Fussball

Deutsche Liga stimmt für Testphase des Videobeweises

Die Deutsche Fußballliga unterstützt die Einführung des Videobeweises. Der Vorstand des Ligaverbandes beschloss am Donnerstag auf seiner Sitzung in Frankfurt, sich zusammen mit dem Deutschen Fußballbund (DFB) beim Fußballweltverband (FIFA) um die Teilnahme an einer zweijährigen Testphase des Videobeweises zu bewerben.

Zuvor muss der International Football Association Board (IFAB) auf seiner kommenden Jahresversammlung in Cardiff am 5. März aber noch seine Zustimmung für eine solche Testphase geben. Legen die Regelhüter kein Veto ein, könnte der Videobeweis eventuell bereits mit Saison 2016/17 eingeführt werden. Verantwortliche von DFB und DFL hatten sich bereits in der Vergangenheit immer wieder für eine schnelle Umsetzung ausgesprochen, wenn der IFAB zustimmt.

Nach Angaben der DFL soll der Video Assistent Referee dabei nicht die Funktion eines Oberschiedsrichters einnehmen. Vielmehr soll er als weiterer Assistent des Unparteiischen fungieren und diesen und sein Team vor Fehlentscheidungen bewahren. Der Schiedsrichter bleibt damit letztverantwortlich für die Spielleitung. Zunächst würde es sich aber nur um eine Testphase handeln, die keinen direkten Einfluss auf das Spielgeschehen hätte.

Weg frei für Grindel als neuer DFB-Präsident

Der Wahl des CDU-Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel zum Präsidenten des Deutschen Fußballbundes (DFB) steht nichts mehr im Weg. Der Bundesliga-Verband DFL erklärte am Donnerstag nach einer Vorstandssitzung, der Profifußball werde die Wahl des 54-Jährigen mittragen.

Grindel, aktuell DFB-Schatzmeister, soll auf einem außerordentlichen Bundestag zum Nachfolger von Wolfgang Niersbach gewählt werden. Niersbach war im November im Zuge der Affäre um die Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 zurückgetreten. Die Wirtschaftskanzlei Freshfields soll die Affäre im Auftrag des DFB aufklären. Sie will Anfang März Ergebnisse vorlegen.

Übernimmt Grindel im April die DFB-Spitze, könnte er Anfang November beim ordentlichen Bundestag endgültig für die kommenden drei Jahre bestätigt werden. Den DFB führen derzeit interimsmäßig Ligapräsident Reinhard Rauball und der eigentliche DFB-Vizepräsident Rainer Koch an.

28-jähriger Nagelsmann ist neuer Hoffenheim-Coach

TSG 1899 Hoffenheim hat mit Julian Nagelsmann den Nachfolger für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Trainer Huub Stevens gefunden. Am Donnerstag bestätigte der deutsche Bundesligist die Beförderung des bisherigen U19-Coaches zum Cheftrainer.

Trainer Julian Nagelsmann (Hoffenheim)

AP/Uwe Anspach

Nagelsmann hat damit auch einen Platz in den Geschichtsbüchern des deutschen Oberhauses sicher. Der Bayer ist mit 28 Jahren der jüngste Trainer der Bundesliga-Geschichte. Der neue Cheftrainer, der erst in wenigen Wochen die Ausbildung zum Fußballlehrer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) abschließen wird, geht jedenfalls mit viel Zuversicht in seine neue Aufgabe: „Ich freue mich darauf, mit der Mannschaft zu arbeiten und durch meine Art noch einmal neue Reize setzen zu können.“

Hoffenheim liegt nach 20 Spieltagen mit 14 Punkten nur auf dem vorletzten Platz der Liga und ist damit in akuter Abstiegsgefahr. Auf den im Moment von Werder Bremen gehaltenen Relegationsplatz fehlen den Hoffenheimern bereits fünf Punkte. Nagelsmanns Vorgänger Stevens hatte aufgrund von Herzrhythmusstörungen seine Tätigkeit beendet.

Manchester United lässt die Kassen klingeln

Trotz sportlich durchwachsener Leistung klingelt beim englischen Rekordmeister Manchester United die Kasse. Nach einem Umsatzsprung im abgelaufenen Quartal hob der Club am Donnerstag seine Gewinnprognose an. Dem Traditionsverein gelingt es immer besser, aus seiner immensen Popularität Profit zu schlagen.

