Gianmarco Tamberi
IMAGO/Tobias La
Leichtathletik

Italiener Tamberi erstmals Weltmeister

Hochspringer Gianmarco Tamberi hat sich bei den Leichtathletiktitelkämpfen in Budapest erstmals zum Weltmeister gekürt. Der Italiener gewann das packende Duell um Gold mit der Weltjahresbestleistung von 2,36 Metern vor dem US-Amerikaner JuVaughn Harrison. Mutaz Essa Barshim aus Katar wurde nach drei WM-Titeln in Folge Dritter.

Harrison übersprang zwar wie Tamberi die 2,36 Meter, benötigte dafür aber zwei Versuche, während der Italiener es bereits beim ersten Sprung schaffte. Barshim, der sich mit Tamberi vor zwei Jahren in Tokio Olympiagold geteilt hatte, überquerte 2,33 Meter. Der neue Weltmeister Tamberi überzeugte nicht nur leistungsmäßig, sondern lieferte auch eine große Show, indem er immer wieder das Publikum anheizte.

„Ich fühle mich wie ein Mensch, der Superhelden besiegt“, sagte Tamberi. „Es ist verrückt, es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich wurde für alle erbrachten Opfer belohnt“, meinte der 31-jährige Italiener, der auch optisch herausragte. Tamberi trug verschieden farbige Schuhe, sein Gesicht war nur auf der rechten Seite rasiert.

Gianmarco Tamberi
APA/AFP/Andrej Isakovic
Gianmarco Tamberi ragte nicht nur leistungstechnisch, sondern auch optisch heraus

Für den Zweitplatzierten Harrison war es „das beste Jahr“ seiner Karriere. „Ich war in jedem Wettkampf konstant. Nach der Qualifikation wollte ich im Finale Spaß haben und die Sprünge genießen“, meinte der US-Amerikaner. „Es ist fantastisch, dass ich einen der Olympiasieger geschlagen und mit dem anderen gleichgezogen habe. Dafür bin ich gekommen. Dieses Ergebnis gibt mir großes Selbstvertrauen für die Olympischen Spiele in Paris.“

Weltmeister über 3.000 Meter Hindernis bleibt Soufiane El Bakkali. Der Marokkaner gewann in 8:03,53 Minuten vor dem Äthiopier Lameche Girma (8:05,44 Min.) und dem Kenianer Abraham Kibiwot (8:11,98 Min.). El Bakkali sprang danach gemeinsam mit Hochspringer Tamberi, der kurz zuvor Gold geholt hatte, jubelnd in das Wasserhindernis.

Weltrekordlerin Kipyegon wieder Weltmeisterin

Faith Kipyegon verteidigte ihren WM-Titel über 1.500 Meter. Die 29-jährige Kenianerin, die zuletzt binnen sieben Wochen drei Weltrekorde gelaufen war, gewann in 3:54,87 Minuten und blieb damit über der Weltbestmarke von 3:49,11 Minuten. Silber gewann die Äthiopierin Diribe Welteji (3:55,69 Min.), Bronze ging an die Niederländerin Sifan Hassan (3:56,00 Min.).

Fahrplan in ORF Sport +

Mittwoch: 10.00/18.55 Uhr
Donnerstag: 18.55 Uhr
Freitag: 10.00 Uhr
Samstag: 9.30/19.00 Uhr
Sonntag: 6.55/20.00 Uhr

Für die zweifache Olympiasiegerin Kipyegon war es nach 2017 und 2022 der dritte WM-Titel. 2015 und 2019 hatte sie jeweils Silber gewonnen. 2019 hatte die Niederländerin Hassan gewonnen, die in Budapest im Zielsprint über 10.000 Meter unglücklich gestürzt war.

Tausaga holt überraschend Gold

Im Diskuswurf der Frauen sicherte sich Laulauga Tausaga überraschend den Titel. Die US-Amerikanerin warf eine persönliche Bestleistung von 69,49 Metern und setzte sich vor ihrer Landsfrau und Olympiasiegerin Valarie Allman (69,23 m) durch. Bronze ging an Titelverteidigerin Feng Bin aus China (68,20 m).

ÖLV-Aufgebot für Budapest

Frauen: Susanne Gogl-Walli (200 m, 400 m), Lena Pressler (400 m Hürdenlauf), Julia Mayer (Marathon), Victoria Hudson (Speerwurf), Sarah Lagger (Siebenkampf)

Männer: Markus Fuchs (100 m), Raphael Pallitsch (1.500 m), Lukas Weißhaidinger (Diskuswerfen)

Weiterer WM-Zeitplan

Mittwoch (23.8.): vier Entscheidungen (Männer 1.500 m, 400 m Hürdenlauf; Frauen Stabhochsprung, 400 m)

Donnerstag (24.8.): sieben Entscheidungen (Männer 35 km Gehen, Weitsprung, 400 m; Frauen 35 km Gehen, Hammerwerfen, 100 m Hürdenlauf, 400 m Hürdenlauf)

Freitag (25.8.): vier Entscheidungen (Männer 200 m; Frauen Dreisprung, Speerwurf/20.20 Uhr/Hudson, 200 m/21.40 Uhr)

Samstag (26.8.): acht Entscheidungen (Männer Stabhochsprung, 800 m, Zehnkampf, 4 x 100 m; Frauen Marathon/7.00 Uhr/Mayer, Kugelstoßen, 5.000 m, 4 x 100 m)

Sonntag (27.8.): acht Entscheidungen (Männer Marathon, 5.000 m, Speerwurf, 4 x 400 m; Frauen Hochsprung, 800 m, 3.000 m Hindernislauf, 4 x 400 m)