Fußball

Englands Frauenfußball-Nationalteam hat im vorletzten Test vor der EM einen klaren Sieg gefeiert. Der Endrunden-Gastgeber behielt am Freitagabend im Duell mit Europameister Niederlande in Leeds nach einem 0:1-Rückstand noch mit 5:1 die Oberhand.

Eine besondere Partie war es für Englands Teamchefin Sarina Wiegman, die 2017 noch die „Oranje“ zum Titel geführt hatte. Kommenden Donnerstag sind die Engländerinnen bei der EM-Generalprobe noch in der Schweiz zu Gast.

Torjubel von Beth Mead
Reuters/Molly Darlington

Mead schießt England in Führung

Lieke Martens brachte die Gäste vor mehr als 19.000 Zuschauern in der 22. Minute voran, Lucy Bronze (32.) glich aber schnell aus. Nach Wiederbeginn ließ Ajax-Mittelfeldspielerin Sherida Spitse in ihrem 200. Länderspiel eine Elfmeterchance ungenützt (52.) und 54 Sekunden später schloss Arsenals Beth Mead (53.) einen Konter zur englischen Führung ab.

Ella Toone (72.), Lauren Hemp (74.) und neuerlich Mead (90.) sorgten in der Folge noch für klare Verhältnisse. Österreichs EM-Auftaktgegner am 6. Juli im ausverkauften Old Trafford Stadium ist damit 13 Partien unter Wiegman unbesiegt.

Nicht ins Gewicht fiel, dass Rekordtorschützin Ellen White wegen eines vor ein paar Tagen abgegebenen positiven Coronavirus-Tests nicht zur Verfügung stand. Wann die 33-jährige Manchester-City-Angreiferin wieder zum Team stoßen wird, ist offen.

Ein Testspiel von Meister Red Bull Salzburg gegen ZSKA Sofia ist am Freitagabend nach dem Unfall eines Fans in der 75. Minute vorzeitig abgebrochen worden. Der Zuschauer des Spiels in Anif sei rund vier Meter abgestürzt und schwer verletzt mit dem Hubschrauber ins Landeskrankenhaus Salzburg geflogen worden, bestätigte eine Sprecherin des Roten Kreuzes der APA. Eine schwere Kopfverletzung schien nicht ausgeschlossen.

Rettungshubschrauber am Spielfeld
GEPA/David Geieregger

Laut einem Clubsprecher der Salzburger seien sowohl der Teamarzt der „Bullen“ als auch die Rettungskräfte an der Versorgung des Betroffenen beteiligt gewesen. Zum Zeitpunkt des Abbruches stand es 2:1 für Salzburg. Die Tore für den heimischen Serienmeister hatten Jungstürmer Roko Simic (37.) und U21-Nationalspieler Junior Adamu (52.) erzielt. Am Samstag reisen die Salzburger ins einwöchige Trainingslager nach Bramberg am Wildkogel.

In der moldawischen Region Transnistrien werden bis auf Weiteres keine UEFA-Bewerbsspiele ausgetragen. Das gab Europas Fußballverband am Freitag nach einer entsprechenden Entscheidung seines Exekutivkomitees bekannt. Betroffen von dem Spielverbot in der von der Republik Moldau abtrünnigen Region ist Sheriff Tiraspol in der kommenden Champions-League-Qualifikation. Moldawiens Meister hatte in der vergangenen CL-Saison mit einem 2:1-Sieg bei Real Madrid für Furore gesorgt.

Sheriff Tiraspol wurde aufgefordert, für seine Heimspiele im europäischen Wettbewerb „eine alternative, allen Anforderungen der einschlägigen UEFA-Reglemente entsprechende Spielstätte außerhalb der Region Transnistrien vorzuschlagen, solange das Verbot in dieser Region gilt“. Die von Russland unterstützte, selbsternannte Republik Transnistrien an der Grenze zur Ukraine hatte sich 1992 nach einem kurzen Krieg von der Republik Moldau abgespalten. Seitdem sind dort rund 1.500 russische Soldaten stationiert.