United taxiert die eigene Anhängerschaft auf rund 650 Millionen Fans rund um den Globus. Davon kommt zwar nur ein Bruchteil ins Stadion, sie kaufen aber massenweise Fanartikel und sichern dem Club vor allem riesige Werbeeinnahmen. Der 20-fache englische Champion steigerte im Quartal seinen Umsatz um fast 27 Prozent auf umgerechnet 173 Millionen Euro.

Während die Zuschauereinnahmen leicht sanken, schossen die Erlöse aus Werbung und Sponsorengeldern um gut 42 Prozent und die aus TV-Verträgen um 31 Prozent in die Höhe. Daher erwartet der zur US-Milliardärsfamilie Glazer gehörende Club für diese Saison nun einen operativen Gewinn (EBIDTA) von 229 Millionen Euro. Das bisherige Ziel lag bei 212 bis 225 Millionen Euro.

„Skandalprofi“ Johnson von Sunderland entlassen

Der wegen sexuellen Kontakts mit einer Minderjährigen angeklagte zwölffache englische Teamspieler Adam Johnson ist am Donnerstag von seinem Verein Sunderland entlassen worden. Wie der Premier-League-Club bekanntgab, wurde der Vertrag des 28-Jährigen mit sofortiger Wirkung aufgelöst.

Johnson wurde wegen insgesamt vier Vergehen mit einem 15-jährigen Mädchen angeklagt. Zwei davon will er nicht begangen haben, bei einem Vergehen gab der Fußballer eine Belästigung des Mädchens zu.

Johnson war bereits am 2. März des Vorjahres verhaftet und von seinem Club zwei Wochen lang suspendiert worden. Er kam auf Kaution frei. In dieser Saison spielte er für Sunderland regelmäßig und traf zuletzt beim 2:2 gegen Liverpool. Die Verhandlungen sollen voraussichtlich zwei Wochen andauern.

Basketball

Oberwart nach Overtime-Sieg über Klosterneuburg Zweiter

Die Gunners Oberwart sind zumindest vorläufig auf Platz zwei der Basketball-Herren-Bundesliga (ABL) vorgestoßen. Die Burgenländer setzten sich am Donnerstag zum Auftakt der 24. Runde vor eigenem Publikum gegen die Dukes Klosterneuburg mit 88:87 nach Verlängerung (73:73,44:36) durch.

Die Gastgeber verabsäumten es mehrmals, den Sack zuzumachen. Klosterneuburg schaffte 16 Sekunden vor der Sirene den Ausgleich zum 73:73, die Gunners ließen danach die erste Chance auf die Entscheidung ungenutzt. In der Verlängerung hatte Oberwart dann knapp das bessere Ende für sich.

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Golden State knackt weiteren NBA-Rekord

Die Golden State Warriors haben am Mittwochabend (Ortszeit) mit einem 112:104-Auswärtserfolg über die Phoenix Suns ihren 48. Sieg im 52. Saisonspiel der National Basketball Association (NBA) gefeiert. Damit stellte der NBA-Titelverteidiger vor dem All-Star-Wochenende von Freitag bis Sonntag in Toronto den nächsten Rekord auf, denn die bisherige NBA-Bestmarke nach 52 Saisonspielen waren 47 Siege.

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Ski alpin

Gut mit Bestzeit in erstem Crans-Montana-Training

Die Schweizerin Lara Gut hat im ersten Training für die Abfahrt von Crans Montana eine Kampfansage in Richtung ihrer Konkurrentin Lindsey Vonn abgeben. Gut erzielte am Donnerstag auf verkürzter Strecke in 1:10,80 Min. klare Bestzeit und war damit 0,97 Sek. schneller als die Amerikanerin, die im ersten Training über Platz 16 nicht hinauskam.

Schnellste Österreicherin im ersten Training war Stefanie Moser, die mit 0,60 Rückstand auf Gut ins Ziel kam. Sabrina Maier klassierte sich mit 0,90 Rückstand auf Platz 14. Nicht nach Wunsch lief es vorerst für Österreichs beste Speed-Dame in diesem Winter: Cornelia Hütter verlor 1,57 Sek. auf die Bestzeit.

