US-Schwimmer Caeleb Dressel während dem 100-m-Delfin-Bewerb
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Schwimmen

Dressel mit Weltrekord zu drittem Titel

US-Star Caeleb Dressel hat seinen dritten Titel bei den Olympischen Spielen in Tokio geholt – in Weltrekordzeit. Der 24-Jährige unterbot am Samstag über 100 m Delfin seine 2019 bei den Weltmeisterschaften in Südkorea fixierte Bestleistung in 49,45 um 0,05 Sekunden. Seine Landsfrau Katie Ledecky wiederum feierte ihren ersten Sieg im Aquatics Centre über Ariarne Titmus. Die nun sechsfache Individual-Olympiasiegerin gewann zum dritten Mal Gold über 800 m Kraul.

Neben diesen Titelgewinnen 2012, 2016 und 2021 hat Ledecky vor fünf Jahren in Rio de Janeiro solo über 200 und 400 m Kraul sowie in dieser Woche bei der Olympiapremiere über 1.500 m Kraul gewonnen. Mit diesen sechs Titeln hat die 24-Jährige die Ungarin Krisztina Egerszegi als die Schwimmerin mit den meisten olympischen Einzel-Titeln abgelöst. Mit insgesamt siebenmal Olympiagold fehlt der Kraul-Spezialistin noch ein Titel auf ihre in dieser Wertung führende Landsfrau Jenny Thompson.

„Bei den letzten drei Olympischen Spielen Gold zu gewinnen, ist unglaublich. Ich habe mir nie träumen lassen, es zu Olympia zu schaffen, als ich zum ersten Mal mit dem Schwimmen begann“, meinte Ledecky nach dem Rennen laut Reuters. Sie müsse das erst ein wenig setzen lassen. Eine Teilnahme an den Spielen 2024 in Paris und 2028 in Los Angeles wäre für den US-Star jedenfalls noch ein Ziel.

US-Schwimmer Caeleb Dressel während dem 100-m-Delfin-Bewerb
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Mit ihrem insgesamt sechsten Einzel-Gold zog Katie Ledecky an Rekordhalterin Krisztina Egerszegi vorbei

Im 800er führte Ledecky wie meist das Feld zu Beginn an, diesmal konnte Titmus anders als auf 200 und 400 m Kraul aber nicht kontern. Ledecky gewann in 8:12,57 Minuten, Titmus schlug nach 8:13,83 an. Die Italienerin Simona Quadarella folgte in 8:18,35 mit Respektabstand.

Dressel noch nicht am Limit

Dressel zeigte sich nach seinem Weltrekord und Gold über 100 m Delfin zufrieden, stellte aber auch klar, dass er sich noch nicht am Limit sieht. „Man will bei jedem Rennen schneller sein. Wenn ich jemals ein Rennen mache, wo ich sage, das war’s, dann höre ich auf. Ich hätte auch heute schneller sein können. Es ist nie ein perfektes Rennen“, sagte der 24-Jährige. Im Delfin-Finale wurde er von 200-m-Gewinner Kristof Milak gefordert, der Ungar fixierte in 49,68 Sekunden Europarekord. Das zweite Schweizer Schwimm-Bronze nach jenem von Jeremy Desplanches über 200 m Lagen holte Noe Ponti.

US-Schwimmer Caeleb Dressel mit der Goldmedaille
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Seine dritte Goldmedaille in Tokio holte Dressel in Weltrekordzeit

Dressel war zum Abschluss der Session noch Teil eines anderen Rennens mit einem Weltrekord, der ging aber an Großbritannien. Bei der Olympiapremiere über 4 x 100 m Lagen Mixed waren Kathleen Dawson, Adam Peaty, James Guy und Anna Hopkins in 3:37,58 Minuten um 0,83 Sekunden schneller als ein chinesisches Quartett im Vorjahr. China holte sich vor Australien Silber. Dressel wurde mit dem US-Team nur Fünfter. „Der Standard für die USA ist Gold“, sagte er danach. „Um für mich zu sprechen: Ich habe meinen Job nicht gemacht.“

Gut eine Viertelstunde davor war Dressel über 50 m Kraul in 21,42 Sekunden als Semifinal-Schnellster in den Endlauf gekommen, hatte also in der kompakten Samstag-Finalsession eine Dreifachbelastung. Am Sonntag bei Beendigung der Becken-Bewerbe bei diesen Spielen hat er nun im Kraulsprint wie wohl auch in der Lagen-Staffel der Männer noch zwei weitere Gold-Chancen.

200 m Rücken an McKeown

Über 200 m Rücken der Frauen gab es die seltene Konstellation, dass ein Finalfeld von Vertreterinnen von nur vier Ländern gebildet wurde. Australien, Kanada, die USA und China hatten jeweils beide Schwimmerinnen in die Medaillenentscheidung gebracht. Alle anderen Semifinalisten waren Europäerinnen, sie blieben am Freitag alle auf der Strecke. Die Österreicherin Lena Grabowski war als Zwölfte wie bei der EM im Mai in Budapest viertbeste Europäerin.

Im Olympiafinale über die lange Rücken-Distanz schafften es schließlich beide Australierinnen auf das Podest. Kaylee McKeown gewann nach einem starken Finish in 2:04,68 Minuten wie schon über 100 m Rücken, Emily Seebohm sicherte sich Bronze. Silber ging wie am Hunderter 0,74 Sekunden zurück an die Kanadierin Kylie Masse.