Judo

Die erste Goldmedaille im Mixed-Bewerb der Judoka geht an Frankreich. Guillaume Chaine, Axel Clerget, Sarah Leonie Cysique, Romane Dicko, Margaux Pinot und Teddy Riner verhinderten mit einem 4:1 im Finale die zehnte Judo-Goldene von Gastgeber Japan. Bronze sicherten sich die Teams aus Deutschland und Israel. Österreich war nicht am Start.

Trotz der überraschenden Niederlage im Mixed-Bewerb waren die Japaner dennoch das alles überragende Team bei den Wettkämpfen im Nippon Budokan. In den 14 Einzelgewichtsklassen hatten sie neunmal Gold sowie je einmal Silber und Bronze geholt. Mit dem zweiten Platz im Teambewerb erkämpften sie ihre zwölfte Medaille und damit genauso viele wie bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Zweiterfolgreichstes Team in Tokio war Frankreich mit insgesamt acht Medaillen, darunter zweimal Gold.

Coronavirus

Wegen Verstoßes gegen die strengen Coronavirus-Schutzregeln in Japan sind zwei Judoka aus Georgien von den Olympischen Spielen in Tokio ausgeschlossen worden. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag. Demnach habe ein Sprecher des Nationalen Olympischen Komitees von Georgien gesagt, dass die Sportler das Athletendorf für eine Stadtbesichtigung verlassen und damit gegen das Covid-19-Protokoll verstoßen hatten.

Erster Entzug der Akkreditierung

Zuvor hatte ein Sprecher des Organisationskomitees erklärt, dass mindestens einer Person die Akkreditierung für die Spiele entzogen worden und diese Strafe erstmals seit Beginn der Olympischen Spiele am 23. Juli verhängt worden ist. Masa Takaya hatte weder die Nationalität des Betroffenen bekanntgegeben noch ob es sich um einen Athleten oder Betreuer handelte und weitere Details für Sonntag angekündigt.

Wer während seines Tokio-Aufenthalts im Athletendorf wohnt, darf dieses nur für Trainings, Wettkämpfe, Medientermine oder dergleichen verlassen. Andere Abwesenheitsgründe, die nicht mit Sport zu tun haben, sind nicht gestattet. Ohne Akkreditierung bekommen teilnehmende Athletinnen und Athleten keinen Einlass in Sportstätten.

Im Umfeld der Olympischen Spiele in Tokio sind 21 weitere CoV-Fälle registriert worden. Das gaben die Organisatoren der Spiele am Samstag bekannt. Der Höchstwert war am Freitag mit 27 Neuinfektionen erreicht worden. Athleten sind diesmal nicht betroffen. Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe in Japan stieg damit auf 241. Insgesamt infizierten sich demnach bisher 23 Sportler mit dem Coronavirus.

Unterdessen steigen auch die Infektionszahlen in Tokio insgesamt. Die japanische Hauptstadt meldete am Samstag mit 4.058 CoV-Neuinfektionen einen neuen absoluten Höchstwert. Die Zahl von 4.000 wurde damit laut der Stadtregierung erstmals überschritten. Der neue Rekord wurde am Tag, nachdem Japan den Notstand in drei Präfekturen um Tokio sowie in der Westpräfektur von Osaka bis Ende August verlängert hatte, vermeldet.

Rugby

Die Olympiasiegerinnen im Rugby 2021 kommen aus Neuseeland. Die „Black Ferns Sevens“ entschieden das Finale gegen Frankreich mit 26:12 für sich und holten sich nach Silber 2016 in Rio de Janeiro nun Gold. Die Neuseeländerinnen, die vor fünf Jahren noch das Finale gegen Australien verloren hatten, beendeten das Turnier mit sechs Siegen in sechs Spielen.

Bronze ging an die Damen aus Fidschi, die Großbritannien im Spiel um Platz drei mit 21:12 in Schach hielten. Für den Inselstaat im Pazifik ist es nach Gold bei den Männern, die im Finale Neuseeland geschlagen hatten, die zweite Medaille bei den Spielen in Tokio.

