Jean-Kevin Augustin (RB Leipzig)
GEPA/Sven Sonntag
Fußball

Leipzig hat Ärger mit Weltmeister

RasenBallsport Leipzig sieht sich mit einer Beschwerde des französischen Verbandes bei der FIFA konfrontiert. Grund ist die Absage von Jean-Kevin Augustin für das französische U21-Team. Denn im Weltmeisterland sieht man einen Regelverstoß der Leipziger.

Augustin hatte seine Teilnahme an den Partien gegen Bulgarien und Luxemburg mit dem Verweis auf muskuläre Ermüdungserscheinungen abgesagt. Bei Instagram teilte Augustin mit, dass die Entscheidung in Absprache mit Leipzig unter Berücksichtigung seiner Physis getroffen worden sei. „Wenn sich ein Spieler nach den zahlreichen Spielen, die wir in dieser Saison bereits hatten, müde und verletzungsanfällig fühlt und es dann konsequent so entscheidet, ist das absolut nachvollziehbar und vernünftig“, sagte RB-Trainer Ralf Rangnick.

Absprache nicht erlaubt

Im Land des Weltmeisters reagierte man auf die Absage aus Leipzig weniger verständnisvoll. „Es ist inakzeptabel, dass ein so brillanter Spieler wie Augustin eine Einladung ablehnen kann“, wetterte Frankreichs Verbandschef Noel Le Graet in der Tageszeitung „Le Parisien“. Speziell die Absprache zwischen Augustin und den Verantwortlichen in Leipzig sehen die Franzosen als Regelbruch.

Leipzig-Trainer Ralph Hasenhuettl, Jean-Kevin Augustin und Sportdirektor Ralf Rangnick
GEPA/Roger Petzsche
Augustin, hier noch mit dem damaligen Trainer Ralph Hasenhüttl (l.) und Rangnick (r.), kickt seit einem Jahr in Leipzig

In Anhang 1 der Regularien des Fußballweltverbandes (FIFA) steht nämlich: „Die Vereine sind verpflichtet, bei einem Aufgebot des entsprechenden Verbands ihre registrierten Spieler für die Verbandsmannschaft des Landes abzustellen, für das die Spieler aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit spielberechtigt sind. Anderslautende Vereinbarungen zwischen einem Spieler und einem Verein sind unzulässig.“ RB beruft sich darauf, dass das nicht für U21-Mannschaften gilt. Pikantes Detail am Rande: Während der Zeit der Länderspiele war Augustin in einem Testspiel der Leipziger zum Einsatz gekommen.

Rangnick wehrte sich trotzdem gegen den von Frankreich erhobenen Vorwurf, Leipzig habe Augustin die Reise zum U21-Team untersagt. „Der Fall ist klar. Wir haben gesagt, wir stellen die Spieler ab“, betonte Rangnick. Augustin habe selbst gesagt, dass er unter anderem aufgrund der vielen Spiele, die er in dieser Saison bereits für RB bestritten habe, nicht zu den Länderspielen reisen wollte, sagte der Sportdirektor und Coach.

Ähnliche Situation wie bei Laimer

Auch Laimer war ursprünglich in den Kader von Österreichs U21 und beim A-Team auf Abruf nominiert gewesen, meldete laut ÖFB-Angaben danach bei U21-Teamchef Werner Gregoritsch aber Bedenken an, nach seinen Muskelverletzungen noch nicht wieder voll zurück zu sein.

Laut einer ÖFB-Sprecherin habe es danach eine interne Besprechung zwischen Gregoritsch, Teamchef Franco Foda und Sportdirektor Peter Schöttel gegeben, in der entschieden wurde, die langfristige Gesundheit des Spielers für wichtiger zu erachten und von einer Nominierung abzusehen. Laimer blieb daher bei seinem Verein, für den er nach Trainingsrückstand in dieser Saison bisher drei Pflichtspiele (zwei in der Europa-League-Qualifikation, eines im Cup) absolviert hat.

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