ÖTTV-Spielerin Sofia Polcanova
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Tischtennis-WM

Polcanova verpasst historische Medaille

Für Österreichs Tischtennis hat es am Donnerstag nicht mit der ersten WM-Medaille seit dem Sensationstitel von Werner Schlager im Jahr 2003 geklappt. Sofia Polcanova und ihre rumänische Partnerin Bernadette Szöcs mussten sich in Durban im Doppel-Viertelfinale dem Duo Jeon Ji Hee/Shin Yu Bin klar mit 0:3 geschlagen geben (-9, -13, -4). Da es kein Spiel um Platz drei gibt, ist den Südkoreanerinnen die Bronzemedaille sicher.

Schlager hatte auf den Tag genau vor 20 Jahren in Paris als bisher letzter Europäer WM-Gold im Einzel geholt. Es war das letzte Edelmetall bei einer Weltmeisterschaft für Österreichs Tischtennisverband (ÖTTV). Gemeinsam mit Szöcs hatte Polcanova die Chance, mit einem Sieg gegen Jeon/Shin zumindest ein wenig in die Fußstapfen des heute 50-Jährigen zu treten. Am Ende setzte es für die Europameisterinnen von 2022 die dritte Niederlage gegen das südkoreanische Duo in diesem Jahr.

„Wir haben alles gegeben, aber leider haben wir die Chancen nicht genutzt“, erklärte eine enttäuschte Polcanova. „Wenn wir den zweiten Satz, in dem wir 7:2 und 9:5 geführt haben, gewonnen hätten, könnte es ganz anders ausschauen. Somit ist mein Traum von der WM-Medaille geplatzt. Jetzt schaue ich aber nach vorne, versuche meinen Körper fit zu bekommen, um dann bei den European Games Ende Juni in Polen mitmischen zu können“, sagte die Linzerin.

Niederlage im WM-Viertelfinale

Bei der WM in Südafrika konnten die Oberösterreicherin Sofia Polcanova und die Rumänin Bernadette Szöcs keine Medaille gewinnen. Im Doppel-Viertelfinale musste das Duo eine Niederlage einstecken.

Zweiter Satz als Knackpunkt

Polcanova/Szöcs hatten auf der World Tour bereits zweimal gegen Jeon/Shin verloren. Die beiden 28-Jährigen kämpften im ersten Satz verbissen und wehrten insgesamt drei Satzbälle ab, ehe die Südkoreanerinnen knapp die Oberhand behielten. Zum Knackpunkt wurde dann Satz zwei. Polcanova/Szöcs vergaben in weiterer Folge vier Satzbälle, Jeon/Shin nutzten nach einem Fehler von Polcanova ihre zweite Chance zum 15:13.

Der dritte Satz war dann nur bis zum 4:4 ausgeglichen. Die Südkoreanerinnen machten sieben Punkte in Serie und durften am Ende über ihre erste Medaille bei einer Weltmeisterschaft jubeln. Polcanova hatte als letzte Akteurin Österreichs Fahnen hochgehalten, alle ÖTTV-Asse sind damit im Medaillenkampf nur mehr Zuschauer. Im Einzel war die als Nummer zehn gesetzte Polcanova bereits überraschend in der ersten Runde gescheitert.

„Schade, dass sie die vier Satzbälle im zweiten Satz nicht nach Hause bringen konnten. Aber mit der Präsentation und mit Platz fünf muss man als ÖTTV sehr zufrieden sein“, sagte Sportdirektor Stefan Fegerl, der auch bilanzierte: „Stark war auch der neunte Platz des Mixed-Doppels, der Polcanova/Gardos auch erstmals rechnerisch in die Olympiastartplätze für Paris bringt. Wichtig für weitere Zähler werden nun die European Games Ende Juni in Polen sein.“