Segeln

Für Österreichs Segler verläuft die olympische Segelregatta vor Enoshima weiterhin enttäuschend. Benjamin Bildstein und David Hussl (49er) schafften es als Zehnte zwar in das Medal Race der Top Ten, es gibt aber keine Chance mehr auf eine Medaille.

Thomas Zajac/Barbara Matz (Nacra 17 Foiling) rutschten als Gesamtelfte aus den Top Ten, sie haben am Sonntag noch drei Wettfahrten vor sich. Tanja Frank/Lorena Abicht (49er FX) verpassten die Teilnahme am Finale, beendeten Olympia als 17.

Bildstein/Hussl kamen in den Wettfahrten am Samstag auf die Ränge sieben, 15 und 13 und haben 104 Punkte auf dem Konto. Es führen die Neuseeländer Peter Burling/Blair Tuke (52). „Wir haben eigentlich schon öfters bewiesen, dass wir uns aus einer schwierigen Situation rauskämpfen können und haben dafür auch unserer Tools und Routinen. Aber diese Woche und auch heute hat einfach gar nichts klappen wollen“, sagte Bildstein. Das Duo war als Mitfavorit um Edelmetall nach Japan gereist.

Zajac/Matz fallen aus den Top Ten

Für Zajac/Matz schauten nur die Plätze zwölf, 13 und neun heraus, als Elfte fehlen ihnen zwei Punkte auf Rang zehn. „Wir lagen in allen Wettfahrten nach der ersten Runde in den Top Fünf. Hätten wir das nur halbwegs ins Ziel gebracht, wären wir für morgen wieder im Kampf um die Medaillen gewesen. Aber wir haben diesen Vorteil immer hergegeben“, meinte Zajac.

„Der Preis dafür ist, dass wir nun außerhalb vom Medal Race klassiert sind und auch keine Chance mehr haben, irgendwie ein geiles Ergebnis bei diesen Spielen zusammenzubringen.“, sagte der Steuermann, der 2016 in Rio die Bronzemedaille mit Frank gewann. In Führung liegen die Italiener Ruggero Tita/Caterina Banti.

Frank/Abicht beenden 49er-FX-Regatta auf Rang 17

Für Frank ist die Regatta bereits gelaufen. Mit Abicht landete sie in ihren letzten Wettfahrten im 49er-FX auf den Rängen 17, 15 und 20 und wurde damit enttäuschende Gesamt-17. unter 21 Booten. „Für uns war heute klar: entweder volles Risiko, oder das Medal Race bereits vor dem ersten Start aufgeben. Wir haben voll angegriffen, aber es ist uns absolut nichts aufgegangen“, erklärte Frank.

Es seien viele Teams mit den Bedingungen nicht zurechtgekommen. Sie werde nun etwas Abstand vom Segeln suchen. „Und dann werden wir über unsere Zukunft reden.“ Abicht fand es „frustrierend und traurig“, weil man wisse, dass man es besser könne.

Programm

In folgenden Bewerben werden noch Medaillen vergeben:

Tennis Damen-Einzel (12.40 Uhr)

Gewichtheben Herren Klasse bis 96 kg (12.50 Uhr)

Leichtathletik Diskuswurf Herren (13.15 Uhr), 4 x 400 m Mixed (14.35 Uhr), 100 m Damen (14.50 Uhr)

Badminton Herren-Doppel (13.30 Uhr)

Alle Zeiten MESZ

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Pferdesport

Kurz vor Beginn der zweiten Dressur-Session der Vielseitigkeitsreiter am Samstag bei den Olympischen Spielen in Tokio hat die 34-jährige Katrin Khoddam-Hazrati auf Cosma ihre Nennung zurückgezogen. Das Pferd hatte beim Aufwärmen ein Eisen verloren. „Leider ist unser Olympiatraum zerplatzt“, sagte die Kärntnerin. Die Oberösterreicherin Lea Siegl war bereits am Freitag dran, sie liegt nach dem Auftaktbewerb mit Fighting Line am 28. Stelle.

