Stefan Haudum (Linz) gegen William Boeving (Sturm)
GEPA/Chris Bauer
Bundesliga

Auch Sturm fertigt BW Linz ab

Sturm Graz hat die Pflichtaufgabe Blau-Weiß Linz souverän gelöst. Im Grazer Glutofen siegte das Team von Christian Ilzer am Samstag in der fünften Runde der Fußballbundesliga trotz zwischenzeitlichen Leerlaufs mit 4:1 (2:0). Szymon Wlodarczyk (1., 61.), William Böving (7.) und Manprit Sarkaria (76./Elfmeter) trafen für den Tabellenzweiten. Für das weiter sieglose Schlusslicht aus Linz war der zwischenzeitliche Anschlusstreffer durch ein Eigentor von David Affengruber (54.) zu wenig.

Mit dem vierten Saisonsieg bereitete die Sturm-Elf den würdigen Rahmen für Jakob Jantscher, der nach 250 Spielen für Schwarz-Weiß von 11.725 Zuschauerinnen und Zuschauern feierlich verabschiedet wurde. Der 34-Jährige, dem zu Saisonbeginn die Tür gewiesen wurde, wechselt im Karriereherbst nach Hongkong und soll später in anderer Funktion nach Graz zurückkehren.

Beim Vizemeister kehrten Sarkaria und Stefan Hierländer nach Verletzungen in den Kader zurück, das Duo saß zunächst auf der Bank. Der vom SC Freiburg umworbene Alexander Prass stand indes – möglicherweise zum letzten Mal – in der Startelf, die Ilzer im 4-2-3-1 auflaufen ließ. Auch Gerald Scheiblehner veränderte nach dem 0:5 gegen Rapid die Grundordnung, setzte auf eine Dreierabwehrkette und baute vor allem auf der rechten Seite um.

Sturm fertigt BW Linz ab

Sturm Graz hat die Pflichtaufgabe Blau-Weiß Linz souverän gelöst. Im Grazer Glutofen siegte das Team von Christian Ilzer am Samstag in der fünften Runde der Fußballbundesliga trotz zwischenzeitlichen Leerlaufs mit 4:1. Szymon Wlodarczyk, William Böving und Manprit Sarkaria trafen für den Tabellenzweiten. Für das weiter sieglose Schlusslicht aus Linz war der zwischenzeitliche Anschlusstreffer durch ein Eigentor von David Affengruber zu wenig.

Linzer zahlen erneut Lehrgeld

Der Linzer Coach hielt am Dogma fest, auch gegen die Großen der Liga mit Mut zum Risiko überraschen zu wollen. Doch seine Mannschaft musste im Oberhaus erneut früh Lehrgeld zahlen. Nach 38 Sekunden überwand Wlodarczyk erstmals Nicolas Schmid im Linzer Tor. Nach einem Ballverlust von Tobias Koch war es zu schnell für die Gästedefensive gegangen. Schmid war beim Schuss des Polen noch dran, konnte den Gegentreffer aber nicht verhindern.

Nur sechs Minuten später legte Sturm das 2:0 nach, wieder war es ein halbes Eigentor. Stefan Haudum fälschte einen Schuss von Böving aus dem Hinterhalt entscheidend ab (7.). Die Oberösterreicher hatten sich mit einem Befreiungsversuch ins Zentrum selbst in die Bredouille gebracht.

Tempo gedrosselt

Mit der Zweitoreführung ließen es die Grazer bei weit über 30 Grad gemütlicher angehen. Connor Noß unterstrich mit einem knappen Fehlschuss die Ambitionen der Gäste (17.), die bei einigen Halbchancen vor der Pause zaghaft vor Sturm-Goalie Kjell Scherpen auftauchten. Früh in der zweiten Hälfte war der Niederländer aber erstmals in der Meisterschaft bezwungen. Julian Gölles traf die Stange, den Abpraller drückte Sturms Affengruber mit dem Standbein zum ersten Eigentor der Saison über die Linie (54.). Paul Mensah und Gölles hatten die erneut anfällige Sturm-Defensive im Konter erwischt.

Jubel von Szymon Wlodarczyk und Manprit Sarkaria (Sturm Graz)
APA/Erwin Scheriau
Wlodarczyk und Sarkaria drückten dem Match ihren Stempel auf

Sarkaria und Wlodarczyk bestimmen Geschehen

Die Grazer antworteten durch ihren neuen Torjäger. Wlodarczyk setzte sich im Luftzweikampf gegen Marco Krainz scheinbar mühelos durch und stellte per Kopf den Zweitorevorsprung wieder her. Im Anschluss gab Sarkaria ein Bilderbuchcomeback an seinem 27. Geburtstag. Zwölf Minuten nach seiner Einwechslung holte er gegen Michael Brandner einen Elfmeter heraus und verwertete diesen selbst souverän zum 4:1.

Ein letztes Highlight sollte es noch geben: Nach Sarkaria-Vorarbeit vollendete Wlodarczyk aus der Drehung wuchtig im linken Kreuzeck (86.). Der Treffer zählte nach VAR-Einschreiten aber nicht. Mohammed Fuseini war in Abseitsposition im Sichtfeld von Goalie Schmid gestanden.

Stimmen zum Spiel

Christian Ilzer (Sturm-Trainer): „Ein eigenartiges Spiel. Wir hatten einen Blitzstart, waren extrem effektiv, und dann kam eine Phase, wo wir gefühlt alles kontrolliert haben, aber mit zu wenig Nachdruck nach vor gespielt haben. Das sind Themen, die wir schon in der Pause herausgenommen haben und in der Nachbetrachtung herausnehmen werden. Das Gegentor war ein Weckruf. Wir sind dann mit der Einwechslung von Mani (Anm.: Sarkaria) wieder in die gefährlichen Räume gekommen und haben das kurze Momentum von Blau-Weiß erstickt.“

Gerald Scheiblehner (Blau-Weiß-Trainer): „Es ist ein verdienter Sturm-Sieg am Ende des Tages. Wir sind mit 0:2 ins Spiel gestartet, haben ansonsten den Plan über weite Strecken gut umgesetzt. Wir sind mental stabil geblieben. Wir hatten viele gute Umschaltsituationen, haben aber zu wenige Torchancen herausgespielt. Wir haben aber auch drei Standardgegentore bekommen. Natürlich müssen wir als Mannschaft und individuell besser verteidigen. Man darf nicht vergessen, wir haben gegen ein Topteam gespielt. Den Qualitätsunterschied muss man anerkennen.“

Admiral Bundesliga, fünfte Runde

Samstag

Sturm Graz – Blau-Weiß Linz 4:1 (2:0)

Graz, Merkur-Arena, 11.725 Zuschauer, SR Lechner

Torfolge:
1:0 Wlodarczyk (1.)
2:0 Böving (7.)
2:1 Affengruber (54./Eigentor)
3:1 Wlodarczyk (61.)
4:1 Sarkaria (76./Foulelfmeter)

Sturm: Scherpen – Gazibegovic, Affengruber, Wüthrich, Dante (46. Schnegg) – Gorenc-Stankovic, Prass (64. Sarkaria) – Teixeira (14. Serrano), Kiteishvili (82. Horvat), Böving (82. Fuseini) – Wlodarczyk

Blau-Weiß: Schmid – Haudum (78. Feiertag), Maranda, Fa. Strauss – Gölles (55. Schantl), Krainz (64. Brandner), Koch, Pirkl – Mensah, Ronivaldo (77. Mitrovic), Noß (63. Dobras)