Bayern-Trainer Thomas Tuchel
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Fußball

Tuchel muss zu Saisonende gehen

Der deutsche Rekordmeister Bayern München und Trainer Thomas Tuchel werden ab dem Saisonende getrennte Wege gehen. Das bestätigte der Club von ÖFB-Teamspieler Konrad Laimer am Mittwoch, nachdem es zuvor übereinstimmende Medienberichte dazu gegeben hatte.

Die vorzeitige Trennung sei das Ergebnis eines einvernehmlichen Gesprächs, hieß es. Die Kritik an Tuchel war nach zuletzt drei Niederlagen in Folge immer lauter geworden. Über eine mögliche Nachfolge ab Sommer wurde zunächst nichts bekannt. Von Tuchel selbst gab es nur ein knappes Statement. „Wir haben vereinbart, dass wir unsere Zusammenarbeit nach dieser Saison beenden. Bis dahin werde ich mit meinem Trainerteam selbstverständlich weiter alles für den maximalen Erfolg geben“, wurde er zitiert.

Der Deutsche hatte im März 2023 die Nachfolge von Julian Nagelsmann angetreten und einen Vertrag bis zum 30. Juni 2025 unterschrieben. In der Saison 2022/23 schieden die Münchner unter Tuchel im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg und in der Champions League gegen den späteren Gewinner Manchester City aus, konnten aber den deutschen Meistertitel in einem spannenden Finish gegen Borussia Dortmund verteidigen.

„Sportliche Neuausrichtung“

Bayerns Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen sagte zur bevorstehenden Trennung: „Wir sind in einem offenen, guten Gespräch zu dem Entschluss gekommen, unsere Zusammenarbeit zum Sommer einvernehmlich zu beenden. Unser Ziel ist es, mit der Saison 2024/25 eine sportliche Neuausrichtung mit einem neuen Trainer vorzunehmen. Bis dahin ist jeder Einzelne im Club ausdrücklich gefordert, um in der Champions League und in der Bundesliga das maximal Mögliche zu erreichen.“

Jan-Christian Dreesen (stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Bayern München)
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Jan-Christian Dreesen fand deutliche Worte für die Aufgaben der nächsten Monate

Dreesen nahm „auch explizit die Mannschaft in die Pflicht. Insbesondere in der Champions League sind wir davon überzeugt, dass wir nach dem 0:1 im Hinspiel bei Lazio Rom im Rückspiel in unserer vollbesetzten Allianz Arena mit unseren Fans im Rücken ins Viertelfinale einziehen werden“, erklärte der Vorstandschef.

Titellose Saison droht

Die laufende Spielzeit droht die erste ohne Titel seit der Saison 2011/12 zu werden. Im Pokal schieden die Münchner bei Drittligist 1. FC Saarbrücken aus. Im Achtelfinale der Champions League muss für einen Viertelfinal-Einzug am 5. März der Rückstand aus dem Spiel in Rom wettgemacht werden.

Im Kampf um den Meistertitel ist Bayer Leverkusen den Münchnern schon um acht Punkte enteilt. Im direkten Duell hatte das Team von Trainer Xabi Alonso Mitte Februar einen klaren 3:0-Sieg eingefahren und damit ein deutliches Zeichen gesetzt.

Das Werkl läuft nicht rund

Der 50-jährige Tuchel hat in dieser Saison viele Verletzte in seinem Starensemble zu beklagen. Auf der anderen Seite enttäuschte das immer noch hochkarätig besetzte Team aber auch zu oft. Die taktischen und personellen Wechsel in den vergangenen Spielen hatten keinen Erfolg. Fachlich gab es viel Lob für Tuchel, mit dem einen oder anderen Star gab es aber auch Misstöne. Wiederholt wies Tuchel auf die Diskrepanz zwischen den Leistungen in den Spielen und im Training hin.

Tuchel versucht weiter, nach wiederholten Rückschlägen die Saison noch zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Eine Trennung mitten in der Saison wie bei Nagelsmann wollen die Bayern-Bosse unbedingt vermeiden. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hatte nach dem 2:3 gegen den Bochum eine vorzeitige Trennung ausgeschlossen.