Trainer Ralph Hasenhüttl
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Fußball

Hasenhüttl will „Spuren hinterlassen“

Ralph Hasenhüttl hat sich am Donnerstag unter großem Medieninteresse als neuer Trainer des FC Southampton vorgestellt. Der Steirer sprach von einer „großen Herausforderung“ beim aktuellen Premier-League-18. Er kündigte den „Saints“ einen „langen, harten Weg“ nach oben an.

Der 51-Jährige trat den mit zehn Kamerateams angerückten englischen Medien selbstbewusst und in deren Landessprache gegenüber. Der Trainerjob in Southampton sei für ihn eine „große Herausforderung“ und der „logische nächste Schritt“ in seiner Karriere. Seine Spielphilosophie und jene des Vereins seien ein „perfect fit“ – es passt perfekt. „Ich bin mir sicher, dass es eine gute Kombination sein wird“, so Hasenhüttl.

Die erste und wichtigste Aufgabe sei, die Abstiegszone zu verlassen. „Es wird schwierig genug über die Weihnachtsfeiertage. Das Problem ist, dass wir viele Spiele haben. Wer mich kennt, weiß, dass es sehr viel um Training, Automatismen geht. Es ist nicht viel Zeit, um etwas zu tun“, betonte Hasenhüttl angesichts des dichten Zeitplans in der Premier League. Ziel sei, das Team schnell, aber vorsichtig zu entwickeln. Priorität habe zunächst die Defensive, wie man beim 1:3 gegen Tottenham gesehen habe: „Diese Gegentore waren zu einfach.“

Southampton präsentiert neuen Trainer

Am Donnerstag hat sich Ralph Hasenhüttl den britischen Medien als neuer Trainer vorgestellt. Der 51-jährige Steirer will den Verein vor dem Abstieg bewahren.

Erst wenn man die Abwehr stabilisiert habe, könne man sich besser auf die offensiven Aufgaben konzentrieren. „Wenn der Baum nicht schön ist, sollte man zumindest danach trachten, dass das Holz in Ordnung ist“, versuchte sich Hasenhüttl mit einer vorweihnachtlichen Metapher. Dass er der bereits dritte Trainer in Southampton binnen Jahresfrist ist, bereitet Hasenhüttl keine schlaflosen Nächte. „Das macht mir zu keiner Zeit Angst. Ich will hier meine Spuren hinterlassen. Das ist mir bereits bei allen meinen anderen Vereinen davor auch gelungen“, gab sich Hasenhüttl zuversichtlich, den Turnaround mit den „Saints“ zu schaffen.

Ralph Hasenhüttl
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Beim 1:3 gegen Tottenham noch Zuschauer, ab sofort auf der Trainerbank: Neo-Southampton-Coach Hasenhüttl

Dennoch dürfe man sich keinen Illusionen hingeben: „Es ist ein langer Weg und ein harter Weg. Aber wir wollen ab heute damit beginnen, ihn zu gehen.“ Begleiten auf dem Weg wird ihn mit Assistent Kelvin Davis der bisherige Kotrainer, der das Team gegen Tottenham interimistisch betreut hatte. Auf die Unterstützung sei er auch angewiesen, betonte Hasenhüttl. „In Deutschland kenne ich die Liga auswendig. Hier ist alles neu – die Vereine, die Trainer, die Taktik, die gespielt wird. Deswegen ist dieser Schritt nicht der einfachste, aber ich wollte es nie einfach. Ich wollte immer Herausforderung.“

Assistent Davis: „Ein Typ, der beeindruckt“

Davis will den neuen Vorgesetzten dabei unterstützen und freut sich bereits auf die Zusammenarbeit: „Er ist ein Typ, der dich mit seinem Auftreten und seinem Wissen beeindruckt. Er ist sehr präzise und zuversichtlich und es gibt keinen Zweifel über die Art und Weise, wie er Fußball spielen lassen will“, erklärte der 42-Jährige und ergänzte: „Er scheint großartig zu diesem Club zu passen.“

Die englischen Medien sehen Hasenhüttl ebenfalls vor einer schwierigen Mission. Elf Ligaspiele in Folge ist Southampton bereits sieglos, in den letzten fünf gab es gleich 15 Gegentore. „Der neue Saints-Mann sieht die Größe der Aufgabe, die vor ihm liegt“, titelte etwa das Qualitätsblatt „Guardian“.

Punkte gegen Nachzügler dringend benötigt

Aussichtslos ist die Situation dennoch nicht: In den in England traditionell intensiven Spielwochen über die Weihnachtsfeiertage könnte Southampton die Abstiegsränge verlassen. Zunächst geht es für den Tabellen-18. gegen den direkten Konkurrenten Cardiff (16.). Nach einem Heimspiel gegen den klaren Favoriten Arsenal folgen aber mit Huddersfield und West Ham zwei schlagbare Gegner, ehe es zum Jahreswechsel gegen Manchester City und Chelsea geht. Mit Erfolgen gegen die Nachzügler wäre die Abstiegszone wohl verlassen.

Die Sicherheit, dass der Weg steil nach oben gehen wird, konnte freilich auch Hasenhüttl nicht vermitteln. „Ich weiß, dass es keine Garantien gibt. Wenn du Garantien haben willst, musst du eine Waschmaschine kaufen“, bewies Hasenhüttl trockenen Humor – und legte angesichts der Aussprache-Hinweise von Liverpool-Coach Jürgen Klopp zu seinem Namen nach. Der Deutsche hatte bei einer Pressekonferenz seinen neuen Kollegen gelobt und der englischen Presse Tipps in Bezug auf die Aussprache von „Hasenhüttl“ gegeben. Aus Sicht des Österreichers jedoch mangelhaft: „Er hat gesagt, ‚Hüttl‘ bedeutet nichts. Damit hat er nicht recht. Vielleicht ist er schon zu lange in England und sein Englisch ist besser als sein Deutsch.“

Steckbrief von Ralph Hasenhüttl

  • Geboren: 9. August 1967 in Graz
  • Familienstand: Verheiratet, zwei Söhne

Vereine als Spieler:

  • GAK (1985-1989)
  • Austria Wien (1989-1994)
  • Austria Salzburg (1994-1996)
  • KV Mechelen (BEL/1996/97)
  • Lierse SK (BEL/1997/98)
  • 1. FC Köln (GER/1998-2000)
  • Greuther Fürth (GER/2000-2002)
  • Bayern München Amateure (GER/2002-2004)

Größte Erfolge als Spieler:

  • Acht Länderspiele (drei Tore)
  • Viermal österreichischer Meister (1991, 1992, 1993, 1995)
  • Dreimal ÖFB-Cup-Sieger (1990, 1992, 1994)
  • Champions-League-Teilnahme mit Salzburg und Lierse

Vereine als Trainer:

  • Unterhaching (GER/2007-2010)
  • VfR Aalen (GER/2011-2013)
  • Ingolstadt (GER/2013-2016)
  • RB Leipzig (GER/2016-2018)
  • Southampton (ENG/ab 5. Dezember 2018)

Größte Erfolge als Trainer:

  • Vizemeister mit RB Leipzig 2017, Sechster 2018
  • CL-Teilnahme mit RB Leipzig (2018)
  • Aufstieg in die Bundesliga mit Ingolstadt (2015)
  • Aufstieg mit Aalen in die 2. Bundesliga (2012)

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