Arnad Hamzic (Linz), Ivan Horvat (Hard) und Nicolas Paulnsteiner (Linz)
GEPA/Walter Luger
Handball

HLA erwartet Vierkampf um Titel

Die Handball Liga Austria (HLA) der Männer startet am Freitag in die erste Saison nach dem freiwilligen Ausstieg von Meister Westwien. Der Verein verabschiedete sich nach dem ersten Titel seit 30 Jahren aus finanziellen Gründen auch wegen einer fehlenden Heimhalle aus der heimischen Topliga. Es wird ein Vierkampf um die Nachfolge erwartet.

Eine Amateurmannschaft mit dem Namen Handball Westwien wird mit einigen regierenden Meisterspielern in der HLA-Challenge (Süd/Ost) antreten, die zweiten Ligen starten eine Woche später. „Es war ein herber Schlag, wenn sich ein Meister der HLA aus dem Bewerb zurückzieht“, sagte der Präsident des Österreichischen Handballbundes (ÖHB), Markus Plazer, bei einem Medientermin diese Woche in Wien.

Dennoch habe schon der Supercup am Sonntag zwischen Cupsieger Hard und Vizemeister Linz gezeigt, dass man in der HLA spannende Spiele erwarten könne. Die Vorarlberger holten sich mit einem 26:25 (15:14) zum sechsten Mal den Titel. In der Liga läuft alles auf einen Vierkampf zwischen Hard, Linz, Bregenz und Krems hinaus. Hards Rückraumspieler Dominik Schmid erholt sich zwar gerade von einem in der Vorbereitung erlittenen Meniskusriss, doch auch seine Devise ist klar: „Von uns wird viel erwartet, oberstes Ziel ist der Titel. Die Saison ist lang. Wir müssen einen guten Saisonstart hinlegen und Selbstvertrauen tanken.“

Linz ärgert sich über knappe Niederlage

Florian Kaiper vom HC Linz ärgerte noch die knappe Niederlage im Supercup. „Klar, wenn du durch einen verworfenen Siebenmeter verlierst. Mit uns ist auf jeden Fall wieder zu rechnen“, sagte er kämpferisch. „Wir haben eine super Truppe.“ Auch in Bregenz ist der Titeldruck „groß“ wie Neo-Bregenzer Tobias Wagner berichtete. Grundsätzlich, und das meinten fast alle Protagonisten bei der Saisonvorschau, wisse man zu Beginn noch nicht, wo die Teams stehen. „Das wird sich in den ersten fünf bis sieben Runden schnell herauskristallisieren.“

Der UHK Krems hat sich mit zwei Spielern von Westwien und zwei weiteren Akteuren verstärkt. „Unser Ziel ist es ganz klar, um den Titel mitzuspielen“, sagte Daniel Dicker. Die restlichen acht Teams werden versuchen, für Überraschungen zu sorgen. Besonders ehrgeizig wirkte Ferlachs Adonis Gonzalez. „Wir haben noch viel Wut im Bauch nach dem letzten Viertelfinal-Spiel, wir waren sehr knapp dran, ins Halbfinale einzuziehen.“ Das soll 2023/24 gelingen.

Bei den Fivers Margareten versprach Marin Martinovic, dass seine Mannschaft wie immer „aufs Gas drücken werde“. Zudem lobte er Zugang Leon Bergmann, den 19-jährigen Goalie aus Graz. „Er ist ein sehr großes Talent in unseren Reihen, auf ihn wird sich auch das österreichische Nationalteam freuen.“ Die Tiroler wollen nach einer verpatzten Saison dank neuen Trainers und Zugängen wieder stärker werden. „Wir haben vier Topteams, aber ab dann ist für alle Mannschaften alles offen. Ich hoffe, wir können besser abschneiden“, sagte Michael Miskovez.

Hypo NÖ in WHA Topfavorit

Bei den Frauen, die am Samstag in die neue WHA-Saison starten, ist Hypo Niederösterreich einmal mehr der Topfavorit. Bereits der Supercup am Sonntag gegen Atzgersdorf war klar mit 33:19 (16:9) an die Double-Gewinnerinnen gegangen. In der Liga erhofft man sich aber, dass vor allem Atzgersdorf und vielleicht auch Ferlach den Favoritinnen gefährlich werden können. „Atzgersdorf hat die Phalanx schon einmal gebrochen. Wir hoffen, dass wir ein spannendes Finale bekommen“, meinte WHA-Präsident Stephen Gibson.

Hypo-Spielerin Petra Blazek sprach von sechs Wochen harter Vorbereitung. Hypo habe auch im Europacup einiges vor. „Wir wollen ganz klar eine Runde weiterkommen.“ Önnereds HK (SWE) sei eine schlagbare Mannschaft, auch ein rumänisches Team in Runde zwei falle in diese Kategorie. Nicole Ivkic von Atzgersdorf ließ sich vom Selbstbewusstsein Blazeks nicht beeindrucken. „Ich glaube schon, dass wir wieder im Finale stehen werden, unser Ziel wäre natürlich der Titel.“ 2019 war dieser Sensationscoup gelungen. Im Vorjahr gab es im Team einen großen Umbruch, diesmal stießen nur zwei neue Spielerinnen zu den Wienerinnen.