Formel 1

Den Formel-1-Rennen in Silverstone scheint nichts mehr im Weg zu stehen. Wie die BBC am späten Sonntagabend berichtete, hat die englische Regierung ihre Zustimmung zur Durchführung der Rennen am 2. und 9. August gegeben. Demnach soll die Königsklasse des Motorsports von den strengen Einreisebeschränkungen im Zuge der Coronavirus-Krise befreit werden.

Somit müssten die Teammitglieder, Fahrer und weitere Personen nicht in die eigentlich vorgeschriebene, zweiwöchige Quarantäne gehen. Eine offizielle Bestätigung der Regierung steht noch aus.

„Wir begrüßen die Anstrengungen der Regierung, sicherzustellen, dass Spitzensport weitergehen kann und auch ihre Unterstützung für die Rückkehr des Rennsports“, wird ein Sprecher der Formel 1 zitiert. „Wir werden in den kommenden Wochen einen engen Dialog mit ihnen führen, während wir uns darauf vorbereiten, unsere Saison in der ersten Juliwoche zu beginnen.“

Saisonstart soll in Spielberg erfolgen

Es wird auch erwartet, dass die Formel 1 den geplanten Saisonstart in Spielberg in den kommenden Tagen bestätigt. Die Bundesregierung hat bereits grünes Licht für die Austragung von zwei Rennen am 5. und 12. Juli in der Steiermark gegeben. Dort soll die Saison, die ursprünglich am 15. März in Melbourne hätte starten sollen, mit fast viermonatiger Verspätung beginnen.

Zwischen Spielberg und Silverstone sehen die Pläne noch ein Rennen in Ungarn (19. Juli) vor. Einen detaillierten Kalender gibt es noch nicht, jedoch sollen bis Anfang September insgesamt acht Rennen in Europa stattfinden.

Ein Experiment in Sachen Qualifikation bei Doppelrennen in der Formel-1-Saison 2020 dürfte wohl am Widerstand des Weltmeisterteams Mercedes scheitern. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, habe der Rennstall bei einem Treffen der Teams mit Rechteinhaber Liberty Media und dem Internationalen Automobilverband (FIA) seine Ablehnung eines Qualisprintrennens mit spezieller Startordnung zum Ausdruck gebracht.

Die Idee hinter der Änderung: Um das zweite Rennen einer – wegen der Coronavirus-Krise – von mehreren Doppelveranstaltungen attraktiver zu machen, sollte vor dem jeweils zweiten Rennen die Qualifikation am Samstag durch ein 30-minütiges Sprintrennen ersetzt werden. Die Startreihenfolge dabei würde dem umgekehrten WM-Stand entsprechen.

Seine Premiere würde das Format am 11. Juli vor dem zweiten Grand Prix der Saisoneröffnung in Spielberg erleben. Dafür ist allerdings bei der für die kommende Woche geplanten Abstimmung Einstimmigkeit der Teams gefordert.

Fußball

In Spanien beginnt die Fußballliga nach der Coronavirus-Unterbrechung am 11. Juni mit dem Stadtderby zwischen dem FC Sevilla und Betis Sevilla. Die Begegnung wird um 22.00 Uhr angepfiffen. Das geht aus den am Sonntag von der Liga veröffentlichten Spielplänen hervor.

Spitzenreiter FC Barcelona kehrt zwei Tage später in den Spielbetrieb der Primera Division zurück. Das Team um Superstar Lionel Messi muss am 13. Juni beim Tabellen-18. RCD Mallorca antreten. Rekordmeister Real Madrid spielt am 14. Juni gegen SD Eibar. Barcelona liegt elf Spieltage vor Saisonende zwei Punkte vor Real Madrid.

In England hat nach der Premier League auch die zweithöchste Fußballliga die Fortsetzung der Saison angekündigt. Die Championship soll nach mehr als zwei Monaten Coronavirus-Unterbrechung vom 20. Juni an wieder spielen. Das teilte der Dachverband English Football League (EFL) am späten Sonntagabend mit. Allerdings muss die Regierung dem Plan noch zustimmen.

