Stefan Luitz (GER) und Marcel Hirscher (AUT)
GEPA/Andreas Pranter
Ski alpin

Hirscher „erbt“ Sieg in Beaver Creek

Marcel Hirscher hat seit Donnerstag einen Weltcup-Sieg mehr auf dem Konto. Der Salzburger Superstar profitierte vom Pech des Deutschen Stefan Luitz. Denn dessen Erfolg in Beaver Creek Anfang Dezember wurde von der Anti-Doping-Kommission des Skiweltverbandes (FIS) nachträglich aberkannt.

Luitz hatte am 2. Dezember im US-Bundesstaat Colorado im Riesentorlauf seinen ersten Sieg im Weltcup gefeiert. Weil der 26-Jährige aber zwischen den beiden Durchgängen über eine Maske Sauerstoff zu sich genommen hatte, verstieß er gegen die Dopingregeln der FIS. Gegen eine erste Entscheidung ging Luitz bereits vor und verlangte eine Anhörung vor der Anti-Doping-Kommission. Diese änderte aber nichts an der Bewertung des Vorgangs für die FIS, die ihm nun den Sieg, die erreichten Weltcup-Punkte und das Preisgeld aberkannte.

Der Weltverband wertet Luitz’ Vergehen zwar nicht als Dopingfall, aber als Regelverstoß. Der Sportler und der Deutsche Skiverband beteuerten, den Punkt 2.12 des Anti-Doping-Regelements nicht gekannt zu haben. Im Gegensatz zur FIS ist der Gebrauch von Sauerstoff in den Regularien der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) ausdrücklich erlaubt. Der Skiverband hat sein Regelwerk in diesem speziellen Punkt nicht angepasst.

Stefan Luitz (GER)
APA/AFP/Getty Image/Tom Pennington
Luitz raste in Beaver Creek erstmals auf die oberste Stufe des Siegespodests

Luitz bleibt Gang vor CAS

Hirscher hat damit vorläufig seinen 65. Weltcup-Sieg insgesamt und den siebenten Erfolg in dieser Saison in der Tasche. Im Rennen hatte sich der Salzburger Luitz noch um 14 Hundertstel geschlagen geben müssen. Noch ist die Causa aber nicht erledigt. Der 26-jährige Luitz geht vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gegen die Entscheidung vor, wie seine Anwältin am Donnerstag der dpa sagte.

„Es handelt sich immerhin um eine unserer Ansicht nach rechtswidrige Benachteiligung des Athleten, ohne eigenes Verschulden und ohne, dass er sich einen Leistungsvorteil verschafft hat“, sagte Anne Jakob, „es geht auch darum, ob die Regel so Bestand haben kann oder im Sinne aller Athleten korrigiert werden muss.“

Mit einem Antrag auf einstweilige Aussetzung der Disqualifikation soll zunächst erreicht werden, dass Luitz seine 100 Punkte für den Sieg behält und in der Startliste des Riesenslaloms von Adelboden am Samstag nicht nach hinten rutscht. Ein genereller Einspruch vor dem CAS muss bis zum 31. Jänner erfolgen. Wie sein Sprecher mitteilte, will sich Hirscher daher bis zu einer rechtsgültigen Entscheidung mit Kommentaren zurückhalten.

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