Manuel Feller (AUT)
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Ski alpin

Zittern um Slalom-Kugel geht weiter

Manuel Feller hat mit Rang fünf in Aspen die Chance verpasst, den Slalom-Weltcup schon in den USA für sich zu entscheiden. Vor den letzten zwei Saisonrennen hat er aber immer noch beruhigende 169 Punkte Vorsprung auf seinen letzten Konkurrenten Linus Straßer (GER), der am Sonntag Zweiter wurde. Nun müsse er eben noch „ein bisschen zittern“, sagte Feller und blickte dem Finale relativ gelassen entgegen.

Vor dem Start des Slaloms in Colorado habe es bei ihm allerdings schon eine angespannte Gefühlslage gegeben, sagte der Tiroler. „Da kriegt man alle Zustände. Aber für die Skifans ist es cool, ein bisserl ein Match zu sehen“, sagte er im ORF-Interview zur vertagten Entscheidung.

Es sei aber ein Privileg, in so einer Situation zu sein. „Von dem her nehme ich es gern an.“ Straßer sah es ähnlich: „Gut für die Zuschauer, wenn es noch ein bisschen Spannung gibt.“ Und mit einem Grinser fügte er hinzu: „Kranjska Gora und Saalbach, da sind meine zwei Lieblingshänge.“ Dort gehen die finalen Slaloms in Szene.

Slalom-Weltcup: Feller genügt Platz acht

Manuel Feller muss sich im Kampf um die kleine Kristallkugel noch gedulden. Allerdings genügt dem Tiroler beim nächsten Slalom am Sonntag in Kranjska Gora bereits ein achter Platz für den Gewinn der Disziplinenwertung.

„Wir sind alle guter Dinge“

ÖSV-Cheftrainer Marko Pfeifer erklärte, dass er wegen der starken Form von Straßer nicht mit einer Entscheidung in Aspen gerechnet habe und mit dem Ergebnis „sehr, sehr zufrieden“ sei. „Es ist nie leicht, wenn man komfortabel vorne liegt und trotzdem weiß, dass es erst aus ist, wenn es aus ist. Wir geben ihm das Vertrauen.“

ÖSV-Cheftrainer Marko Pfeifer
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Marko Pfeifer sieht dem Finale positiv entgegen

Er verwies darauf, dass das schlechteste Ergebnis von Feller in dieser Saison Rang fünf war. „Er fährt super Ski, wir sind alle guter Dinge, dass er das heimfährt. Er soll sich aufs Skifahren konzentrieren, dann kommt das automatisch.“ Für den ÖSV wäre es die erste Weltcup-Kugel bei den Männern seit 2021, als Marco Schwarz im Slalom und Vincent Kriechmayr im Super-G zuschlugen.

WM-Silber bisher größter Erfolg

Für den 31-jährigen Feller, der 2017 bei der WM in St. Moritz die Silbermedaille im Slalom gewann, wäre die Disziplinenkugel ein weiterer Meilenstein in der Karriere. In diesem Winter gewann er die Torläufe in Gurgl, Adelboden, Wengen und Palisades Tahoe. „Palisades war ein entscheidender Sieg zum richtigen Moment“, sagte Pfeifer rückblickend. Denn Feller legt zwar große Konstanz an den Tag, war nach drei Siegen und einem fünften Rang (Madonna di Campiglio) aber in Kitzbühel (4.), Schladming (5.) und Chamonix (4.) ohne Podestplatz geblieben, ehe es in die USA ging.

In Aspen hatte Feller am Freitag im ersten Riesentorlauf-Durchgang eine Schrecksekunde zu überstehen, bei der der oft schmerzende Rücken strapaziert wurde. Der Fieberbrunner gab aber gleich danach Entwarnung. Ein warmes Bad, viel Physiotherapie und einen Fitnesstest später stand dem Slalom nichts im Wege. „Es hat ein bissel nachreagiert, aber es hält sich alles in Grenzen“, sagte Feller. Den zweiten Riesentorlauf hatte er plangemäß ausgelassen.