Mittelfeldspieler Stefan Schwab hat seinen Vertrag beim griechischen Erstligisten PAOK Saloniki bis Sommer 2024 verlängert. Das gab der Vizemeister am Donnerstag bekannt. Der Salzburger Schwab war 2020 von Rapid zu PAOK gewechselt und kam bisher in 99 Pflichtspielen auf 14 Tore und 15 Vorlagen. Mit Thomas Murg ist ein zweiter Österreicher beim Verein engagiert.

Der deutsche Bundesligist 1. FC Köln hat Eric Martel langfristig unter Vertrag genommen. Der 20-Jährige, seit 2017 bei RB Leipzig ausgebildet und zuletzt an Austria Wien ausgeliehen, unterschrieb beim Conference-League-Teilnehmer einen Vertrag bis 2026. Bei der Austria war der defensive Mittelfeldspieler unter Coach Manfred Schmid Stammspieler.

Eric Martel (A.Wien)
GEPA/Armin Rauthner

Für die erste Mannschaft von Leipzig war Martel vor dem Leihgeschäft nur zu einem zweiminütigen Einsatz im DFB-Pokal gekommen. „Ausschlaggebend für mich war die Perspektive, hier zu spielen. Man sieht, dass Köln einen Weg eingeschlagen hat, bei dem sie auf junge, entwicklungsfähige Spieler setzen“, sagte der deutsche U21-Nationalspieler. Bei den Kölnern sind mit Dejan Ljubicic und Florian Kainz auch zwei Österreicher engagiert.

Champions League

Die Fußballfrauen von Vizemeister Sturm Graz treffen in der ersten Qualifikationsrunde zur Champions League auf Vorjahresviertelfinalist Real Madrid. Meister St. Pölten bekommt es auf dem Meisterweg zum Auftakt mit Ljuboten aus Nordmazedonien zu tun. Das ergab die Auslosung des Miniturniers mit vier Teams am Freitag in der UEFA-Zentrale in Nyon.

Das Spiel der Grazerinnen gegen Real findet am 18. August in Madrid statt. Im Falle eines Sieges würden die Grazerinnen dann drei Tage später gegen den Gewinner der Partie zwischen Manchester City und Tomiris Turan aus Kasachstan um den Einzug in die zweite Qualifikationsrunde spielen. Der zweite Gegner von St. Pölten ist entweder Dinamo-BSUPC (BLR) oder Lokomotiv Stara Zagora (BUL). Spielort ist Skopje.

Sturm freut sich über „absolutes Traumlos“

„Es ist ein absolutes Traumlos, mit Real Madrid und Manchester City in einer Gruppe zu sein“, freute sich Sturms Sportdirektor Mario Karner. „Sportlich gesehen sind das natürlich übermächtige Gegner. Hinsichtlich des Austragungsortes sind wir mit Madrid sehr zufrieden – aus Spanien werden die Mädels und der gesamte Verein viele Impressionen mitnehmen können!“

Die Auslosung für die zweite und letzte Qualifikationsrunde auf dem Weg in die Gruppenphase findet am 1. September statt.

Bundesliga

Austria Klagenfurt hat seinen Kader mit einem routinierten Torhüter ergänzt. Wie der Bundesligist am Freitag mitteilte, wechselte der 35-jährige Marco Knaller ablösefrei von Wacker Innsbruck nach Kärnten. Bei dem Club erhielt er einen Vertrag bis Ende Juni 2025 und komplettiert ein Goalie-Trio.

Marco Knaller (Wacker)
GEPA/Daniel Schoenherr

Die beiden anderen Tormänner sind Phillip Menzel und Liu Shaoziyang. „Mit dem Wechsel nach Kärnten schließt sich für mich der Kreis“, sagte der gebürtige Villacher.

Knaller übersiedelte mit seiner Familie in jungen Jahren in die Südstadt, da sein Vater Wolfgang zu Admira Wacker gewechselt war. Dort startete er im Nachwuchs seine Karriere, unterschrieb später seinen ersten Profivertrag und schaffte den Sprung in die Kampfmannschaft. Weitere Stationen waren der FC Lustenau, Kaiserslautern, der WAC, Sandhausen, Ingolstadt und eben zuletzt Wacker Innsbruck.

