Sarah Zadrazil (AUT)
ÖFB/Paul Gruber
Fußball

1:1 gegen Däninnen bringt Selbstvertrauen

Die höchste Niederlage der Verbandsgeschichte weggesteckt, ein 1:1 gegen WM-Achtelfinalisten Dänemark geholt: Für Österreichs Frauen-Nationalteam hat der zweite Test im Trainingslager in Marbella viel Positives gebracht. Durch das Remis gegen den Weltranglisten-13. wurde auch Selbstvertrauen für die im April startende EM-Qualifikation getankt. „Es war ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es noch nicht perfekt war“, sagte Sarah Zadrazil.

Die seit Kurzem 31-jährige Mittelfeldspielerin hatte die ÖFB-Auswahl im Marbella Football Center auf das Feld geführt, da Teamchefin Irene Fuhrmann unter sechs Akteurinnen auch Kapitänin Sarah Puntigam aus der Startelf rotiert hatte.

Die neu zusammengestellte Truppe spielte vor allem in der Anfangsphase stark, in der auch das Führungstor von Barbara Dunst (11.) fiel. Die Däninnen verzeichneten insgesamt ein Chancenplus, konnten die in ihrem vierten Länderspiel mehrmals stark parierende Jasmin Pal aber nur einmal durch Pernille Harder (52.) bezwingen.

ÖFB-Frauen holen Remis gegen Dänemark

Österreichs Fußballerinnen haben vor dem Start in die EM-Qualifikation einen Teilerfolg geschafft. Die ÖFB-Auswahl trennte sich zum Abschluss des Trainingslagers in Marbella von Dänemark mit 1:1 und verkaufte sich damit deutlich besser als beim bitteren 2:7 gegen Europameister England am Freitag in Algeciras.

Steigerung in der Defensive

„Wir waren stabiler in der Defensive, im Spiel gegen den Ball, hatten auch mehr Ballbesitzphasen, waren aber teilweise zu schlampig und haben leichte Fehler gemacht. Dadurch ist Dänemark zu Konterchancen gekommen“, sagte Zadrazil. Zudem habe man aus dem im Vergleich zum England-Spiel deutlich gewachsenen Ballbesitz zu wenig Chancen kreiert. „Das ist das, woran wir arbeiten müssen“, sagte die Bayern-Legionärin. Viele Learnings habe man auch aus dem bitteren 2:7 gegen England am Freitag mitnehmen können.

„Es waren Ups and Downs. Wir hatten im Training viel Dynamik, Power, Motivation drinnen. Das erste Spiel ist nicht gelaufen, wie wir uns das gewünscht hatten, umso wertvoller ist das zweite Spiel“, lautete das Fazit des Trainingslagers von Zadrazil. Wichtig sei es gewesen, da auch ergebnistechnisch was mitzunehmen. Das unterstrich auch Linksverteidigerin Verena Hanshaw: „So beenden wir den Lehrgang mit einem positiven Gefühl.“

Fuhrmann kann „wichtige Schlüsse ziehen“

Laut Fuhrmann habe man ein „harterkämpftes Unentschieden“ gegen einen richtig starken und in der Rangliste vor einem liegenden Gegner eingefahren. „Wir können schon zufrieden sein, dieses Ergebnis vor allem nach einem Test wie gegen England geschafft zu haben“, meinte die ÖFB-Teamchefin. Man habe gegen zwei Topnationen im technisch-taktischen Bereich einiges probiert. „Daraus können wir wichtige Schlüsse für die EM-Qualifikation ziehen“, sagte Fuhrmann.

Jubel der ÖFB-Frauen
ÖFB/Paul Gruber
Die Österreicherinnen durften mit ihrer Leistung am Mittwoch zufrieden sein

Kirchberger im „Hunderterclub“

Einer davon ist, dass Virginia Kirchberger noch nicht zum alten Eisen gehört. Die 30-Jährige war nicht nur in der Defensive gefragt, sondern sorgte beim 2:7 mit ihrem Doppelpack nach Standardsituationen auch vorne für die einzigen positiven „Ausreißer“. Seit Mittwoch hat sie 100 Länderspiele auf dem Buckel.

„Ich ziehe den Hut vor ihr, da sie vor zwei Jahren diese schwere Verletzung gehabt hat und jetzt dieses Level wieder erreicht hat und uns wieder Stabilität in der Abwehr gibt“, sagte Fuhrmann. Für die Verteidigerin fühlte sich der Einzug in den „Hunderterclub“ „richtig cool“ an. Weitere Einsätze sollen bis Mitte Juli in der EM-Quali dazukommen. Die Auslosung folgt am Dienstag in Nyon. „Es gibt für mich keinen Wunschgegner. Es wird jedes Spiel eine Herausforderung, und ich freue mich drauf“, sagte die Frankfurt-Spielerin.