Katharina Innerhofer und Julia Schwaiger
APA/AFP/Jure Makovec
Biathlon-WM

Nachlader bremsen Damen-Quartett ein

Österreichs Damen haben bei der Weltmeisterschaft im slowenischen Pokljuka in der Staffel am Samstag nicht überraschen können. Dunja Zdouc, Katharina Innerhofer, Julia Schwaiger und Lisa Hauser landeten über 4 x 6 km auf dem siebenten Platz. Viele Nachlader am Schießstand bremsten das ÖSV-Quartett im Kampf um die Spitzenplätze ein. Gold ging an die Favoritinnen aus Norwegen.

Zdouc, Innerhofer, Schwaiger und Hauser vermieden zwar eine Strafrunde, mussten bei den acht Schießübungen aber insgesamt 15-mal nachladen und waren zumindest in dieser Kategorie die unangefochtene Nummer eins. Die Österreicherinnen brachten sich mit den Nachladern auch um eine gute Laufleistung. Denn am Ende fehlten dem Quartett nur rund 1:05 Minuten auf die siegreichen Norwegerinnen. Platz sieben bedeutet aber trotzdem das bisher beste WM-Ergebnis einer österreichischen Damen-Staffel.

Ingrid Landmark Tandrevold, Tiril Eckhoff, Ida Lien und Marte Olsbu Röiseland bescherten hingegen Norwegen die bereits fünfte Goldene in Pokljuka. Silber sicherte sich 8,8 Sekunden hinter den Skandinavierinnen im Zielsprint das deutsche Quartett. Bronze ging an die Ukraine. Am Nachmittag steht auf der Hochebene von Pokljuka die Herren-Staffel auf dem Programm (15.00 Uhr, live in ORF1).

Marte Olsbu Roiseland, Ida Lien, Tiril Eckhoff und Ingrid Landmark Tandrevold
Reuters/Borut Zivulovic
Das norwegische Quartett wurde seiner Favoritenrolle in der Damen-Staffel gerecht

Schießen trübt Laufleistung

Bei den Österreicherinnen, die sich in den Einzelrennen großartig präsentiert hatten, platzte der Traum von einer Sensation bereits beim ersten Liegendschießen. Startläuferin Zdouc musste beim ersten Versuch bereits dreimal nachladen. Die Kärntnerin und ihre Kollegin Innerhofer waren insgesamt für zehn der 15 Nachlader verantwortlich. Auch Schwaiger und Schlussläuferin Hauser blieben von Fehlschüssen diesmal nicht verschont.

„Ich habe mir beim Schießen, vor allem liegend, schwergetan. Beim Einschießen waren die Scheiben im Schatten, im Rennen dann in der Sonne. Läuferisch hat es gepasst. Heute war es nicht mein Glanztag“, sagte Startläuferin Zdouc, die vor allem mit den höheren Temperaturen zu kämpfen hatte, im ORF-Interview. Innerhofer und Schwaiger strichen das persönlich Positive heraus. Innerhofer, vor allem beim Stehendschießen immer für Fehler gut, freute sich „irrsinnig“, wenigstens eine Strafrunde vermieden zu haben, Schwaiger zeigte sich von ihrer Laufleistung überrascht: „Ich wusste gar nicht, dass ich läuferisch so gut unterwegs war.“

Schlussläuferin Hauser, die bereits Silber in der Mixed-Staffel und Silber in der Verfolgung in der Tasche hat, musste ebenfalls dreimal nachladen und konnte daher die Lücke zu den Top Fünf nicht mehr schließen. „Der siebente Platz lässt sich schon sehen, wir wussten, wir können in dem Bereich dabei sein“, sah die Tirolerin das Ergebnis realistisch. Die Vorstellung am Schießstand stieß Hauser jedoch sauer auf: „Leider haben wir mit den Nachladern einen Rekord erreicht. Das war Spitze in dem Feld. Da werden wir am Abend noch eine Nachbesprechung haben, die nicht so lustig wird. Dafür ist der Rückstand eh noch akzeptabel. Aber wir waren optimistisch für die Staffel, weil wir alle gut drauf waren.“

Biathlon-WM Pokljuka

Damen-Staffel (4 x 6 km):
1. Norwegen Tandrevold, Eckhoff, Lien, Röiseland 1:10:39,0 0/11*
2. Deutschland Hinz, Hettich, Herrmann, Preuß + 8,8 0/5
3. Ukraine Merkuschina, Dschyma, Blaschko, Pidhruschna 9,2 0/7
4. Weißrussland 28,8 0/8
5. Schweden 47,9 0/9
6. Polen 52,1 0/6
7. Österreich Zdouc, Innerhofer, Schwaiger, Hauser 1:04,3 0/15
8. Frankreich 1:15,2 0/5
9. Italien 1:28,1 0/9
10. Tschechien 1:40,4 0/6
* Strafrunden/Nachlader

Programm

21. Februar Massenstart Herren (15 km) 15.15 Uhr *
* live in ORF1

Medaillenspiegel

Gold Silber Bronze Gesamt
1. Norwegen 7 3 4 14
2. Frankreich 2 2 3 7
3. Schweden 1 3 2 6
4. Österreich 1 2 - 3
5. Tschechien 1 - - 1
6. Deutschland - 2 - 2
7. Russland - - 1 1
. Ukraine - - 1 1
. Weißrussland - - 1 1
Endstand nach zwölf Bewerben