Skispringer Stefan Kraft
GEPA/Thomas Bachun
Skispringen

ÖSV-Team legt Bruchlandung hin

Österreichs Skispringer haben einen Tag nach dem ersten Podestplatz der Saison im zweiten Springen von Engelberg eine Bruchlandung hingelegt. Am Sonntag schaffte es nur Stefan Kraft als Zwölfter unter die besten 30. Der Sieg ging einmal mehr an den bisherigen Saisondominator Ryoyu Kobayashi.

Der Japaner legte in der Schweiz mit der Einstellung des Schanzenrekordes von 144,0 Metern im ersten Durchgang den Grundstein zum Erfolg und sprang in der Entscheidung mit 137,0 Metern seinen insgesamt vierten Saisonsieg sicher nach Hause. 9,3 Punkte hinter Kobayashi belegte der Pole Piotr Zyla Rang zwei, sein Landsmann und Olympiasieger Kamil Stoch komplettierte das Siegerfoto der besten drei. Der Sieger vom Samstag, Karl Geiger (GER), wurde diesmal Vierter.

Kobayashi baute mit dem Sieg bei der Generalprobe für die Vierschanzentournee seine Führung im Weltcup weiter aus. Der 22-Jährige führt nach acht Springen mit 556 Punkten 111 Zähler vor Zyla, Stoch ist mit 191 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter Dritter. Als bester Österreicher liegt Kraft mit 151 Punkten auf dem 13. Platz.

Kobayashi springt Schanzenrekord

Mit 144 Metern springt der Japaner im ersten Durchgang Schanzenrekord und legt den Grundstein zum Sieg.

Kraft alleine auf weiter Flur

Für die Österreicher war der Bewerb einen Tag nach dem dritten Platz von Daniel Huber zum Vergessen. Kraft schaffte es als einziger ÖSV-Springer in die Entscheidung. Philipp Aschenwald, Michael Hayböck, Markus Schiffner, Manuel Fettner und Clemens Aigner sprangen alle klar am Cut der besten 30 vorbei. Huber war diesmal bereits in der Qualifikation für den Hauptbewerb gescheitert.

Kraft war im ersten Durchgang mit 132,5 Metern und Rang zwölf der beste einer an diesem Tag enttäuschenden österreichischen Mannschaft. Der Salzburger verhinderte im zweiten Sprung einen noch bittereren Ausgang und steigerte sich um 4,5 Meter auf eine Weite von 137,0 Metern. Weil die Konkurrenz aber ebenfalls mithielt, blieb dem Doppelweltmeister von 2017 ein Top-Ten-Platz versagt.

Kraft springt auf Rang zwölf

Der Salzburger steigert sich im zweiten Durchgang auf 137,0 Meter – es ist der einzige Sprung eines Österreichers in der Entscheidung.

Konstanz auf höchstem Niveau findet sich hingegen beim Spitzenquartett des Weltcups. Der 22-jährige Ryoyu Kobayashi stand in sieben Konkurrenzen sechsmal auf dem Podest und war am Samstag Siebenter, die „schlechteste“ Platzierung Zylas – zuletzt viermal in Folge auf dem Podest – ist ein sechster Rang. Tournee-Titelverteidiger Stoch war immer unter den besten neun, Samstag-Sieger Geiger immer in den Top Ten.

Trio für Tournee nominiert

Die fehlende Konstanz strich auch Österreichs Cheftrainer Andreas Felder in seiner Analyse des Wochenendes heraus. „Wir haben an diesem Wochenende gesehen, dass wir an einem Tag ganz vorne mitspringen, aber am nächsten Tag auch gleich wieder auf der Nase landen können. Das zeigt, dass wir noch nicht stabil genug sind. Die Bedingungen waren heute ganz anders als am Vortag, und mit der langsamen Spur sind wir überhaupt nicht zurechtgekommen“, sagte der Tiroler.

Bis zum Start der Vierschanzentournee mit der Qualifikation für das Springen in Oberstdorf am 29. Dezember wird das Team nach zwei Tagen Pause in Innsbruck und Seefeld wieder Aufwind suchen. „Wir werden jetzt weiter jede Chance auf Trainingssprünge nützen“, so Felder, der vorerst nur Kraft, Huber und Hayböck fix für die Tournee nominierte. „Bisher haben sich nur drei Athleten für die Tournee mit Top-Ten-Ergebnissen empfohlen, alle anderen werden eine interne Qualifikation austragen“, sagte der Cheftrainer.

Weltcup in Engelberg

Sonntag:

Endstand:
1. Ryoyu Kobayashi JPN 144,0 / 137,0 294,4
2. Piotr Zyla POL 137,5 / 135,0 285,1
3. Kamil Stoch POL 138,0 / 131,0 279,5
4. Karl Geiger GER 137,0 / 135,0 278,6
5. Dawid Kubacki POL 138,5 / 133,5 278,5
6. Markus Eisenbichler GER 135,0 / 137,0 276,9
7. Robert Johansson NOR 137,0 / 134,0 276,8
8. Jewgenij Klimow RUS 136,0 / 136,0 275,7
9. Roman Koudelka CZE 135,0 / 135,5 272,8
10. Antti Aalto FIN 135,0 / 137,0 270,5
11. Stephan Leyhe GER 134,0 / 135,0 268,5
12. Stefan Kraft AUT 132,5 / 137,0 268,1
13. Marius Lindvik NOR 128,5 / 136,5 260,3
14. Naoki Nakamura JPN 126,0 / 136,5 259,6
15. Johann Andre Forfang NOR 126,5 / 135,5 259,5
16. Peter Prevc SLO 128,0 / 135,0 258,7
17. Andreas Stjernen NOR 129,0 / 134,5 258,5
18. Timi Zajc SLO 128,0 / 134,0 256,5
. Domen Prevc SLO 128,5 / 133,0 256,5
20. Junshiro Kobayashi JPN 130,0 / 132,5 255,9
21. Halvor Egner Granerud NOR 127,5 / 134,0 254,5
22. Jakub Wolny POL 126,0 / 131,5 252,5
23. Anders Fannemel NOR 130,0 / 134,0 249,7
24. Andreas Wellinger GER 128,0 / 131,0 246,2
25. David Siegel GER 125,0 / 133,0 246,0
26. Vladimir Zografski BUL 130,0 / 129,5 245,1
27. Stefan Hula POL 124,5 / 129,0 244,7
28. Mackenzie Boyd-Clowes CAN 125,0 / 127,0 239,2
29. Simon Ammann SUI 126,5 / 127,0 234,8
30. Noriaki Kasai JPN 124,5 / 125,0 233,9
Out im ersten Durchgang u.a.:
37. Philipp Aschenwald AUT 121,5 112,8
41. Michael Hayböck AUT 119,0 109,2
43. Markus Schiffner AUT 120,5 107,5
48. Manuel Fettner AUT 117,5 103,6
51. Clemens Aigner AUT 117,0 100,3
Nicht qualifiziert:
Daniel Huber AUT

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