Szene aus dem Spiel Österreich – Angola
IMAGO/NTB/Beate Oma Dahle
Handball-WM

Österreich verliert Krimi gegen Angola

Österreichs Handball-Frauen sind bei der Handball-WM auch im zweiten Spiel der Hauptrunde leer ausgegangen. Nach der klaren Abfuhr gegen den Olympiasieger und Medaillenkandidaten Frankreich musste sich die Truppe von Teamchef Herbert Müller am Freitag nach einem Krimi auch Afrikameister Angola mit 25:30 (14:16) geschlagen geben. Damit bleibt der ÖHB-Auswahl nur noch die Chance, am Sonntag (18.00 Uhr, live in ORF Sport +) zum Abschluss gegen Slowenien anzuschreiben.

Angola, das mit einem Kraftakt nach dem Aufstieg in die Hauptrunde die ersten Punkte holte, und Österreich lieferten sich praktisch über die gesamte Spielzeit ein Duell auf Augenhöhe. Die Österreicherinnen erzielten zwar das erste Tor, danach wechselte aber ständig die Führung, ehe die Afrikanerinnen zwischenzeitlich mit drei Treffern voran lagen und mit einem Plus von zwei Toren in die Pause gingen.

Nach dem Seitenwechsel schaffte die ÖHB-Truppe zwar noch zweimal den Gleichstand zum 16:16 bzw. 18:18. Nicht zuletzt auch dank einer herausragenden Leistung von Torfrau Marta Alberto, die 41 Prozent der Torschüsse abwehrte, brachte Angola den Sieg aber über die Zeit und baute den Vorsprung am Ende sogar noch auf fünf Tore aus.

Handball-WM: Österreich unterliegt Angola

Nach der klaren Abfuhr gegen den Olympiasieger und Medaillenkandidaten Frankreich mussten sich Österreichs Handball-Frauen bei der Handball-WM am Freitag nach einem Krimi auch Afrikameister Angola mit 25:30 (14:16) geschlagen geben.

„Ich finde, die Mannschaft hat gefightet und alles investiert, aber schade, dass wir uns nicht belohnt haben“, trauerte Müller im ORF-Interview einer verpassten Chance hinterher. „Der Knackpunkt war fünf Minuten vor Schluss, als unsere Anspiele am Kreis nicht angekommen sind. Ich werde der Mannschaft den Glauben zurückgeben, und wir werden gegen Slowenien alles daran setzen, das Spiel zu gewinnen. Jetzt müssen wir gut regenerieren.“

Partie beginnt mit Paukenschlag

Die Begegnung im Trondheim Spektrum begann mit einem Paukenschlag: Angolas Dolores Rosario sah nach nicht einmal zwei Minuten nach einem Gesichtstreffer mit ihrer Hand gegen Katarina Pandza die Rote Karte. Nach einer kurzen Verschnaufpause warf die 21-jährige Torjägerin Pandza die ÖHB-Auswahl zu einer 7:5-Führung (14.). Dann überzeugten die physisch überlegenen Afrikanerinnen in der Offensive aber mit wuchtigen Distanzwürfen aus dem Zentrum, der WM-Dauergast erarbeitete sich vor der Halbzeitpause einen kleinen Vorsprung.

Nach dem Seitenwechsel hielt Torfrau Lena Ivancok ihr Team mit mehreren Paraden im Spiel. In der 34. Minute war die Begegnung beim Stand von 16:16 wieder ausgeglichen. Danach fanden die Österreicherinnen allerdings wieder kein Rezept gegen die Angriffe Angolas. „Die schießen uns tot, wir brauchen eine konzentrierte Abwehrleistung“, forderte Müller in einer Ansprache. Das wurde kurz darauf besser, in der 49. Minute gelang wieder der Ausgleich zum 24:24.

Torfrau Alberto wächst über sich hinaus

In der Schlussphase fehlte Rot-Weiß-Rot aber die nötige Effizienz in der Offensive, minutenlang liefen die Müller-Schützlinge um Sonja Frey einem knappen Rückstand hinterher. Mit dem 24:27 (57.) schwanden die österreichischen Hoffnungen auf einen Punktegewinn, auch Angolas Torfrau Alberto schien unüberwindbar. Damit rutschte die ÖHB-Equipe in der Hauptrundengruppe II mit zwei Punkten hinter Angola auf Platz fünf von sechs zurück.

Beste österreichische Werferin war Pandza mit acht Toren. „Die Enttäuschung ist riesengroß, wir haben lange auf Augenhöhe mitgespielt. Heute tut es richtig weh, dass wir verloren haben“, sagte Josefine Huber im ORF niedergeschlagen. Für Müller gab es einen klaren Knackpunkt. „Bei 25:26 in eigener Überzahl fünf Minuten vor Schluss. Letztendlich war es genau dieser Moment, dieses Spiel noch zu drehen. Die Mannschaft hat gefightet und alles gegeben. Schade, dass wir uns nicht belohnt haben.“

Handball-WM 2023, Hauptrunde

Gruppe II (Trondheim)

Spielplan:
06.12. Slowenien Südkorea 31:27
Frankreich Österreich 41:27
Norwegen Angola 37:19
08.12. Angola Österreich 30:25
Frankreich Südkorea 32:22
Norwegen Slowenien 34:21
10.12. Angola Südkorea 33:31
Slowenien Österreich 32:27
Frankreich Norwegen 24:23
Tabelle:
1. Frankreich * 5 5 0 0 158:128 10
2. Norwegen * 5 4 0 1 172:115 8
3. Slowenien 5 3 0 2 141:143 6
4. Angola 5 2 0 3 135:153 4
5. Österreich 5 1 0 4 137:177 2
6. Südkorea 5 0 0 5 132:159 0
* im Viertelfinale