Man habe es mit Lebewesen zu tun, und die Gesundheit des Pferdes gehe immer vor, erklärte Khoddam-Hazrati. „Das muss man so in Kauf nehmen. Wer weiß, wofür es gut ist oder gut war. Das Wichtigste ist, mit einem gesunden Pferd nach Hause zu kommen, das steht an vorderster Front. Vielleicht gibt es für die nächsten Olympischen Spiele noch eine zweite Chance. Unser nächstes Ziel sind jetzt aber erst einmal die Europameisterschaften.“

Beim Aufwärmen rund eine Stunde vor Bewerbbeginn verlor Cosma ein Eisen, das Pferd dürfte sich selbst hineingestiegen sein. Man habe alles versucht und das Eisen wieder angenagelt. „Aber das Pferd ist nicht mehr taktrein beziehungsweise lahmfrei gegangen und musste deshalb zurückgezogen werden“, erklärte Thomas Tesch, der Vielseitigkeitsreferent im Österreichischen Pferdesportverband.

Cosma ist das zweite Pferd der österreichischen Equipe, das in Tokio nicht an den Start gebracht werden konnte. Abeggelen, der Westfalen-Wallach von Dressurreiterin Victoria Max-Theuer, litt unter einem akuten Zahnspitzenwurzel-Backenzahn-Abszess. Auch hier ging das Pferdewohl vor.

Triathlon

Österreichs Triathlon-Mixed-Staffel war am Samstag in Tokio nur Zuschauer. Grund dafür war eine Verletzung von Lisa Perterer, die ein Antreten unmöglich machte. ÖTRV-Sportdirektor Robert Michlmayr musste daher die Nennung kurzfristig zurückziehen. Den Sieg bei der Olympiapremiere des Teambewerbs sicherte sich Großbritannien vor den USA und Frankreich.

Bei Perterer war nach dem Einzel-Bewerb am Dienstag eine ältere Sehnenblessur im rechten Bein akut geworden. Die Verletzung verschlechterte sich in den vergangenen Tagen trotz intensiver Schmerz- und Physiotherapiebehandlung weiter. „Es tut mir für die Mädels und Jungs ausgesprochen leid“, erklärte Michlmayr in einer Aussendung. „Wir hätten gerne noch ein sportliches Ausrufezeichen gesetzt.“

Neben Perterer hätten Julia Hauser, Alois Knabl und Lukas Hollaus starten sollen. Im ORF-Interview ergänzte Michlmayr: „Die Stimmung im Team ist natürlich gar nicht gut, das waren katastrophale Spiele für uns. Wir wollten uns als Team noch einmal richtig gut präsentieren. Ich bin überzeugt, wir hätten einige Mannschaften schlagen können.“

Bei Perterers Blessur handle es sich „grundsätzlich um eine alte Verletzung, die sie seit Jänner mal mehr, mal weniger spürt“, sagte Michlmayr. Nach dem Einzel schien bei Perterer, die nicht über Platz 27 hinausgekommen war, zunächst alles in Ordnung zu sein, dann wurden die Schmerzen größer. „Und nach letzten Belastungstests gestern Abend mussten wir entscheiden, dass ein Antreten nicht möglich ist“, berichtete der ÖTRV-Sportdirektor.

Turnen

Simone Biles wird an den Gerätefinale am Stufenbarren und Sprung nicht um die Medaillen kämpfen. Wie der US-Turnverband in einer Mitteilung auf Twitter bekanntgab, lässt die 24-jährige die Wettkämpfe am Sonntag aus.

Ob Biles, die aufgrund von mentalen Problemen bereits das Mehrkampf-Finale mit dem Team abgebrochen hatte und nicht zum Einzel angetreten war, in den weiteren Gerätefinale vom Montag (Boden) und Dienstag (Schwebebalken) antreten wird, ließ der Turnverband offen.

Rad

BMX-Fahrer Connor Fields hat bei seinem Sturz im Olympiabewerb am Freitag eine Gehirnblutung erlitten, inzwischen aber die Intensivstation eines Spitals in Tokio verlassen. Das gab der US-Radsportverband am Samstag bekannt. Die Ärzte hätten keine weiteren schweren Verletzungen festgestellt, daher sei der 28-Jährige nach einer Nacht aus der Intensivstation verlegt worden. Fields brauche „zu diesem Zeitpunkt keine Operation“, schrieb seine Mutter auf Facebook.