Am Freitag ist im Wallis ein weiteres Training für die Abfahrt am Samstag (10.30 Uhr) und die Kombination am Sonntag (10.30 Uhr und 13.30 Uhr) angesetzt, die Wetteraussichten für das Wochenende verheißen wieder kräftigen Schneezuwachs. Am Montag (10.00 Uhr und 13.00 Uhr) ist am WM-Schauplatz von 1987 noch der Nachtrag des abgebrochenen Maribor-Slaloms angesetzt. Alle Bewerbe sind live in ORF eins zu sehen.

Erstes Abfahrtstraining in Crans Montana

Donnerstag:
1. Lara Gut SUI 1:10,80
2. Ilka Stuhec SLO + 0,33
3. Sofia Goggia ITA 0,34
4. Elena Curtoni ITA 0,35
5. Verena Stuffer ITA 0,42
6. Jacqueline Wiles USA 0,52
7. Stefanie Moser AUT 0,60
8. Johanna Schnarf ITA 0,65
9. Stacey Cook USA 0,73
10. Tina Weirather LIE 0,75
. Fabienne Suter SUI 0,75
12. Jennifer Piot FRA 0,83
13. Viktoria Rebensburg GER 0,88
14. Sabrina Maier AUT 0,90
15. Joana Hählen SUI 0,93
16. Lindsey Vonn USA 0,97
17. Mirjam Puchner AUT 1,02
18. Kajsa Kling SWE 1,06
19. Romane Miradoli FRA 1,08
20. Ramona Siebenhofer AUT 1,09
21. Tamara Tippler AUT 1,13
23. Elisabeth Görgl AUT 1,19
26. Michaela Kirchgasser AUT 1,34
31. Cornelia Hütter AUT 1,57
42. Stephanie Venier AUT 2,06

Deutsche Rebensburg plant Kombi-Start

Nach ihrem Podest-Doppelpack in Garmisch-Partenkirchen begibt sich Deutschlands Skistar Viktoria Rebensburg auf ungewohntes Terrain. Beim alpinen Weltcup in Crans Montana plant die Riesentorlauf-Olympiasiegerin von 2010 einen Start in der Kombination.

„In Garmisch-Partenkirchen konnte ich den Ausfall des zweiten Trainings nutzen und eine Einheit auf den Slalom-Ski absolvieren. Zwar zeigte sich dabei deutlich, dass das erst der zweite Slalom-Tag in diesem Winter war, aber ich komme auch mit den ganz kurzen Ski ordentlich zurecht“, sagte Rebensburg laut einer Verbandsmitteilung von Donnerstag.

Seit ihrem Weltcup-Debüt im Jahr 2006, kurioserweise bei einer Superkombi, hat Rebensburg nur fünf weitere Kombinationen im Weltcup bestritten. Dreimal schied sie aus, dreimal verzichtete sie auf einen Start im Slalom. Im Gesamtweltcup liegt Rebensburg vor der Kombination (Sonntag) und der Abfahrt (Samstag) mit 820 Punkten hinter der Schweizerin Lara Gut (973 Zähler) und der US-Amerikanerin Lindsey Vonn (1.060) auf Rang drei.

Langlaufen

Falla und Kriukow gewinnen Sprints in Stockholm

Die Norwegerin Maiken Caspersen Falla und der Russe Nikita Kriukow haben am Donnerstag die Sprint-Bewerbe beim Weltcup in Stockholm für sich entschieden.

Falla setzte sich bei den Damen vor ihrer Teamkollegin Ingvild Flugstad Östberg und Stina Nilsson aus Schweden durch. Kriukow verwies die beiden Norweger Ola Vigen Hattestad und Petter Northug auf die Plätze.

Österreichs einziger Teilnehmer in Stockholm, Dominik Baldauf, scheiterte in der Qualifikation und wurde 41. Bei den Damen war keine ÖSV-Läuferin am Start.

