Admira-Trainer Klaus Schmidt beim Training
GEPA/Christian Ort
Bundesliga

„Feuerwehrmann“ Schmidt heiß auf Debüt

Für den FC Flyeralarm Admira ist die erste Partie nach der Länderspielpause am Sonntag bei Rapid ein Neustart. Die Ära Reiner Geyer ging nach sechs sieglosen Runden in der tipico-Bundesliga und nur einem Punkt zu Ende. Klaus Schmidt soll seinem Ruf als „Feuerwehrmann“ nun gerecht werden.

Drei Monate hat Schmidts Auszeit gedauert, seit vergangener Woche ist der Steirer zurück. Der 51-Jährige befand sich quasi auf Entzug. „Im TV Fußball zu schauen ist grausig“, sagte Schmidt, der mit dem Ligaschlusslicht die Trendwende schaffen soll. Dass er dafür ein Händchen hat, darf als amtlich bezeichnet werden.

Wacker Innsbruck übernahm Schmidt im November 2014 in der damaligen Ersten Liga als Vorletzter, der Klassenerhalt gelang mit Rang sechs schließlich souverän. Ähnliches schaffte Schmidt mit Blau-Weiß Linz, das der 51-Jährige im Oktober 2016 vom letzten Rang noch auf Platz sieben führte.

Admira-Trainer Klaus Schmidt
GEPA/Christian Ort
Schmidt (Mi.) soll so wie einst in Innsbruck und Linz die Admira aus dem Tabellenkeller führen

„Damals haben viele gesagt, wenn du das angreifst, bist weg“, erinnerte er sich nun. Die Folgen: „Jedes Mal extrem harte Arbeit und nervenzerreißende Geschichten“, aber auch „ein gewisses Selbstvertrauen, dass man das schaffen kann“. Und auch zukünftige Spieler würden das registrieren: „Wieso soll er das nicht auch mit uns machen?“

Ein Gefühl für „Patienten“

Was ihn seiner Meinung nach darin gut macht: „Ich bin vor 20 Jahren als Physiotherapeut eingestiegen, da habe ich ein Jahr lang nur mit Spielern zu tun gehabt, die weg vom Futtertrog waren. Da entwickelst du ein Gefühl. Mit Spielern, die an ihren Fähigkeiten zu zweifeln beginnen, ist es ja nicht viel anders.“ Gut möglich, dass sich auch bei der Admira einige „Patienten“ finden.

„Die ersten Eindrücke waren positiv. Bis dato macht es richtig, richtig Spaß. Es ist schon ein Vorteil, wenn man fast zwei Wochen Zeit hat“, meinte Schmidt, für den die Südstadt die vierte Bundesliga-Station ist. Neben Mattersburg (2018/19) betreute er auch den SCR Altach (Juni 2017 bis Juni 2018) und kurzzeitig Austria Kärnten (Dezember 2007 bis Februar 2008).

„Um aber wirklich ein Bild von der Mannschaft zu haben, muss man in den nächsten Partien Spieler ausprobieren, schauen, ob sie überhaupt in der Lage sind, solche Hürden zu nehmen“, erklärte der Steirer, der mit dem ehemaligen Sturm- und Nationalteamspieler Joachim Standfest einen Landsmann als Assistenztrainer zur Admira mitnahm.

Pusch als Hoffnungsträger

Während die Spielanlage vorerst im Großen und Ganzen unverändert bleiben soll, will Schmidt möglichst bald die rote Laterne abgeben. Ein Schlüsselspieler könnte dabei der ehemalige Leihspieler Kolja Pusch sein, der bei Heidenheim in der neuen Saison der zweiten deutschen Liga nur ein Spiel absolvierte. „Er ist nicht im Rhythmus, wird uns im Laufe der Wochen aber sicher helfen können“, meinte Schmidt. Die erste Hürde seiner neuen Truppe lautet am Sonntag (14.30 Uhr) Rapid. Schmidt: „Es könnte schlimmer sein.“