Luis Rubiales, Präsident des spanischen Fußballverbandes, während der Siegerehrung mit Spielerinnen nach dem Finale der Frauen-Fußball-WM 2023
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Chronik

Ex-Fußballboss in Spanien festgenommen

Der von der Justiz der Korruption und sexuellen Aggression beschuldigte ehemalige Präsident des spanischen Fußballverbandes, Luis Rubiales, ist bei seiner Rückkehr in die Heimat festgenommen worden. Rubiales sei am Mittwoch auf dem Madrider Flughafen Adolfo Suarez von Beamten der zuständigen Polizeieinheit Guardia Civil in Gewahrsam genommen worden, berichteten spanische Medien.

Nach einem Aufenthalt in der Dominikanischen Republik landete Rubiales den Berichten zufolge mit einem Linienflugzeug in Madrid. Noch auf dem Flughafen sei er von Beamten in Empfang genommen und über seine Situation informiert worden, so RTVE. Allerdings wurde der ehemalige Funktionär entgegen ursprünglicher Meldungen wenig später wieder auf freien Fuß gesetzt.

Es wird erwartet, dass er von der zuständigen Richterin bald eine Vorladung erhält, um in der Sache der mutmaßlich irregulären Verträge vernommen zu werden. Nach dem spanischen Gesetz könnte ein Verdächtiger längstens 72 Stunden festgehalten werden, wenn keine Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr oder anderer Gründe angeordnet wird.

Polizisten am Ausgang des Terminal 1 am Flughafen Madrid Barajas
APA/AFP/Javier Soriano
Die spanische Polizei bildete für Rubiales auf dem Flughafen das Empfangskomitee

Korruption und skandalöser Kuss

Gegen Rubiales wird wegen mutmaßlich unregelmäßiger Verträge ermittelt, die während seiner fünfjährigen Präsidentschaft beim Fußballverband RFEF abgeschlossen wurden. Zu den mutmaßlichen Straftaten gehören in dieser Sache Korruption im Geschäftsverkehr, unlautere Verwaltung und Geldwäsche.

Zudem laufen in Spanien Strafermittlungen gegen den 46-Jährigen wegen des Kussskandals bei der WM 2023 in Australien, der weltweit für Aufsehen gesorgt hatte. Rubiales hatte bei der Siegerehrung nach dem gewonnenen WM-Titel die Spielerin Jennifer Hermoso auf den Mund geküsst. Hermoso widersprach der Aussage von Rubiales, der Kuss sei einvernehmlich erfolgt.

Rubiales war im vergangenen September im Zuge des Kussskandals als Verbandschef zurückgetreten. Wegen der Affäre wurde er unter anderem vom Fußballweltverband (FIFA) für drei Jahre gesperrt. Der Spanier hat alle Vorwürfe – auch jene der Korruption – dementiert. In beiden Fällen droht dem Ex-Funktionär eine mehrjährige Haftstrafe. Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren werden in Spanien in der Regel zur Bewährung ausgesetzt.