Neun Spieltage stehen in der 2. Liga noch aus. Bis zum 30. Juli soll das Play-off der Mannschaften auf den Tabellenplätzen drei bis sechs ausgetragen werden, um den dritten Aufsteiger in die Premier League zu ermitteln. Momentan liegen Leeds United und West Bromwich Albion auf den direkten Aufstiegsplätzen. Am Donnerstag hatte die Premier League bekanntgegeben, ihre Saison vom 17. Juni an fortzusetzen.

Marcus Thuram hat seinen ersten Treffer für Borussia Mönchengladbach in der Partie der deutschen Fußball-Bundesliga gegen den 1. FC Union Berlin am Sonntag mit einem Kniefall bejubelt. Der 22-jährige Franzose kniete nach seinem Tor zum 2:0 im Strafraum nieder und senkte den Kopf.

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Stadt Minneapolis gibt es in den USA derzeit landesweit Proteste und Gewalt.

Rose unterstützt Thuram-Geste

„Er hat es auf den Punkt gebracht, er hat ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt, was wir natürlich alle komplett unterstützen“, sagte Trainer Marco Rose über die Szene während der Partie, die sein Team mit 4:1 gewann. „Ich glaube, dass alle das komplett mittragen, dass alle den gleichen Gedanken tragen wie er.“ Der Club schrieb zum Foto auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: „Besonderer Moment im Borussia-Park“. Der englischsprachige Account der Gladbacher twitterte: „Keine Erklärung erforderlich“.

In der National Football League (NFL) hatte Quarterback Colin Kaepernick 2016 eine Protestwelle gegen Unterdrückung von Schwarzen und gegen Polizeigewalt in den USA gestartet. Der heute 32-Jährige war während der Nationalhymne auf ein Knie gegangen.

Auch Sancho protestiert

Jadon Sancho schloss sich in der Bundesliga-Partie von Borussia Dortmund beim SC Paderborn den Protesten nach dem Tod Floyds an.

Jadon Sancho
APA/AFP/Lars Baron

Nach seinem Treffer zum 2:0 in der 57. Minute zog der 20-jährige Engländer sein Trikot über den Kopf und zeigte ein Shirt mit der Aufschrift „Justice for George Floyd“. Danach sah er die Gelbe Karte. Der Schalker Weston McKennie hatte bereits am Samstag gegen Werder Bremen mit einer Armbinde sein Mitgefühl für Floyd und seine Familie gezeigt.

Liverpool-Coach Jürgen Klopp sieht seine Mannschaft mit Blick auf den angepeilten Wiederbeginn in der Premier League in zweieinhalb Wochen auf einem guten Weg. „Wir nehmen die Situation, wie sie ist, und nutzen jede Sekunde, die wir zusammen haben“, sagte der Trainer des Premier-League-Tabellenführers am Sonntag über die Rückkehr zum Teamtraining.

„Wir genießen das. Wir können an all den Dingen arbeiten, an denen wir arbeiten wollen.“ Er konzentriere sich mit seiner Mannschaft nun vor allem auf taktische Dinge.

Abstands- und Hygieneregel eine Herausforderung

Die Premier League hatte am Samstag die Genehmigung der Regierung für die geplante Wiederaufnahme der Saison am 17. Juni bekommen. „Ich hoffe, dass wir in den nächsten zwei oder drei Wochen Fortschritte machen können“, sagte Klopp. Eine Herausforderung sei die Organisation des Trainings mit allen Abstands- und Hygieneregeln. „Wir sind voll konzentriert, wenn wir hier ankommen“, berichtete der frühere Dortmund-Coach. „Dass wir die richtigen Dinge machen, dass wir unsere Temperatur messen lassen und all diese Dinge.“

Die Zeit bis zum Wiederbeginn nach der Coronavirus-Krise wolle er nun nutzen, um sein Team auf ein gutes Niveau zu bringen. „Wir werden die Intensität steigern, Tag für Tag“, sagte der 52-Jährige. „Es sind noch drei Wochen, das ist gut. Wir werden die Zeit nutzen.“

Der englische Nationalspieler Tyrone Mings vom Erstligisten Aston Villa hat sich kritisch über die geplante Rückkehr der Premier League am 17. Juni geäußert. „Als Spieler sind wir die Letzten, die zum Projekt Neustart gefragt werden“, sagte der 27-jährige Abwehrspieler der „Mail on Sunday“.

