Die österreichische Kanutin Viktoria Wolffhardt
GEPA/Christian Walgram
Kanu

Wolffhardt setzt voll auf Angriff

Viktoria Wolffhardt bestreitet am Sonntag (6.50 Uhr MESZ) ihr Olympiadebüt im Slalom der Wildwasser-Kanutinnen. Nach ausgiebigem Training im Kasai Canoe Slalom Centre sind Anpassung und Zeitumstellung kein Thema mehr, zu den Favoritinnen zählt Wolffhardt aber nicht. Vollen Angriff verspricht sie trotzdem.

Nach einer schwierigen Zeit hat Wolffhardt im heurigen Frühjahr ihren 2019 errungenen Quotenplatz im Kajak-Einer gegen Corinna Kuhnle erst absichern müssen. „Ich würde lügen, wenn ich sage, es war keine Belastung“, sagte die Niederösterreicherin über die Änderungen im Qualifikationsprozess wegen der Olympiaverschiebung.

„Es waren die letzten eineinhalb Jahre unheimlich hart für mich, unglaublich herausfordernd – körperlich wie mental. Ich habe nichts gewinnen können, sondern nur alles verlieren. Es war nicht einfach, alles verteidigen zu müssen, aber nichts dabei bekommen zu können.“

„Alles ausblenden“

Demzufolge sei ihre Vorbereitung nicht optimal gelaufen, sie sei primär auf die Verteidigung des Quotenplatzes gefahren. Erschwerend sei hinzugekommen, dass diese Phase nach einer Operation einer Anfang 2019 erlittenen Schulterverletzung gekommen sei. Erst im Herbst ging es dann wieder ins Wildwasser. Zuletzt sei ihr Fokus darauf gelegen, zu sich zurückzufinden. „Alles ausblenden und zu meinem Fahrstil zurückfinden“, sagte Wolffhardt über ihr Programm.

Die ruhige und konzentrierte Vorbereitung im Olympiakanal hat der 27-Jährigen zuletzt gutgetan. Sie wolle nicht vorsichtig fahren, sondern auf Angriff. „Wenn das wieder funktioniert, wenn ich das Selbstvertrauen wieder habe und ich alles wegblenden kann, sollte es wieder klappen.“

Olympiastrecke nicht ideal

Für den Cheftrainer des Österreichischen Kanuverbands (ÖKV), Helmut Oblinger, ist die Charakteristik des Kurses für Wolffhardt nicht ganz ideal: „Viki ist eher die, die im Wasser spielt. Wäre es ein bisschen schwieriger, würde es ihr sicher mehr entgegenkommen.“

Der Oberösterreicher bestätigte die Aussage der Athletin, dass sie ein schwieriges Jahr hinter sich habe. „Nach der Qualifikation nur sechs Wochen, um sich gezielt auf die Spiele vorzubereiten, ist nicht wirklich ein langer Zeitraum. Wir hoffen aber, dass sie dann wirklich zeigt, was in ihr steckt.“ Sie habe ebenso das Zeug für einen Finaleinzug wie Felix Oschmautz (Kajak) und Nadine Weratschnig im Canadier. Für beide geht es am Mittwoch in ihre Olympiapremiere.