Fields’ Vater Mike sagte US-Medien, es gehe seinem Sohn gut, was die kognitiven Fähigkeiten betrifft. „Er weiß, wer er ist. Er weiß seinen Geburtstag. Er erkennt Personen“, sagte Fields gegenüber „USA Today“.

Fields, der zu den Stars der Szene gehört, war in seinem dritten Halbfinal-Lauf kurz nach dem Start zu Boden gegangen. Der Franzose Sylvain Andre und Twan van Gendt aus den Niederlanden konnten nicht mehr ausweichen und krachten in den US-Athleten. Gold holte sich später der Niederländer Niek Kimmann und löste damit Fields ab, der 2016 in Rio de Janeiro den Olympiasieg erobert hatte.

Tischtennis

Ma Long hat nach 2016 auch bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio Olympiagold im Tischtennis-Einzel gewonnen. Der 32-jährige Chinese besiegte am Freitag im Finale seinen Landsmann und Weltranglistenersten Fan Zhendon mit 4:2-Sätzen. Bronze ging an den Deutschen Dimitrij Ovtcharov, der im kleinen Finale Lin Yun-Ju aus Taiwan nach der Abwehr von drei Matchbällen noch in 4:3-Sätzen besiegte.

Bild zeigt den chinesischen Tinschtennisspieler Ma Long.
AP/Kin Cheung

Ma Long feierte seinen erneuten Triumph mit der „Mobot“-Pose, die durch den britischen Langstreckenläufer und mehrfachen Olympiasieger Mo Farah bekannt wurde. Wie bei allen Olympischen Spielen seit 2008 stellte China auch in Tokio alle vier Einzel-Finalisten. Bei den Frauen hatte am Donnerstag Chen Meng gegen Sun Yingsha Gold geholt.

Ovtcharov sorgte auch am Freitag für ein Drama. Nachdem er am Vortag noch Ma Long im Halbfinale hauchdünn mit 3:4 unterlegen war, überstand er im Kampf um Bronze mehrere Matchbälle gegen sich. Für den Deutschen ist es die zweite Olympiamedaille im Einzel nach Bronze 2012 in London.

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Überblick

Am siebenten Tag der XXXII. Olympischen Sommerspiele in Tokio hat es durch Bronze von Ruderin Magdalena Lobnig die vierte Medaille für Österreich gegeben. Insgesamt 21 Entscheidungen fanden am Freitag statt, darunter mit dem 10.000-m-Lauf der Herren die erste von 48 in der Leichtathletik.

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Sonstiger Sport

Die Bilanz des LASK in der Admiral Bundesliga gegen Rapid seit dem Wiederaufstieg 2017 ist ziemlich ausbaufähig. In 14 Duellen verloren die Linzer zehnmal, in den jüngsten sieben Spielen gab es sechs Pleiten und nur ein Remis. „Die Zeit ist reif, das Blatt zu wenden“, gab sich LASK-Coach Dominik Thalhammer vor dem Heimspiel in der zweiten Runde am Samstag (17.00 Uhr) angriffig.

In Maria Enzersdorf bringt das Duell zwischen Flyeralarm Admira und Austria Klagenfurt eine interessante Konstellation an der Seitenlinie. Der TSV Egger Glas Hartberg möchte wiederum im Heimspiel gegen Cashpoint SCR Altach nachlegen.

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Am Samstag kommt es zum Showdown um die Meisterkrone im heimischen Football. Das Duell in der Austrian Bowl XXXVI auf dem Innsbrucker Tivoli (19.00 Uhr, live in ORF Sport +) bringt einmal mehr den Klassiker schlechthin. Die Swarco Raiders Tirol haben Titelverteidiger Dacia Vikings zu Gast. Favorit will keiner sein, doch der unerwartete Heimvorteil spielt den Innsbruckern in die Karten.

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