Sandro Ingolitsch, Adrian Grbic, Stefan Posch und Hannes Wolf (AUT)
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EM-Qualifikation

ÖFB-U21 fährt erstmals zur EM-Endrunde

Österreichs U21-Nationalteam hat sich erstmals für eine Europameisterschaft qualifiziert. Die Mannschaft von Teamchef Werner Gregoritsch besiegte am Dienstag in St. Pölten Griechenland im Play-off-Rückspiel mit 1:0 (0:0) und fährt mit dem Gesamtscore von 2:0 zur 22. Endrunde nach Italien und San Marino, die von 16. bis 30. Juni 2019 stattfindet.

Österreich benötigte eine Leistungssteigerung nach der Pause, um abermals als Sieger vom Platz zu gehen. Die Griechen waren in der ersten Hälfte dem Tor näher, doch Adrian Grbic besorgte kurz nach der Pause per Freistoß sehenswert den Sieg für die Gastgeber (51.).

In der Folge hielt die ÖFB-Auswahl die Gäste vom Tor fern und darf sich über die erstmalige Teilnahme an der Endrunde freuen. Neben Österreich kämpfen Italien, Kroatien, Spanien, Dänemark, England, Deutschland, Belgien, Serbien, Rumänien, Frankreich und Polen, das im zweiten Play-off Portugal mit 3:1 (Gesamt: 3:2) besiegte, um den Titel. Die Auslosung der drei Vierergruppen steigt am Freitag (18.00 Uhr).

Umstellungen bei beiden Teams

Gregoritsch stellte gegenüber dem Hinspiel wie erwartet auf zwei Positionen um. Maximilian Wöber rutschte nach Sperre in die Innenverteidigung, Kapitän Philipp Lienhart rückte für Kevin Danso ins defensive Mittelfeld. Konrad Laimer kam vom A-Team und startete im 4-2-3-1 hinter der Solospitze Adrian Grbic als Zehner für Sandi Lovric.

Kostas Galanopoulos (GRE) und Konrad Laimer (AUT)
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Konrad Laimer (r.) kam vom A-Team und unterstützte die U21 erfolgreich

Griechenland-Teamchef Antonis Nikopolidis nahm nach dem 0:1 in Thessaloniki gleich vier Änderungen vor und konnte wie Gregoritsch auf Unterstützung vom A-Team bauen: Efthymios Koulouris, aktuell bester Torschütze in der griechischen Liga, stürmte im 4-2-3-1-System, Abwehrchef Triantafyllos Pasalidis kehrte nach seiner Sperre zurück.

Der Rückkehrer sorgte in der Anfangsphase auch erstmals für Gefahr, doch Pasalidis konnte nach einer Flanke dem Ball im Sechzehner nicht mehr die notwendige Richtung auf das Tor geben (5.). Kurze Zeit später setzte Dimitris Lamprou einen Kopfball nur hauchdünn vorbei (8.). Österreich benötigte einige Minuten, um in die Partie zu kommen und machte sich nach zehn Minuten erstmals offensiv bemerkbar. Nach einer Ecke übernahm Maximilian Ullmann den Ball am Sechzehner volley und zwang Tormann Konstantinos Kotsaris zu einer Parade (11.).

Österreich vor der Pause im Glück

Vor nur rund 3.000 Zuschauern in St. Pölten entwickelte sich eine umkämpfte, aber auch zerfahrene Partie. Vor den Augen von A-Coach Franco Foda fanden flüssige Aktionen Richtung gegnerisches Tor selten statt. So prüfte Zisis Karachalios Alexander Schlager nach einer Ecke per Kopf (25.). Zwei Minuten später überhob Lamprou nach einem Fehler von Sandro Ingolitsch den ÖFB-Goalie, doch aus spitzem Winkel ging der Ball nicht auf das Tor (27.). Die Griechen fanden teilweise zu viel Platz vor, das ÖFB-Team hatte Glück, weiterhin die Null zu halten.

Offensiv war Österreich zum einen bemüht, durch Pressing den Ball zu erobern und dadurch einen kurzen Weg zum gegnerischen Gehäuse zu haben. Zum anderen versuchte man auch, spielerisch in die Spitze zu gelangen, ohne dabei volles Risiko zu gehen. Das gelang aber viel zu selten. Nach Zuspiel von Grbic versuchte Hannes Wolf vom Sechzehner sein Glück, der Ball ging vorbei (29.). Die Gäste hatten in der ersten Hälfte mehr vom Spiel und waren gefährlicher, doch Wöber hatte noch eine gute Chance auf die Führung: Sein Schuss aus spitzem Winkel nach einer Freistoßflanke wehrte Kotsaris aber sehenswert ab (41.).