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Segeln

Hagara/Steinacher testen neues „Speed“-Boot

Roman Hagara und Hans Peter Steinacher haben vor Dubai ihren neues Boot für die Extreme Sailing Series 2016 getestet. Der GC32-Katamaran wird auf den bereits vom letzten America’s Cup bekannten ausfahrbaren „Foils“ mit über 75 km/h über das Wasser gleiten.

"Ich habe schon vieles erlebt, aber die Geschwindigkeit von diesem Boot schlägt alles. Wenn wir 2016 in acht Ländern gegen die besten Teams der Welt segeln, wird das ein richtiges Spektakel. Für die Segler und für die Fans. Ein geniales Boot“, strahlte Skipper Roman Hagara, der im Vorjahr die Extreme Sailing Series auf dem dritten Rang beendete und 2016 den Gesamtsieg anstrebt.

Doppelolympiasieger präsentieren Foiling-Katamaran vor Burj Al Arab

Samo Vidic/Red Bull Content Pool

„Das Boot ist aufgrund der Geschwindigkeit und der vielen Manöver unvorstellbar kraftraubend zu segeln. Natürlich ist es auch eine große Umstellung für uns. Aber wir sind bereits am ersten Segeltag voll in Fahrt gekommen, und ich bin davon überzeugt, dass wir auch 2016 ganz vorne mitmischen können“, freut sich Taktiker Steinacher auf den Saisonauftakt in Muscat in Oman am 16. März.

2016 startet Red Bull Sailing auch mit neuen Crewmitgliedern. Steward Dodson (NZL), Bradley Ferrand (NZL) und Adam Pigott (UK) verstärken das Team um Hagara/Steinacher. Dieses Jahr kehren bekannte Teams in die neue Extreme Sailing Series zurück. Sowohl der zweifache America’s-Cup-Sieger Alinghi (SUI) als auch Land Rover Ben Ainslie Racing stehen am Start.

Wind und Wellen bei WM weiter Spielverderber

Die Segel-WM vor der Westküste Floridas ist auch am zweiten Tag von schwierigen Bedingungen beeinträchtigt gewesen. Starkwind und hoher Wellengang erzwangen neuerlich ein reduziertes Programm. Nur in der Nacra17-Klasse gab es die geplanten vier Wettfahrten, die österreichischen EM-Vierten Thomas Zajac und Tanja Frank rückten um einen Rang auf Gesamtplatz neun vor.

„Vier Wettfahrten bei Starkwind und extremer Welle, dazu noch eisige Temperaturen - es war ein brutaler Tag, der fast alle an die Grenzen gebracht hat“, berichtete Zajac über anhaltend grenzwertige Verhältnisse.

49er-Damen kentern

Die 49er-FX-Damen fuhren nur eine Wettfahrt, Laura Schöfegger und Elsa Lovrek liegen nach dem bisher einzigen Durchgang auf Gesamtrang 21. „Am Ende ist es zumindest eine Wettfahrt geworden, die für uns gut verlaufen ist, aber noch besser enden hätte können. Wir sind knapp vor dem Ziel gekentert, haben aber gut reagiert und das Boot schnell wieder aufgestellt, damit hat uns das unfreiwillige Bad nur drei Plätze gekostet“, so Schöfegger.

Die 49er-Herren wurden dagegen unverrichteter Dinge wieder in die Hafen von Clearwater zurückbeordert. Am ersten Tag war es allein in dieser Klasse zu zehn Mastbrüchen gekommen.

Golf

Nemecz nach Auftakt in Pretoria abgeschlagen

Der Österreicher Lukas Nemecz liegt nach dem ersten Tag des European-Tour-Turniers der Golfer in Pretoria nach einer 74er-Runde nur auf dem geteilten 103. Rang.

Dem Steirer passierten bei einem Birdie gleich fünf Bogeys. Der 26-Jährige muss also ordentlich zulegen, um am Freitag den Cut zu schaffen. Die Führung auf dem Par-70-Kurs übernahm der Südafrikaner Justin Harding mit einer 63er-Runde.

Motorsport

Lucas Auer fährt auch 2016 in DTM

Der Tiroler Lucas Auer darf sich weiterhin im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) beweisen. Wie Mercedes-Benz am Donnerstag bekanntgab, wird der 21-jährige Kufsteiner auch in der nächsten Saison als Werksfahrer für den Stuttgarter Autohersteller an den Start gehen. Die ersten Rennen gehen am 7. und 8. Mai auf dem Hockenheimring über die Bühne.