Die Motive dahinter bezeichnete er als „wahrscheinlich zu 100 Prozent von Finanzen getrieben“. Trotzdem sei er davon überzeugt, dass die Verhältnisse so sicher sein werden wie möglich. Er selbst will wieder antreten.

Aston Villa ist einer der ersten Clubs in der Premier League, die bei der Rückkehr der Topliga wieder spielen sollen. Geplant ist eine Partie gegen Sheffield United am 17. Juni. Der Verein aus Englands zweitgrößter Stadt Birmingham steht derzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz, hat allerdings ein Spiel weniger absolviert als die meisten anderen Clubs.

Die drei Verfolger von Arminia Bielefeld in der 2. deutschen Bundesliga haben am Sonntag Siege gefeiert. Der VfB Stuttgart setzte sich bei Dynamo Dresden mit 2:0 durch, der Hamburger SV beendete seine Sieglosserie mit einem knappen 3:2-Erfolg gegen den SV Wehen Wiesbaden, und der 1. FC Heidenheim gewann auch dank eines Tores von Konstantin Kerschbaumer gegen Erzgebirge Aue mit 3:0.

Für Stuttgart trafen Hamadi Al Ghaddioui (18.) und Darko Churlinov (88.). Unmittelbar nach dem zweiten Treffer kam Stürmer Sasa Kalajdzic zu seinem zweiten Einsatz im Dress des VfB. Seinem Team fehlen auch nach der 29. Runde fünf Punkte auf die voranliegenden Bielefelder, die bereits am Samstag mit Manuel Prietl einen 2:1-Sieg bei Holstein Kiel vorgelegt hatten.

Kerschbaumer trifft im Flug

Zwei Punkte hinter Stuttgart liegt der HSV, der erst durch einen späten Treffer von David Kinsombi (76.) gegen Wehen Wiesbaden siegreich blieb. Es war der erste Erfolg nach drei sieglosen Partien. Louis Schaub war bis zur 62. Minute auf dem Feld, Martin Harnik wurde im Gegensatz zu Lukas Hinterseer im Finish (89.) noch eingewechselt. Goalie Heinz Lindner konnte auf der anderen Seite die Niederlage nicht verhindern, seine Mannschaft ist damit weiter nur Vorletzter.

Im Heidenheim-Dress traf Kerschbaumer in der 58. Minute via Flugkopfball aus kurzer Distanz zum 2:0. Es war das zweite Saisontor für den 27-jährigen Offensivspieler. Die Formkurve des Aufstiegsaspiranten zeigt nach oben, aus den jüngsten drei Partien gab es sieben Punkte. Nur ein Zähler fehlt auf den Aufstiegs-Relegationsplatz, auf dem sich aktuell der HSV befindet. Nur die Top Zwei steigen fix ins Oberhaus auf.

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Der seit vergangenen Sommer von Inter Mailand ausgeliehene Mauro Icardi bleibt bis Ende Juni 2024 bei Paris Saint-Germain. Der französische Fußballmeister löste die Kaufoption für den argentinischen Stürmer ein, wie er am Sonntag bekanntgab.

Laut Medienberichten soll PSG an Ablöse nicht die vereinbarten 70 Millionen Euro zahlen, sondern inklusive Boni „nur“ rund 60 Millionen Euro. Der 27-Jährige erzielte in 31 Partien für den Pariser Topclub 20 Tore.

Champions League

Beim Europäischen Fußballverband (UEFA) werden derzeit mehrere Optionen diskutiert, wie die im März abgebrochene Saison in der Champions League noch fertig gespielt werden kann. Anstatt der K.-o.-Duelle ist laut einem ORF-Bericht in „Sport aktuell“ von Sonntagabend ein Blitzturnier an einem neutralen Ort im Gespräch. Der eigentliche Finalort Istanbul könne das Endspiel in einer der nächsten Saisonen austragen.

„Wir haben eine Idee, aber das müssen die entsprechenden Gremien erst absegnen“, sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll es von Mitte bis Ende August ein Finalturnier geben – ohne Zuschauer und an einem Ort. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Champions League zu Ende bringen können. Auch wenn der Kalender voll ist und wir nur einen begrenzten Spielraum haben“, meinte Ceferin.