Die Austria rüstet personell weiter auf. Am Freitag gaben die Wiener die Verpflichtung von Flügelspieler Andreas Gruber von Ligakonkurrenten LASK bis Sommer 2025 bekannt. Gruber, der das erste Drittel der letzten Saison wegen eines Kreuzbandrisses verpasste, ist nach Marko Raguz und James Holland bereits der dritte Neuzugang aus den Reihen der Linzer, deren ehemaliger Vizepräsident Jürgen Werner im Frühjahr als Investor bei der Austria einstieg.

Andreas Gruber (LASK)
GEPA/Manfred Binder

„Andi hat uns vom ersten Gespräch an das Gefühl vermittelt, dass er bei den kommenden Aufgaben unbedingt mithelfen will. Wir sind felsenfest von seinen Qualitäten als torgefährlicher Spieler mit guter Mentalität überzeugt“, meinte Austrias Sportdirektor Manuel Ortlechner. Gruber war in der Bundesliga auch für Sturm Graz und Mattersburg aktiv.

Meister Red Bull Salzburg hat Kilian Ludewig erneut verliehen. Der 22-jährige Deutsche wechselt für die kommende Saison zum dänischen Erstligisten Aalborg BK, wie Salzburg am Freitag mitteilte.

Kilian Ludewig (RBS)
Reuters/Gepa pictures/ David Geieregger

Ludewig war 2020/21 bereits an Barnsley und dann Schalke 04 auf Leihbasis abgegeben worden, im Winter 2021/22 verliehen ihn die „Bullen“ dann an Willem II Tilburg in die Niederlande.

2. Liga

Der 40-fache ehemalige ÖFB-Teamkicker Paul Scharner ist neuer Jugendleiter von Zweitligist SKN St. Pölten. Wie die „Wölfe“ am Freitag mitteilten, vereinbarte man mit dem 42-jährigen Niederösterreicher eine „Zusammenarbeit, die sich über mehrere Jahre erstrecken und die Entwicklung der Jugend nachhaltig prägen soll“.

„Das Potenzial, das im Club und der gesamten Region steckt, ist unglaublich groß“, wurde Scharner zitiert. Sein 17-jähriger Sohn Benedict war erst kürzlich beim SKN vom Akademie- zum Profispieler aufgerückt.

Mit dem Spiel von Aufsteiger Vienna gegen Blau Weiß Linz startet am 22. Juli (18.00 Uhr, live in ORF1) die neue Saison der Admiral 2. Liga. Das geht aus dem am Freitag von der Bundesliga veröffentlichten Spielplan hervor.

Auch das erste Sonntagsspiel zwischen Lafnitz und Bundesliga-Absteiger Admira ist mit 10.30 Uhr (live ORF Sport +) bereits terminisiert. Die weiteren Ansetzungen standen noch nicht fest und sollen bis 1. Juli bekanntgegeben werden.

Behindertensport

In Gegenwart von mehr als 4.500 Aktiven, Betreuern und Freiwilligen hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Freitag in der Oberwarter Messehalle die achten Nationalen Special Olympics Sommerspiele eröffnet. Auch Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Vizekanzler Werner Kogler waren bei der Zeremonie dabei. In fünf Orten geht es für Aktive auch aus Deutschland, Ungarn, Luxemburg, der Slowakei, Slowenien und den Emiraten um Podestplätze in 15 Sportarten.

Golf

Die österreichischen Golfprofis Lukas Nemecz und Bernd Wiesberger haben am Freitag beim World-Tour-Turnier in München den Cut geschafft. Dem Steirer Nemecz gelang das mit einer 67er-Runde von fünf unter Par als nach zwei Runden 16. deutlich, dem Burgenländer Wiesberger reichte eine Steigerung vom Vortag um vier Schläge auf eine 68er-Runde gerade noch. Er geht als 50. in das Wochenende. Nemecz’ Rückstand auf den weiter solo führenden Chinesen Li Haotong beträgt acht Schläge.