„Ich freue mich riesig, dass Mercedes-Benz mir die Chance gibt. Im Vorjahr habe ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln können. In diesem Jahr möchte ich darauf aufbauen“, sagte Auer, der im vergangenen Jahr als erster Tiroler seit Karl Wendlinger (2002/2003) und als erster Österreicher seit Mathias Lauda (2006-2009) in die populäre Tourenwagenserie gewechselt war.

In seiner Premierensaison konnte der Neffe von Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger mit starken Leistungen auf sich aufmerksam machen. Im Mercedes-AMG C 63 DTM sicherte er sich auf dem Nürburgring mit der Trainingsbestzeit die Poleposition für das Samstag-Rennen. Damit war Auer der einzige Debütant, der im Laufe der Saison 2015 eine Pole in der DTM erreichte.

„Speed war da, nur Konstanz fehlte“

Der 21-Jährige fuhr insgesamt dreimal in die Punkte. Seine besten Platzierungen waren jeweils der sechste Rang auf dem Red Bull Ring in Spielberg und auf dem Nürburgring. „Im Vorjahr ging es darum, die Umstellung von der Formel 3 in den Tourenwagensport zu schaffen und das neue Umfeld kennenzulernen“, sagte der Tiroler. „Der Speed war da, nur fehlte es noch ein wenig an Konstanz. Das muss in der kommenden Saison besser werden.“

Die DTM macht auch heuer in Österreich Station: Schauplatz der Saisonläufe drei und vier am 21. und 22. Mai ist der Red Bull Ring in der Steiermark.

Leichtathletik

Kenia muss Anti-Doping-Kampf unter Beweis stellen

Kenias Leichtathletik muss seine Anti-Doping-Bemühungen vor der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) unter Beweis stellen. Gemäß der Aussagen einer kenianischen Offiziellen gegenüber der BBC hat die WADA harte Sanktionen angedroht, sollte das Land der weltbesten Langstreckenläufer nicht rigoros gegen das seit Jahren grassierende Doping vorgehen.

Bleibt Kenia den entsprechenden Nachweis schuldig, droht - ähnlich wie Russland - der Ausschluss von internationalen Großveranstaltungen wie Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. „Die kenianische Regierung arbeitet hart, um die Fristen der WADA einzuhalten“, sagte die Offizielle Christine Wambui Mugera dazu am Donnerstag. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und andere Sportkörperschaften hätten die Macht und die Befugnis, Kenias Athleten von bedeutenden Wettkämpfen fernzuhalten.

Kenias Läuferinnen und Läufer bauten in den vergangenen Jahren ihre Vormachtstellung aus. Andererseits wurden rund 40 kenianische Athletinnen und Athleten in den letzten drei Jahren des Dopings überführt und gesperrt. Eine nationale Anti-Doping-Agentur wurde bereits eingeführt, ist allerdings noch nicht einsatzbereit.

Weltverband verliert nächsten Großsponsor

Der Leichtathletikweltverband (IAAF) hat aufgrund des Doping- und Korruptionsskandals den nächsten Großsponsor verloren. Am Mittwochabend beendete Nestle die Zusammenarbeit mit dem Verband. Der Vertrag mit der IAAF wäre nach diesem Jahr ausgelaufen.

„Wir haben entschieden unsere Partnerschaft mit dem IAAF Kids Athletics Programm mit sofortiger Wirkung zu beenden“, wird der Schweizer Konzern in der englischen „BBC“ zitiert, „die Entscheidung wurde nach der negativen Publicity aufgrund der Doping- und Korruptionsvorwürfe getroffen. Wir glauben, dass die Anschuldigungen unser Image und unsere Reputation beschädigen könnten.“ Bereits im Jänner hatte der Sportartikelhersteller Adidas seine Sponsortätigkeit zurückgezogen.

IAAF-Präsident Sebastian Coe reagierte mit Unverständnis und laut eigener Aussage „enttäuscht und wütend“ auf die Entscheidung. „Wir werden es nicht akzeptieren. Es sind die Kinder, die darunter leiden“, so der Brite.