Jubel der Altacher
GEPA/Daniel Schoenherr
Bundesliga

Eigentor ebnet Altach Sieg in „Ländle“-Derby

Cashpoint SCR Altach hat am Samstag das Vorarlberg-Derby in der fünften Runde der Admiral Bundesliga klar mit 3:0 (2:0) für sich entschieden. Geebnet wurde der Auswärtssieg im Duell mit Lokalrivale Austria Lustenau von Torhüter Domenik Schierl, der in der zweiten Minute einen Eckball ins eigene Tor faustete. In der Tabelle liegen die Altacher nun fünf Punkte vor Lustenau, das weiter auf den ersten Saisonsieg warten muss.

Nach der frühen Führung der Gäste legte Christian Gebauer in der 26. Minute nach dem Freistoß von Lukas Gugganig, den Schierl nur noch an die Stange lenken konnte, nach und staubte zum 2:0 ab (25.). Nach der Pause fixierte Paul-Friedrich Koller den Endstand (56.). Lustenau blieb nach dem 0:2 gegen die Wiener Austria und dem 0:1 zuletzt gegen Puntigamer Sturm Graz auch im dritten Heimspiel der Saison ohne Punkt und ohne Torerfolg. Für Altach war es indes der erste Erfolg gegen die Austria seit einem 2:0 am 24. März 2014, das sich damals noch in der zweiten Liga abspielte.

Die knapp 4.600 Zuschauerinnen und Zuschauer im Reichshofstadion sahen eine muntere und von Emotionen getragene Partie mit einigen Strafraumszenen. Die Tore gelangen aber den Gästen, die dank Domenik Schierl (2./Eigentor) und Christian Gebauer (25.) mit einem 2:0-Vorsprung in die Halbzeitpause gingen. Kurz nach dem Seitenwechsel gelang Paul Koller die Vorentscheidung (56.). Dabei blieb es bis zum Schluss.

Kalte Dusche für Lustenau nach 67 Sekunden

Das Spiel begann mit einem Schockmoment aus Sicht der Lustenau-Fans, denn schon nach 1:07 Minuten zappelte der Ball erstmals im eigenen Tor. Und keiner wusste zunächst, wie das vonstattengegangen war. Der Unglücksrabe war Austria-Torhüter Schierl, der sich das Leder bei einem einarmigen Rettungsversuch nach einem Eckball selbst ins Netz legte.

Das Tor gab den kompakt stehenden Altachern Sicherheit, während Lustenau sich langsam erholte und aufbäumte. Stürmer Yadaly Diaby (13.) traf den Ball aus guter Position aber nicht richtig. Im gegenüberliegenden Strafraum wartete Atdhe Nuhiu (21.) etwas zu lang. Vier Minuten später allerdings ließ Abwehrchef Lukas Gugganig einen Freistoß los, den Schierl gerade noch an die Stange lenken konnte. Den Abpraller brauchte Gebauer nur noch über die Linie zu drücken.

Tormann Domenik Schierl (Lustenau) kann einen Freistoß nicht parieren
APA/Dietmar Stiplovsek
Schierl kann einen Freistoß von Gugganig nur noch an die Stange lenken, Gebauer staubt zum 2:0 ab

Hausherren nach 0:2 angeschlagen

Vor allem dieser zweite Treffer zeigte Wirkung. Lustenau fand im Spiel nach vorne keine Ideen, und Torhüter Schierl schwächelte auch weiterhin bei Standardsituationen. Austria-Coach Markus Mader versuchte daraufhin, seine Offensive durch die Hereinnahme des wieder fitten Lukas Fridrikas in der 35. Minute zu beleben – das klappte nicht nachhaltig. Gugganig (40.) hätte nach einem Eckball beinahe das 3:0 geköpfelt. Diaby schoss kurz vor dem Pausenpfiff mit freier Schussbahn zum Tor weit darüber.

In der 56. Minute nutzten die Altacher erneut eine Konzentrationsschwäche in der Lustenauer Abwehr optimal aus. Der eingewechselte Felix Strauss und Koller waren nach der Hereingabe von Gustavo Santos nahezu unbedrängt, Koller traf schließlich in Goalgetter-Manier. Santos (70.) verfehlte das Tor nur knapp, auch Gebauer hatte im Finish noch eine Chance. Die Grün-Weißen konnten dagegen nicht mehr entscheidend nachlegen – anders als ihre Anhänger, die mit pyrotechnischen Gegenständen Frust abbauten.

Im Gegensatz zur Vorsaison erwies sich das „Ländle“-Derby für Lustenau – zumindest vorerst – nicht als Bank. 2022/23 hatte die Austria drei von vier Duellen gewonnen, das letzte Kräftemessen endete im Mai mit einer Punkteteilung. Nächste Woche gastiert Lustenau beim LASK in Linz, Altach empfängt den Tabellenzweiten Sturm Graz.

Admiral Bundesliga, fünfte Runde

Samstag:

Austria Lustenau – Altach 0:3 (0:2)

Lustenau, Reichshofstadion, 4.600 Zuschauerinnen und Zuschauer, SR Ciochirca

Torfolge:
0:1 Schierl (2./Eigentor)
0:2 Gebauer (25.)
0:3 Koller (56.)

Lustenau: Schierl – Gmeiner (63./Moltenis), Maak, Grujcic – Anderson, Tiefenbach, Mätzler (35./Fridrikas), Rhein (73./Schmid), Diallo – Surdanovic (63./Cisse), Diaby (63./Bobzien)

Altach: Stojanovic – Reiner (46./Fe. Strauss), L. Gugganig, Koller – Gebauer (88./Ja. Jurcec), Jäger, Bähre (72./Abdijanovic), Fadinger, Lukacevic – Santos (80./Bischof), Nuhiu

Gelbe Karten: Grujcic, Surdanovic, Maak, Cisse bzw. Bähre, Nuhiu