Neue Pläne für Champions-League-Finale

Anstatt der K.-o.-Duelle soll es ab dem Viertelfinale an einem neutralen Ort eine Art Blitzturnier ohne Fans geben.

Nach Informationen der „New York Times“ soll zumindest das Finale aus Istanbul an einen anderen Ort verlegt werden. Das Blatt nannte als Quelle für den Bericht eine nicht namentlich genannte Person, die mit dem Vorgang vertraut sei.

Ein UEFA-Sprecher erklärte auf Anfrage der Zeitung, es werde eine Reihe von Optionen geprüft, eine Entscheidung sei bisher nicht gefallen. Diese könnte bei einer für den 17. Juni geplanten Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees fallen. Die europäische Königsklasse war im März nach den ersten vier Achtelfinal-Rückspielen unterbrochen worden.

Coronavirus

Nach Meinung von Weltfußballer Lionel Messi wird der Sport nach der Coronavirus-Pandemie nie wieder wie früher sein. „Ich glaube, dass der Fußball, wie auch das Leben im Allgemeinen, nie wieder dieselben sein werden“, sagte der Profi des spanischen Meisters FC Barcelona in einem kurzen Interview des Wochenmagazins „El Pais Semanal“.

Für die Sportler werde die Rückkehr zum Training und zum Wettkampf eine „komische Situation sein“. Man werde sich nur langsam an die neuen Umstände gewöhnen können.

Der 32-jährige Argentinier sagte, er leide vor allem mit jenen Menschen, die wegen Covid-19 „Angehörige und Freunde verloren haben und die sich oft nicht einmal richtig von ihnen verabschieden konnten“. „Es gibt nichts Schlimmeres, als die Menschen zu verlieren, die Du liebst.“ Messi betonte außerdem, er sei „all jenen Menschen unendlich dankbar, die in den Gesundheitszentren gegen das Virus gekämpft haben“.

Gian Piero Gasperini hat in der Coronavirus-Krise um sein Leben gebangt. Vor und nach dem Achtelfinale der Champions League am 10. März gegen Valencia habe sich der Coach des italienischen Serie-A-Clubs Atalanta Bergamo sehr schlecht gefühlt. „Ich hatte kein Fieber, aber ich fühlte mich zerschlagen, als hätte ich 40 Grad“, sagte Gasperini der Zeitung „Gazzetta dello Sport“.

Atalanta Trainer Gian Piero Gasperini
AP/Cal Sport Media/Jonathan Moscrop

„Alle zwei Minuten fuhr ein Krankenwagen vorbei, in der Nähe gibt es ein Krankenhaus. Es schien wie im Krieg. Nachts dachte ich, was passiert mit mir? Ich kann jetzt nicht sterben, ich habe noch so viel zu tun.“ Später habe ein Test bestätigt, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert hatte.

Bergamo war in der Pandemie einer der Hotspots Italiens. Hier starben so viele Menschen, dass die Leichen mit Armeelastern fortgebracht werden mussten. Das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League von Atalanta gegen Valencia am 19. Februar gilt als einer der Treiber für die verheerende Ausbreitung der Krankheit in Norditalien.

„Braucht Zeit für Spaß und Freude“

Gasperini erzählte, er habe vor zehn Tagen einen Test gemacht. „Ich habe Antikörper, aber das heißt nicht, dass ich immun bin.“ Der Club könnte der Stadt beim Neustart helfen. „Es braucht Zeit für Spaß und Freude auf den Plätzen“, sagte der Trainer. Aber die Leute aus Bergamo seien wie „Glut unter der Asche“. „Langsam, aber sicher wird alles wieder so sein wie vorher.“

Er rechnet mit einem riesigen Motivationsschub für die Champions League. „Die Stadt verdient eine außergewöhnliche Freude.“ Ob er mit einem Sieg in der Königsklasse rechnet? „Wir werden die Champions League nicht gewinnen. Aber das ist nicht sicher.“ Vor dem Europacup steht zuerst einmal die Fortsetzung der Serie A mit Ende Juni an.