Grbic bringt ÖFB-Auswahl in Führung

Österreich kam unverändert, aber mit Schwung aus der Kabine und setzte die Griechen gleich unter Druck. Wie in der ersten Hälfte waren die Gastgeber zwar weiterhin nur durch Standards gefährlich, einer sollte aber den Weg ins Tor finden. Grbic nahm sich bei einem Freistoß aus zentraler Position rund 25 Meter vor dem Tor ein Herz und zirkelte den Ball über die Mauer ins rechte Eck. Kotsaris tauchte ab, konnte das Spielgerät aber nur noch ins Tor lenken (51.).

Grbic erzielt die Führung (51. Minute)

Adrian Grbic trifft per Freistoß sehenswert zum 1:0 für die ÖFB-Auswahl.

Für die Griechen, die nach der Pause ebenfalls zunächst mit ihrer Startelf weiterspielten, änderte sich dadurch nur wenig, denn für die Teilnahme an der Europameisterschaft in Italien und San Marino benötigten die Gäste zumindest zwei Treffer nach dem 0:1 im Hinspiel. Schlechte Nachrichten gab es nach einer Stunde für die Österreicher, die weiter die Griechen in der eigenen Hälfte beschäftigten: Torschütze Grbic musste mit einer Verletzung im linken Oberschenkel nach einem weiteren Freistoß (58.) vom Feld – für ihn kam Marko Kvasina (61.).

Österreich hält Griechenland vom Tor fern

Am Spiel in der zweiten Hälfte änderte das aber nichts, denn die Griechen fanden weiter keine Mittel für die zwingend notwendigen Offensivaktionen. Saliakas’ Schuss aus der Distanz (62.) unterstrich die Verzweiflung, die sich bei den Gästen langsam, aber sicher einstellte. Die Griechen hatten auch mit Fortlauf der zweiten Hälfte kein Konzept, um Österreich gefährlich zu werden. Das ÖFB-Team steigerte sich nach der Pause zudem in den Zweikampfszenen, war näher dran am Mann und ließ den Gegenspielern nach der Ballannahme wenig Zeit.

Konstantinos Kotsaris (GRE)
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Griechenland (im Bild: Tormann Konstantinos Kotsaris) hatte im EM-Play-off das Nachsehen

Im Finish verschoben die Griechen wieder besser und kamen so auch dem gegnerischen Strafraum näher, aber richtig zwingende Chancen ergaben sich nicht mehr. Österreich nutzte die sich auftuenden Räume auch nicht besser – es benötigte allerdings keine zwei Tore. Am Ende brachte das Gregoritsch-Team den zweiten 1:0-Sieg binnen vier Tagen über die Zeit. Österreich ist erstmals bei einer U21-Europameisterschaft, die im kommenden Jahr auch als Qualifikation für das olympische Fußballturnier 2020 in Tokyo dient.

Stimmen zum Spiel:

Werner Gregoritsch (Teamchef Österreich): „In den ersten 20, 30 Minuten war Griechenland sehr stark, wir waren überrascht über den Druck, aber wir haben uns gefangen. Die gesamte Mannschaft ist ein richtiges Team und hat Qualität. Nach dem 1:0 habe ich erstmals wirklich gedacht, es wird schwer werden für den Gegner. Die Griechen haben gezeigt, dass sie eine gute Mannschaft haben. Aber unsere Defensive hat heute toll gespielt. Ich freue mich total, wir waren im Herbst praktisch weg, aber wie wir das aufgeholt haben, das war schon toll.“

Adrian Grbic (Torschütze Österreich): „Es gibt nichts Schöneres, wenn man zur EM fahren kann. Ich freue mich für die Mannschaft, wir haben es uns verdient. Wir haben gekämpft und uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ich hoffe, wir können auch eine super EM spielen. Wir wollen weiter unser Bestes geben.“

Österreich – Griechenland 1:0 (0:0)

St. Pölten, NV Arena, 2.861 Zuschauer, SR Pawson (ENG)

Hinspiel: 1:0 – Österreich mit Gesamtscore von 2:0 bei EM 2019 (16. bis 30. Juni) in Italien und San Marino dabei

Tor: 1:0 (51.) Grbic (Freistoß)

Österreich: A. Schlager – Ingolitsch, Posch, Wöber, Ullmann – Ljubic, Lienhart – C. Baumgartner (71./Horvath), Laimer, Wolf (90./Danso) – Grbic (61./Kvasina)

Griechenland: Kotsaris – Saliakas, Chatzidiakos, Pasalidis, Kiriakopoulos – Karachalios, Galanopoulos (80./Kotsopoulos) – Limnios, Bouzoukis (65./Androutsous), Lamprou (57./Chatzigiovanis) – Koulouris

Gelbe Karten: Lienhart, Laimer bzw. Galanopoulos, Saliakas

Die Besten: Wöber, Lienhart, Ullmann bzw. Karachalios, Pasalidis

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