Formel 1

„Bullen“ starten Jahr mit Doppelsieg

Die 75. Saison der Formel 1 hat so begonnen, wie die 74. angefangen und aufgehört hat: mit einem Doppelsieg für Red Bull Racing. Max Verstappen feierte am Samstag beim Grand Prix von Bahrain in Sachir so wie im Vorjahr vor seinem Teamkollegen Sergio Perez einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Und so wie 2023 kam hinter dem Niederländer und dem Mexikaner ein Ferrari – diesmal vom Spanier Carlos Sainz gesteuert – als Dritter ins Ziel.

Verstappen ließ auf dem Weg zum perfekten Saisonstart nichts anbrennen und holte sich mit Respektabstand auf Perez seinen 55. Sieg in einem Formel-1-Rennen. Saisonübergreifend stand der 26-Jährige, der heuer seinen vierten WM-Titel en suite im Visier hat, zum achten Mal in Folge nach einem Grand Prix auf der obersten Stufe des Podests. Schon im Qualifying hatte der Niederländer den Ton angegeben. Bereits am kommenden Samstag (18.00 Uhr live in ORF1) geht es mit dem Grand Prix von Saudi-Arabien weiter.

„Unglaublich, es war viel besser als erwartet. Das Auto war gut zu fahren und hatte eine super Pace. Es ist ein super Start ins Jahr, es hätte nicht besser laufen können. Ich habe mich gut gefühlt, solche Tage hat man nicht immer“, sagte Verstappen, der sich auch den Zusatzpunkt für die schnellste Runde sichern konnte. Mit seinem neuen Auto sei er gut zurechtgekommen, sagte der Niederländer: „Es fühlt sich großartig an, so wie ich mich mit dem Auto eins gefühlt habe. Der Start war gut, ich habe die erste Kurve verteidigen können und damit konnte ich mein Rennen fahren.“

Rennstart
Reuters/Rula Rouhana
Im ersten Rennen sprühten nur kurz die Funken, am Ende hieß der Sieger wieder Verstappen (Mi.)

Zufriedene „Nebendarsteller“

Perez unterstrich als Zweiter, dass der Weg zur WM-Krone heuer wieder nur über Red Bull führt und eine ähnliche Dominanz wie im Vorjahr zu erwarten ist. 2023 hatte der Titelverteidiger bei Fahrern und Konstrukteuren 21 der 22 Saisonrennen für sich entschieden. Neben 19-mal Verstappen und zweimal Perez war nur der Name Sainz beim Grand Prix von Singapur in den Siegerlisten zu finden gewesen. Von den jüngsten 34 Rennen gewannen die „Bullen“ überhaupt 32.

Auch wenn er einmal mehr seinem Teamkollegen den Vortritt lassen musste, war „Nebendarsteller“ Perez mit seinem Saisonauftakt zufrieden. „Es war heute das Maximum, das Reifenmanagement war nicht ganz einfach. Es ist ein wichtiger zweiter Platz für die Teamwertung“, sagte der Mexikaner, der Verstappen im Vorjahr in Saudi-Arabien und Aserbaidschan schlagen konnte.

Auch der drittplatzierte Sainz sah einen „wichtigen Schritt in die richtige Richtung“, auch wenn er noch nicht ganz dortbsei, wo er hinwolle: „Ich habe meine Reifen gut im Griff gehabt und hatte immer das Podium im Visier. Wir haben neue Autos und damit neues Glück, Red Bull hat ein gutes Auto, aber auch wir sind schneller geworden.“

Klare Angelegenheit vom Start bis zur Zielflagge

Heuer stehen insgesamt 24 Rennen im Kalender, das erste davon hatte zumindest im Kampf um den Sieg überschaubaren Spannungsgehalt. Verstappen wehrte beim Start die Angriffe von Charles Leclerc, der im zweiten Ferrari am Ende Vierter wurde, ab und hängte seine Verfolger im Eiltempo ab. Bereits nach sechs der 57 Runden hatte der Niederländer über vier Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz.

Etwas Spannung kam nur im Kampf um die Plätze im Schatten des Weltmeisters auf. Vor allem die Ferraris und George Russell im Mercedes lieferten sich immer wieder Zweikämpfe. Am Ende behielten die Boliden der italienischen „Scuderia“ aber die Oberhand und verwiesen den Silberpfeil auf den fünften Platz. Apropos Mercedes: Rekordweltmeister Lewis Hamilton landete in seinem 333. Grand Prix in einem McLaren-„Sandwich“ hinter seinem britischen Landsmann Lando Norris und vor dem Australier Oscar Piastri auf dem siebenten Platz.

Endstand nach 57 Runden (= 308,238 km):
1. Max Verstappen NED Red Bull 1:31:44,742
2. Sergio Perez MEX Red Bull + 22,457
3. Carlos Sainz ESP Ferrari 25,110
4. Charles Leclerc MON Ferrari 39,669
5. George Russell GBR Mercedes 46,788
6. Lando Norris GBR McLaren 48,458
7. Lewis Hamilton GBR Mercedes 50,324
8. Oscar Piastri AUS McLaren 56,082
9. Fernando Alonso ESP Aston Martin 74,887
10. Lance Stroll CAN Aston Martin 93,216
11. Zhou Guanyu CHN Kick Sauber 1 Runde
12. Kevin Magnussen DEN Haas 1 Runde
13. Daniel Ricciardo AUS RB 1 Runde
14. Yuki Tsunoda JPN RB 1 Runde
15. Alexander Albon THA Williams 1 Runde
16. Nico Hülkenberg GER Haas 1 Runde
17. Esteban Ocon FRA Alpine 1 Runde
18. Pierre Gasly FRA Alpine 1 Runde
19. Valtteri Bottas FIN Kick Sauber 1 Runde
20. Logan Sargeant USA Williams 1 Runde
Schnellste Runde: Verstappen (1:32,608)