30.), Lienhart (85.) bzw. Berisha (29./Elfmeter)
Freiburg: Lienhart spielte durch, Gregoritsch bis zur 76. Minute
Augsburg: Baumgartlinger auf der Bank
Hoffenheim – Mönchengladbach 1:4 (0:2)
Tore: Bebou (80.) bzw. Hofmann (12., 37.), Stindl (83.), Wolf (91.)
Hoffenheim: Baumgartner spielte durch
Gladbach: Wolf ab der 86. Minute, Lainer ab der 95. Minute
Bayern München – Frankfurt 1:1 (1:0)
Tore: Sane (34.) bzw. Kolo Muani (69.)
Bayern: Sabitzer ab der 90. Minute, Wanner auf der Bank
Sonntag:
Schalke – Köln 0:0
Schalke: Greiml nicht im Kader
Köln: Kainz spielte durch, Ljubicic bis zur 78. Minute
Leverkusen – Dortmund 0:2 (0:1)
Tore: Adeyemi (33.), Tapsoba (53./Eigentor)
Leverkusen: Pentz nicht im Kader