Nemecz sprach von einer guten Runde seinerseits, allerdings hatte er auf Loch eins – seinem zehnten Loch – ein Doppelbogey zu verdauen. „Damit habe ich mir das Leben sehr schwer gemacht. Ich habe mich unnötig unter Druck gebracht, aber extrem stark weitergespielt.“ Spielerisch und mit der Ausgangslage für das Wochenende sei er sehr zufrieden.

Wiesberger wiederum vermied knapp eine frühzeitig längere Pause auf der World Tour, war er doch am Freitag wegen seiner Teilnahme am Londoner LIV-Tour-Turnier mit einer Geldstrafe und vor allem einer Sperre belegt worden.

Schwimm-WM

Synchronschwimmerin Anita Alvarez ist nach ihrem Kollaps nicht im Team-Finale der WM in Budapest gestartet. Die 25-Jährige verfolgte den Auftritt ihrer acht am Ende neuntplatzierten US-Teamkolleginnen am Freitag vom Beckenrand. Gold holte sich China vor der Ukraine und Japan.

Anita Alvarez neben US-Schwimm-Team
AP/Anna Szilagyi

Alvarez war unmittelbar nach ihrer freien Solo-Kür am Mittwoch im WM-Becken ohnmächtig geworden, untergegangen und von ihrer Trainerin Andrea Fuentes sowie einer weiteren Person gerettet worden. Am Donnerstag hatte Fuentes noch offengelassen, ob Alvarez das Team-Finale in der Freien Kür schwimmen kann oder nicht.

Bezüglich des Gesundheitszustands ihrer Athletin hatte sie Entwarnung gegeben. „Die Ärzte haben alle Vitalwerte überprüft und alles ist normal: Herzfrequenz, Sauerstoff, Zuckerwerte, Blutdruck usw. … alles ist in Ordnung“, schrieb die Spanierin Fuentes, selbst viermalige Olympiamedaillengewinnerin im Synchronschwimmen, auf Instagram.

Chronik

Das Schweizer Bundesstrafgericht hat den ehemaligen FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke im Berufungsprozess um einen Deal mit FIFA-TV-Rechten zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten bedingt verurteilt. Die Berufungskammer befand den Franzosen am Freitag in Bellinzona der passiven Bestechung und der Urkundenfälschung für schuldig.

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Klettern

Wie Jakob Schubert tags zuvor haben am Freitag auch Jessica Pilz und Franziska Sterrer beim Kletterheimweltcup in Innsbruck den Einzug ins Boulder-Finale nicht geschafft. Dort holte die US-Amerikanerin Natalia Grossman ihren fünften Weltcupsieg in Serie. Lediglich beim Saisonstart in der Schweiz war sie Zweite geworden. Am Samstag (09.00 Uhr Qualifikation, 19.00 Uhr Semifinale/live ORF Sport +) und Sonntag (20.15 Uhr Finale, live in ORF Sport +) finden die Vorstieg-Bewerbe statt – mit Schubert, Pilz und Sterrer.

Die Olympiasiebente Pilz erreichte zwei Tops und alle vier Zonen, zum Aufstieg reichte es nur knapp nicht. Immerhin hat sie in allen sechs Boulder-Weltcups dieser Saison zumindest das Semifinale erreicht, holte dabei vier Top-Ten-Ergebnisse. „Grundsätzlich war es eine gute Boulder-Saison, sicher meine konstanteste bislang“, zog Pilz ihr Resümee. Auf die Konkurrenz im Vorstieg blickt sie zuversichtlich voraus: „Ich hatte eine sehr gute Vorbereitung und bin schon in einer sehr guten Form.“

Auch Schuberts Spezialität ist der Vorstieg. Dass er in dieser Saison seinen vierten Disziplingesamtsieg holt, ist aber unwahrscheinlich. Nach der EM im August in München wird er die Weltcup-Saison wohl vorzeitig beenden und sich Fels-Projekten widmen: „Der Plan ist noch nicht ganz fix, ich möchte mir alle Optionen offenlassen. Bei der EM in München will ich dabei sein, denn dort kommt das neue Olympiaformat (Kombination aus Bouldern und Vorstieg, Anm.) erstmals zur Austragung, dann sehen wir weiter.“