Jon Gorenc-Stankovic  (Sturm)
GEPA/Hans Oberlaender
Conference League

Sturm fordert routinierte Slovan-Elf

Der letzte verbliebene österreichische Europacup-Vertreter Sturm Graz kämpft am Donnerstag (18.45 Uhr) in der Europa Conference League um eine gute Ausgangsposition für den Einzug ins Achtelfinale. Im Play-off-Hinspiel gastiert Slovan Bratislava in der Steiermark, die Favoritenrolle nahmen die Grazer im Vorfeld zwar nicht an, sehen aber gewisse Vorteile gegen die deutlich ältere Mannschaft des slowakischen Platzhirsches.

Die Slovan-Akteure haben im Schnitt fünf Jahre mehr auf dem Buckel als die Grazer. Sturm-Trainer Christian Ilzer sieht etwa im Tempo eine Chance. „Wenn wir Dinge gemeinsam sehr gut gestalten, könnten wir vielleicht einen Vorteil haben.“ Weiter lehnte sich der Trainer aber nicht hinaus. Der Gegner sei insgesamt ebenbürtig. „Da gibt es keinen Favoriten. Das ist ein Team, das viel Qualität und Erfahrung hat.“

In A-Länderspielen gemessen, stehe es 79:664 zuungunsten seiner Mannschaft, führte Ilzer an. „Das sind Spieler, die den Rhythmus diktieren, die ein Spiel lesen können, die instinktiv richtige Entscheidungen treffen.“ Man werde angesichts des guten Positionsspiels, aber auch brandgefährlicher Konter gefordert sein.

Christian Ilzer
GEPA/Hans Oberlaender
Christian Ilzer und Co. vertreten Sturm erstmals seit 2001 im Europacup-Frühjahr

Sturm will Slovan stressen

Umgekehrt trachtet Sturm danach, einen Gegner, der Ilzer „an Rapid unter Zoki Barisic“ erinnert, mit den bewährten Sturm-Tugenden unter Stress zu setzen. „Damit sie sich nicht so komfortabel fühlen wie in der heimischen Liga.“ Mittelfeldanker Jon Gorenc Stankovic sagte: „Wir wollen uns in bester Form zeigen, besser als vorige Woche (gegen Salzburg, Anm.).“ Man wisse, „wie wir sie brechen können.“ Mit 12.200 verkauften Karten war die Partie am Mittwochnachmittag noch nicht ausverkauft. Gut 1.500 Auswärtsfans werden erwartet.

Conference League, Play-off, Hinspiel

Donnerstag, 18.45 Uhr:

Sturm – Slovan Bratislava

Stadion Graz-Liebenau, SR Al-Hakim/SWE

Mögliche Aufstellungen:

Sturm: Jaros – Gazibegovic, Wüthrich, Affengruber, Schnegg – Gorenc Stankovic, Lavalée – Kiteishvili, Prass – Biereth, Sarkaria

Slovan: Trnovsky – Pauschek, Kashia, Bajric, Zmrhal – Kucka, Kankava, Savvidis – Barseghyan, Strelec, Weiss

Sturm meldete sich mit dem Einzug ins Cuphalbfinale gegen Austria Wien (2:0) und dem Punkt in Salzburg (1:1) erfolgreich aus der Winterpause retour. Als letzter rot-weiß-roter Europacup-Vertreter gilt der alleinige Fokus nun den Grazern, die als Gruppendritter der Europa League mit Glück gerade noch den Umstieg schafften.

ÖFB-Legionär Wimmer im Hinspiel gesperrt

Im ersten internationalen Frühjahrsauftritt seit 23 Jahren bekommt es Sturm erstmals auch mit einem slowakischen Team zu tun. Slovans letzter Österreich-Auftritt war 2018 in Wien, als man nach einem 2:1-Hinspielsieg bei Rapid 0:4 unterging. National sind die „Himmelblauen“ die unumstrittene Nummer eins. Seit 2017 immer Meister stellt der von Mäzen Ivan Kmotrik unterstützte Hauptstadtclub stets eine schlagkräftige Auswahl mit viel Routine. Als Slovan den ersten Verfolger Zilina zuletzt mit 4:0 in die Schranken wies, waren sieben Akteure der Stammformation 30 Jahre oder älter.

Mit dem ehemaligen ÖFB-Teamspieler Kevin Wimmer und Goalie-Oldie Milan Borjan sind zwei erfahrene Akteure im Hinspiel gesperrt. Toptorschütze Aleksandar Cavric wechselte im Winter nach Japan. An seiner Stelle wurde der luxemburgische Wandervogel Gerson Rodrigues verpflichtet. Als Leitwölfe gelten Trainersohn Vladimir Weiss junior (34) und Juraj Kucka (36). Abwehrchef ist der 35-jährige Guram Kashia, der 110-mal für Georgien gespielt hat.

Referee kehrt nach Becherwurf zurück

Weiss mahnte seine Elf, läuferisch und kämpferisch dagegenzuhalten. „Das Spiel wird uns physisch und taktisch testen“, sagte der Trainer. Da Sturm oft das Zentrum dicht mache, habe man sich etwas einfallen lassen müssen. Otar Kiteishvili führte Weiss, der dem Sturm-Regisseur einst als Georgiens Teamchef zum Debüt verholfen hat, namentlich als einen der gefährlichen Akteure an. Die Partie wird vom schwedischen Schiedsrichter Mohammed Al-Hakim geleitet, der das Europa-League-Quali-Hinspiel zwischen Sturm Graz und AEK Larnaka im August 2018 nach einem Becherwurf auf seinen Assistenten abgebrochen hatte. Der Getroffene, Fredrik Klyver, steht nun erneut an der Seitenlinie.