Jubel von Megan Tapper (JAM)
Reuters/Dylan Martinez
Leichtathletik

Tapper widmet Bronze auch Österreich

Die Jamaikanerin Megan Tapper hat am Montagvormittag (Ortszeit) in 12,55 Sekunden hinter Jasmine Camacho-Quinn (PUR/12,37) und Kendra Harrison (USA/12,52) die Bronzemedaille über 100 m Hürden gewonnen. Nach ihrem Überraschungserfolg widmete die 27-Jährige ihren dritten Platz auch Österreich, ist sie doch Teil der von Philipp Unfried betreuten Trainingsgruppe in St. Pölten.

„Österreich hat mir so viel gegeben, ich hoffe, ihr werdet mich als eure Tochter adoptieren, diese Medaille ist auch für eurer Land“, sagte die überglückliche Tapper. Zu Saisonbeginn sei es nicht gelaufen, die Trainer hätten das Vertrauen in sie aber nicht verloren. „Das hat definitiv dazu beigetragen, dass ich heute hier bin.“

Unfried zeigte sich anfangs „total sprachlos“. „Sie ist in den letzten Wettkämpfen vor den Spielen schon super gelaufen und hat die jamaikanischen Meisterschaften gewonnen. Damit war natürlich klar, dass es das Ziel ist, dass sie vorne reinläuft. Dass sie wirklich eine Medaille macht, ist einfach richtig, richtig cool“, sagte der Trainer.

Gold für Camacho-Quinn

Jasmine Camacho-Quinn aus Puerto Rico sprintete in 12,36 Sekunden überlegen zu ihrer ersten Goldmedaille. Auf Rang zwei landete die US-Amerikanerin Kendra Harrison (12,52). Bronze ging an die Jamaikanerin Megan Tapper (12,55).

Tapper habe in der Trainingsgruppe eine „ganz lässige Rolle“, auch was die jungen Athleten angehe. „Ich glaube, dass das unseren jungen Sprintern zeigen kann, was möglich ist. Sie haben einfach gesehen, welche Schwierigkeiten sie teilweise im Training hatte und so weiter. Und dass sie oft auch nicht so weit dahinter sind.“ Unfried bedankte sich beim Österreichischen Verband, dass die Arbeit mit Tapper möglich sei. „Ich glaube, dass das unsere Jungen weiterbringt und ihnen extrem viel Auftrieb gibt. Aber es braucht auch das Verständnis der Verantwortlichen im Verband, dass sie das zulassen.“

Weitsprung-Krimi an Tentoglou

Im Weitsprung der Männer holte sich Miltiadis Tentoglou in einer spannenden Entscheidung die Goldmedaille. Der Grieche sprang in seinem letzten Versuch auf 8,41 m und fing damit den gleich weiten Kubaner Juan Miguel Echevarria noch ab. Am Ende zählte der bessere zweite Versuch. Da hatte Tentoglou mit 8,15 m im Vergleich zu 8,09 m des Kubaners knapp die Nase vorne. Bronze ging mit Maykel Masso an einen weiteren Kubaner (8,21 m).

Die Entscheidung im Weitsprung

Miltiadis Tentoglou ist der neue Olympiasieger im Weitsprung. Der Grieche setzte sich gegen den Kubaner Juan Miguel Echevarria in einem dramatischen Wettkampf durch.

Echevarria, der sich schon als Olympiasieger wähnte, hatte nach Tentoglous Sprung noch einen Versuch, musste seinen Anlauf wegen einer Verletzung aber abbrechen. Der Grieche, der mit 8,60 m die Jahresweltbestweite hält, war danach unschlüssig, ob er auch wirklich gewonnen hat. „Es war für mich ein glücklicher Sieg in einem unglaublichen Wettkampf“, sagte Tentoglou. „Mein Beginn war nicht gut, aber am Ende habe ich noch einmal alles aus mir herausgeholt. Ich habe immer noch etwas in Reserve.“