Mattersburg-Trainer Franz Ponweiser
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Bundesliga

Mattersburg setzt auf die Jugend

Mit dem überraschenden Abgang von Trainer Klaus Schmidt im Juni hat Franz Ponweiser beim SV Mattersburg die Doppelfunktion als Sportlicher Leiter und Chefcoach übernommen. Der 43-Jährige will vermehrt auf die eigene Clubjugend setzen. Ein erstes Ausrufezeichen gab es bereits am Samstag mit einem Kantersieg im ÖFB-Cup.

Ponweiser war zuletzt Leiter der eigenen Akademie. Das soll die ideale Basis sein, um den Weg der Jugend zu gehen. „Der Plan des Vereins ist es, künftig auf eigene Spieler zu setzen“, sagte Ponweiser der APA vor dem Start in die neue Bundesliga-Saison am kommenden Wochenende.

Als Aktiver spielte er einige Jahre in der Regionalliga bei Deutschkreutz und Ritzing. Trainer war Ponweiser in der Regionalliga und der Burgenlandliga, ehe er in die Akademie wechselte. Zwar betrete er nun „Neuland“, Nachteil soll das jedoch keiner sein. „Ich sehe das entspannt und fühle mich bereit für die Herausforderung.“ Die erste Bewährungsprobe meisterte er mit einem 10:0-Triumph im Uniqa-ÖFB-Cup beim Landesligisten Pinkafeld souverän.

Mattersburg fertigt Pinkafeld im Cup mit 10:0 ab

Mit einem 10:0 feierten die Mattersburger bei Pinkafeld ein Schützenfest.

„Bedenken, ob ich das alles schaffe“

Dass er nun die Doppelfunktion in Mattersburg ausfüllt, kam auch für den ausgebildeten Pädagogen überraschend. Den nach dem Abgang von Robert Almer vakanten Job als Sportlicher Leiter zu übernehmen, galt als ausgemacht. „Dann ist noch der Trainerposten dazugekommen. Da hatte ich auch meine Bedenken, ob ich das alles schaffe“, gab Ponweiser zu.

Jubel der Mattersburg-Spieler
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Die Spieler bescherten Ponweiser gleich zum Einstand einen 10:0-Sieg im Cup

Der größte Betreuerstab der Vereinsgeschichte soll ihn aber entlasten. Assistenzcoach ist der ehemalige Mattersburg-Spieler Markus Schmidt, der als Trainer des Amateurteams auch den Nachwuchs betreut.

Junge Spieler mit Qualität

Der SV Mattersburg ist als 35-Prozent-Gesellschafter ein wichtiger Faktor bei der Fußballakademie Burgenland, der Club will den Output nun vermehrt nutzen. Dazu wurde der Kader im Sommer adaptiert. Der Abgang von Rene Renner zum LASK soll mit der Verpflichtung von Fabian Miesenböck (zuletzt Spartak Trnava) kompensiert werden. Bis auf den nach Spanien zurückgekehrten Cesar Ortiz seien sonst nur Ergänzungsspieler gegangen, so Ponweiser.

„Das können auch junge Spieler schaffen, die Qualität haben. Und die haben sie.“ Hoffnungsträger sind etwa der von Horn zurückgekehrte Innenverteidiger Raffael Behounek (22) sowie die Mittelfeldspieler Julius Ertlthaler (22) und Christoph Halper (21).

Auf die richtige Mischung kommt es an

Den Stamm der Mannschaft werden dennoch bereits etablierte Akteure bilden. „Wir werden schon auf die gute Mischung achten. Wir haben auch Spieler drin, die schon lange in der Bundesliga spielen“, sagte Ponweiser. Als reinen Ausbildungsverein sieht man sich in Mattersburg nicht. „Der Verein will, dass Spieler relativ lange hierbleiben. Das ist das Ziel, und nicht, sie nur für ein Jahr auszubilden.“

Als Achter der abgelaufenen Saison – im Play-off um den Europacup unterlag der SVM im Halbfinale Rapid – will man jedenfalls auch heuer vorne mitmischen. Das obere Play-off ist das deklarierte Ziel. Der Startschuss in die neue Saison erfolgt kommenden Sonntag mit einem Heimspiel gegen Hartberg. Ponweiser weiß, dass sein Amt im Fall eines Fehlstarts nicht gleich in Gefahr ist, kennt aber die Mechanismen im Fußball: „Unser Präsident (Martin Pucher, Anm.) ist sehr gerne von Leuten umgeben, die lange beim Verein arbeiten. Trotzdem ist er ein Leiter eines Clubs, der Erfolg haben will. Letztendlich werde auch ich am Erfolg gemessen.“