ÖFB-Cup

Rapid zieht wieder ins Finale ein

Der SK Rapid hat es wie im Vorjahr ins Endspiel des Uniqa-ÖFB-Cups geschafft. Die Wiener feierten am Mittwoch im Halbfinale einen 3:0-Auswärtssieg gegen Zweitligisten DSV Leoben und dürfen damit weiter auf den ersten Titel in diesem Bewerb seit 1995 hoffen.

Dabei hatten die Hütteldorfer Glück, als Leobens Kevin Friesenbichler die erste Chance im Spiel vergab und den Ball aus aussichtsreicher Position über das Tor jagte. Ähnlich scheiterte Matthias Seidl, ehe Guido Burgstaller nach seiner Sperre den Ball auf das Tor beförderte – Drini Halili konnte das Leder nur noch ins eigene Gehäuse lenken (26.).

Kurz vor der Pause sorgte Christoph Lang aus halbrechter Position für die Vorentscheidung (41.). Nach Seitenwechsel ließ Rapid nichts mehr anbrennen, hatte nur bei einem Stangenschuss von Nico Pichler aus der Distanz Glück, ehe „Joker“ Fally Mayulu stach (91.). Der Gegner im Finale am 1. Mai in Klagenfurt wird am Donnerstag (20.45 Uhr, live in ORF1) zwischen Salzburg und Titelverteidiger Sturm Graz ermittelt.

2:0 durch Lang (41. Min.)

Christoph Lang erhöht noch vor der Pause auf 2:0 für Rapid.

Chance auf 15. Cuptitel lebt

Rapid greift nach dem 15. Cuptitel, an diesem Unterfangen war Grün-Weiß zuletzt 2017, 2019 und 2023 erst im Finale gescheitert. Leoben, aktueller Zweiter der 2. Liga, verabschiedete sich nach seiner beachtlichen Cupsaison mit Siegen u. a. über WSG Tirol, WAC und zuletzt Altach trotz einer harmlosen Vorstellung erhobenen Hauptes.

Panoramabild von der Monte Schlacko Arena in Leoben
GEPA/Avni Retkoceri
Rund 8.500 Zuschauerinnen und Zuschauer kamen in die Monte Schlacko Arena

Rapid agierte in der mit rund 8.500 Zuschauerinnen und Zuschauern ausverkauften Monte Schlacko Arena im Vergleich zum jüngsten Ligasieg in Hartberg an zwei Stellen verändert: Rechtsverteidiger Neraysho Kasanwirjo kam für Moritz Oswald, im Sturm kehrte Burgstaller nach seiner Dreispielesperre zurück. Marco Grüll rückte anstelle von Isak Jansson zurück ins offensive Mittelfeld.

Leoben vergibt Riesenchance auf Führung

Der Versuch von Rapid, mit Ballbesitz und Spielkultur gefährlich zu werden, scheiterte zunächst an Leobens bissiger Verteidigung. Vielmehr waren es die Hausherren, die nach schönem Dribbling Winfred Amoahs samt Stanglpass auf Kevin Friesenbichler die erste Topchance hatten. Der frühere Stürmer der Wiener Austria verfehlte aber das Tor der Gäste letztlich klar (15.).

Großchance durch Friesenbichler (15. Min)

Kevin Friesenbichler kommt wenige Meter vor dem Tor an den Ball. Er schießt drüber.

Rapid wurde danach gefährlicher. Erst verstolperte Burgstaller im Strafraum seinen Schuss aus der Drehung (18.), kurz darauf bediente er Matthias Seidl, der in aussichtsreicher Position aber weit drüber zielte (19.). Den Treffer besorgte schließlich quasi ein Leobener, Drini Halili fälschte einen Burgstaller-Schuss ins eigene Tor ab – gutgeschrieben wurde das 1:0 aber dem Rapid-Goalgetter.

Lang mit Vorentscheidung

Die grün-weiße Überlegenheit gegen eine zunehmend unaufmerksamere Leobener Abwehr zeitigte noch vor der Pause erneut Wirkung. Burgstaller verlor an der Strafraumgrenze zwar den Ball, der nachsetzende Lang schnappte sich diesen aber und verwertete aus wenigen Metern ins kurze Eck (41.).

Die Gäste kontrollierten das Spiel auch nach Seitenwechsel, Seidl scheiterte zur Stundenfrist am Fünfer an DSV-Goalie Florian Wiegele, etwas später verzog Burgstaller bei einem Flachschuss (67.). Leobens Bemühungen um den Anschlusstreffer versandeten im Mittelfeld, Topgoalgetter Deni Alar war an diesem Abend völlig abgemeldet.

Leoben trifft Stange, Mayulu ins Tor

Erst im Finish kam etwas mehr von den Steirern. Weil ein Schuss von Kapitän Nico Pichler aus 17 Metern aber nur an die Stange ging (78.), blieb den Rapid-Fans ein unnötiges Zittern erspart. Als Leobens Kräfte in der Nachspielzeit schwanden, besorgte Mayulu den Endstand (91.).

3:0 durch Mayulu (90. +1. Min)

Fally Mayulu macht den Sack in dieser Partie mit seinem Treffer zu.

Stimmen zum Spiel:

Rene Poms (Leoben-Trainer): „Wenn du in Führung gehst, schaut das Spiel ganz anders aus. Dann haben wir fast mit der ersten Chance das 0:1 bekommen. In so einem Spiel ist es wichtig, dass du so lange wie möglich die Null hältst, das haben wir heute nicht geschafft. Rapid hat dann mehr Räume bekommen, und vorne sind sie richtig gut. Aber kämpferisch kann ich meiner Mannschaft nichts vorwerfen. Wenn wir in der zweiten Hälfte den Stangenschuss machen, wäre es noch einmal interessant geworden. Aber heute war uns das Tor nicht vergönnt.“

Robert Klauß (Rapid-Trainer): „Wir haben souverän 3:0 gewonnen, auch wenn wir ein paar Situationen vom Gegner zugelassen haben. In Summe ist es hier, wo drei Bundesligisten ausgeschieden sind, okay. Ich habe in der Halbzeit gesagt, nicht passiv zu werden, aber wir haben uns dann zu weit zurückgezogen und viele Situationen schlampig zu Ende gespielt. Am Ende zählt das Weiterkommen. Der Gegner im Finale ist mir völlig egal, es kann gerne in die Verlängerung gehen.“

Uniqa-ÖFB-Cup, Halbfinale

Mittwoch:

DSV Leoben – SK Rapid 0:3 (0:2)

Leoben, Monte Schlacko Arena, 8.450, SR Hameter

Torfolge:
0:1 Burgstaller (26.)
0:2 Lang (41.)
0:3 Mayulu (91.)

Leoben: Wiegele – Untergrabner, Horvat, Turi – Heinrich, Eskinja (69./Michael), Pichler, Halili – Amoah, Alar, Friesenbichler (59./Dieng)

Rapid: Hedl – Kasanwirjo, Querfeld, Kongolo (85./Hofmann), Auer – Sattlberger, Grgic (85./Kerschbaum) – Lang (75./Oswald), M. Seidl (85./Mayulu), Grüll – Burgstaller (75./Zivkovic)

Gelbe Karten: Eskinja, Pichler bzw. Seidl

Finale am 1. Mai im Wörthersee Stadion in Klagenfurt gegen den Sieger aus Salzburg – Sturm Graz (Donnerstag, 20.45 Uhr, live in ORF1)